D/E Sugarshape - Vorstellung Marke und Konzept/Introduction Brand and Concept

English below
Eine (relativ) neue Marke, mit einem großen Größenspektrum, einem spannenden Konzept, deutsch und sympathischen Geschäftsführerinnen. Famos! Das klingt als ob das Universum meine Bitten erhört hat. Aber wie immer ist nicht alles so rosarot, wie es am Anfang scheint. Ich werde zwei Beiträge schreiben, einen zur Marke Sugarshape und einem zum BH-Set Leyla.
Ich beobachte die Marke schon länger. Kennengelernt habe ich sie nicht über die Busenfreundinnen oder über die internationale Brafittingszene, sondern weil sie Thema war in der PR-Agentur in der ich zu der Zeit Praktikum gemacht habe. Es ging um das Thema "Seedmatch", denn die beiden Hamburger Schwestern Sabrina Schönborn und Laura Gollers haben ihre Marke 2012 dank Crowdsourcing an den Markt bringen können.
Eines der neuesten Modelle: Marilyn- Ein ungefütterter Balconette
Was die Marke von anderen maßgeblich von anderen unterscheidet ist das Größensystem. Statt den üblichen Körbchengrößen A-M, bzw. seien wir mal realistischer B-E, wird bei den Sugarshape-Schwestern die Größe direkt durch den Brustumfang (BU) bestimmt. In Schritten von 2,5 cm bietet Sugarshape Größen zwischen 82,5 und 120. Das sind beeindruckende 16 mögliche Körbchengrößen und mehr als der Großteil aller Hersteller produziert. Der Unterbrustbereich ist kleiner, aber mit 65 bis 100, hier gehts mit fünfer Schritten weiter, noch immer überdurchschnittlich groß. Leider sind längst nicht alle Größen in allen Modellen verfügbar. Das Größenspektrum ist trotzdem Grund zur Freude, das Größensystem allerdings nicht.
Ruby - ein Träumchen und
gepaddeter Halfcup
Das Sugarshape-Größensystem soll helfen, Frauen anzusprechen, die mit Buchstabenphobie kämpfen. Das ist in zweifacher Hinsicht ein cleverer Schachzug. Aus der Fittingspraxis ist natürlich wohlbekannt,  das alles über D, inzwischen vielleicht auch E, bei vielen noch immer eine Abwehrhaltung auslöst, wobei ich glaube, dass sich da viel getan hat. Außerdem bindet es die Kunden natürlich auch an den Produzenten. Denn eine Frau, die ihre Sugarshapegröße kennt und zum Beispiel eine 75/97,5 hat, weiß ja dann noch immer nicht, das sie es anderswo mal mit einer 32FF versuchen könnte.
Jetzt kann man natürlich sagen, aber die Größen der UK-Marken unterscheiden sich doch auch und obwohl sie mit dem selben System arbeiten, muss mensch ausprobieren. Absolut. Aber wenn man bei Freya meistens eine 32G trägt, dann ist das schon einmal ein guter Ausgangspunkt um zum Beispiel von da aus mal Curvy Kate oder Panache oder Tutti Rouge auszuprobieren. Es wird so nicht wirklich viel für die Aufklärung zu Größen und gegen Buchstabenphobie getan. Ich frage mich was eine Frau denkt die mit den Sugarshape-Schnitten nicht zurecht kommt? Jetzt finde ich selbst bei den Spezialisten für "Übergrößen" nichts? Ich muss mich wohl mit meinen Brüsten abfinden. Bizarr finde ich auch die Darstellung Sugarshapes es gäbe sonst keine Marken, die BHs in jungen, coolen Designs und großen Größen anbieten. Selbst wenn man die Einschränkung auf den deutschen Markt bezieht, bekommt man bei Onlineanbietern wie lace.de, enamora.de, onlyher.eu in, zugebenermaßen raren, kompetenten  Fachgeschäften und bei Change schon einiges mit durchaus ebenso gewagten oder noch ausgefalleneren Designs als die Sugarshapler.

Mein persönlicher Favorit - Seaside
(leider schon ausverkauft)
Die zweite Besonderheit der Marke zielt ebenfalls auf Kundenbindung. Aber das muss ja nichts Schlechtes sein. Die Kundinnen* werden partizipativ in das Geschehen einbezogen. Sie können auf der Website und bei Facebook, abstimmen über Namen, Farben und die Bra Charms. Das sind die kleinen niedlichen Wechselanhänger, die man an den Bh hängen kann. Es erinnert mich vom Stil her sehr an die früheren Kampagnen von Curvy Kate. Überhaupt scheinen, die Marke sehr nahbar, so hat mir bei meinem Kontakt mit dem Shop im Vorfeld zu dem Post, tatsächlich die sehr nette und zuvorkommende Laura geantwortet und weiter geholfen. Auch die Person mit der ich via der Website live chattete war sehr hilfsbereit. Leider wurde auch im Chat bei der Suche nach der richtigen Größe nicht darauf eingegangen, dass es noch weitere Faktoren gibt, außer den zwei Maßen, die den Sitz eines BHs beeinflussen. Aber dazu mehr im zweiten Teil der Review.
Diese Nahbarkeit und Sympathie die die beiden Schwestern, die Marke und das PR- und Werbekonzept sind es dann auch, die zu meiner Enttäuschung beiträgt. Da sind meine Erwartungen dann einfach höher als bei einem Konzernriesen wie Wacoal/Eveden. Andererseits finde ich es natürlich klasse, was die Sugarshapler auf die Beine gestellt haben, ich finde, um dem morgigen Beitrag mal vorzugreifen, die BHs qualitativ hochwertig und vom Sitz auch nicht schlecht.

Was haltet ihr vom Sugarshape Konzept und Größensystem?

*Disclaimer: Alle Bilder sind Eigentum von Sugarshape und wurden mir zur Benutzung zur Verfügung gestellt

A (relatively) new brand, tons of sizes, an intriguing concept and all that made in the bra manufacturer wasteland Germany? Sounds too good to be true and in a way it is. Today I am going to talk about Sugarshape the brand, their marketing approach and their sizing system. Tomorrow I am going to show you the Sugarshape Leyla.
One of the newest bra sets: Marilyn, an unpadded Balconette
I have been following the brand for quite some time now. The first time I heard their name was through the bra fitting scene grapevine but while I was doing an internship at a PR firm where they were mentioned during a presentation on crowd funding. The two sisters from Hamburg that are behind Sugarshape broke records on seedmatch.com ( a German version of kickstarter) when they got their project funded in only 4 days back in early 2012.
Ruby, a padded half cup
Their most distinct feature is their sizing system. Instead of using the well-known letters, they 'simply' use two measurements (because that works so well) in centimeters like in my case 75/97,5 and that's your size. They also have a ton of sizes for such a small company. They offer cups in 82,5 to 120 cm (2,5 cm steps between sizes), that is 16 cups sizes. Add to that their underbands in 65 - 100 and you have yourself a pretty impressive number of 128 sizes. Don't get to giddy because no model comes in all sizes but that is quite a range.
Pretty straightforward system and pretty clever for two reasons. First, it counteracts letterphobia. As most fitter will tell you and many of your girlfriends will over coffee, everything above a D is still seen as somewhat suspicious, though it has gotten better. Secondly, their sizing system helps to inspire customer loyalty. Because knowing your sugarshape size does not tell you anything about your standard letter size. A woman how has a 75/97,5 still doesn't know she is *spoilers* a 32FF in most other brands ;) Now. I am aware that with any new brand comes the trouble to figure out your exact size. But at least you have a starting point. And more importantly, once you get over the scary letters you recognize there is very little that is scary about them.

Well, maybe how few letter some manufacturers' alphabet has, but lets not go down that rabbit hole again. 
The seaside, one of my personal favorites,
 unfortunately it is sold out already
The other issue I have is the tendency to portray themselves as the only manufacturers offering bras that come in 'big' sizes and have flattering designs. Uhm, no. Just, no. Even if you figure in the caveat 'on the German market' (which they don't) that's not quite true, there's plenty to buy on lace.de, enamora.de, onlyher.eu and sometimes even at the big river or the bay. There is also a handful of specialized shops and Change is also worth a try.

The second aspect that is also geared towards building consumer loyalty is one I quite like. Customers can participate via their website and facebook and vote on designs, names and colors. And their bra charms, which are littltle jewelry pieces that you can hook to the front. Overall the brand seems rather approachable and nice. I used their chat option and got a very courteous answer, though there seemed to be no knowledge of different breast types. Admittedly, that was back in September, so things might have changed. I was also in contact prior to this post with Laura, one of the founders and she seemed very considerate.
In conclusion I have serious issues with their sizing system and their self-presentation, but like the participation concept, the size range and their products. Though we'll talk about that in-depth tomorrow. 

What do you think about Sugarshape's concept and sizing system?



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BH-Größenrechner-Neuigkeiten: Den Figleaves-Bra-Calculator schon ausprobiert?

Vorhin bin ich bei Twitter (jaja, ich häng da gerade ausnahmsweise ein bißchen rum) über den Figleaves Bra Calculator gestolpert. Wie immer wenn ich sowas finde mußte ich ihn natürlich sofort ausprobieren. Bisher hatte ich den Eindruck, daß Size Em von allen mir bekannten Größenrechnern mit Abstand die besten Ergebnisse ausspuckt. Zu meiner großen Verwunderung kam bei diesem neuen Frage-Antwort-Spiel von Figleaves aber tatsächlich meine BH-Größe raus. Vielleicht probiert ihr's mal aus und laßt mir nen Kommentar da, ob es bei euch auch funktioniert?! Interessiert mich brennend... :)

http://www.figleaves.com/uk/fitting-room/bra-calculator/



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Der Fail der letzten Woche…

Nein, ich spreche nicht von Sherlock 3.3 (Moffat! *Faust gen Himmel schüttel* War die Doctor Who-Weihnachtepisode nicht schon schlimm genug?! Nicht auch noch Sherlock!) und auch nicht vom matt-schwarzen Nagellack von Astor Fashion Studio (Katastrophe!), sondern vom Panache-Twitterfeed. 

Der besteht nämlich nun schon seit Wochen fast ausschließlich aus “Sport-Tweets” : Workout-Routine, Fitness-Tips, die perfekte Playlist zum Joggen, Essensplanung für die Woche… alles unter dem Hashtag #supporteverymove. Das geht jetzt schon seit dem 1. Januar so und ich lese mittlerweile #supportnevermore.

nevermore-raven
Gibt's hier als schniekes Wallpaper

Ich kann’s nicht mehr sehen, echt. Am Anfang dachte ich, daß es aus Marketingperspektive völlig nachvollziehbar ist, auf den alljährlichen Gute-Vorsätze-Zug aufzuspringen. Aber doch nicht drei Wochen lang! Und kein Ende in Sicht! Niemand erinnert sich so lange an seine guten Vorsätze! Es ist Januar, wir wollen langsam Bikinis sehen (und kaufen)!

Na klar, der Panache Sport Bra ist toll. Freut mich für Panache, daß er sich so gut verkauft. Freut mich auch für die Besitzerinnen, die in der Regel superglücklich mit ihm sind. (Ich bin leider “out-sized”, es gibt ihn nur bis H-Cup, sonst hätte ich ihn sicher auch schon längst.) Gar keine Frage, Panache, mit dem Modell ist euch ein großer Wurf gelungen. Alle Daumen hoch für diesen BH. (Hier auch MiaRose's Review)

Trotzdem will ich nicht permanent mit diesem Fitnessquatsch bombardiert werden. Wenn es unbedingt sein muß, dann macht doch einfach einen neuen Twitterchannel nur für die Sportlinie auf, @LovePanacheSportsBra oder so. Vielleicht auch @actual_sportsbra (wie man das halt so macht, auf Twitter) – dann können euch die Sportbegeisterten und Fitnessfreaks folgen und ich kann hoffen, auch mal über das Sortiment informiert zu werden, nicht über anderer Leute Workoutplaylists oder Yogaübungen. Wie gesagt, die Bademode interessiert mich brennend. Oder auch ob das Größenspektrum des Sport-BHs mal erweitert wird – größere Cups und Unterbrustbänder vielleicht. Neue Modelle? Retweets von Reviews? Angebote von Partnern. Immer her damit!

Ich finde auch nicht, daß eine BH-Marke völlig wertneutral auftreten sollte – aber eigentlich dachte ich, daß eine gewisse Body Positivity gerade für die Big Cup Hersteller zum guten Ton gehört, Flaunt Your Curves und so. Passende Sport- und Bademode heißt dabei auch größtmögliche Bewegungsfreiheit. Aber so eine starke Fixierung auf das Thema Sport & Fitness hört sich für mich einfach nach Body Shaming an. Erst vorhin kam, ebenfalls über meinen Twitterfeed, der Link zu einem Beitrag in der New York Times der Internetsuchanfragen aufschlüsselt: offensichtlich halten Eltern ihre Söhne eher für hochbegabt und ihre Töchter eher für übergewichtig (via @larafritzsche). In so einer Welt will ich nicht auch noch von meiner LieblingsBH-Marke ständig aufgefordert werden, einen Neujahrsvorsatz durchzuziehen, denn ich so nie ergriffen habe.

Vielleicht sitzt da eine Frau am anderen Ende der Twitterleitung, die das für sich so entschieden hat: ich wünsche viel Erfolg! Ehrlich! Aber ich will es einfach nicht mehr lesen! (Ja, ich weiß, “unfollow” ist das Zauberwort)

Was meint ihr? Yey or nay?

http://www.pinterest.com/LovePanache/supporteverymove/
nevermore

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Ring-ding-ding-ding-dingeringeding...

Liebe Sparfüchsinnen,

erst mal sorry für den Ohrwurm (ehehehe!). Das wird nur eine kleine Zwischenmeldung und zwar bzgl. einer neuen Second Hand-Verkaufsplattform für BHs. Bisher gab es ja zum Kauf und Verkauf von BHs die folgenden Optionen: den Busenfreundinnen-Flohmarkt (für Userinnen mit mehr als 30 Beiträgen), Bratabase, Kleiderkreisel und natürlich eBay... Jetzt wurde eine neue Webseite gelauncht, der Boobiebazaar, auf der ausschließlich BHs verkauft werden sollen - auf privatem Level, von Frau zu Frau. 

Ich gebe das jetzt einfach mal so weiter; ich kenne die Gründerin des Projekts nicht, auch nicht von den Busenfreundinnen, aber es klingt ganz interessant. 

Zitat:
Hallo Mädels,

ich habe gerade boobiebazaar gelauncht, einen Secondhandmarkt für BHs (ungetragen/neuwertig), auf dem Ihr Eure Fehlkäufe unkompliziert wieder zu Geld machen könnt und auch die Chance habt, das ein oder andere Schnäppchen zu finden. Die Artikel sind nur für eingeloggte Mitglieder sichtbar (Schutz der Privatsphäre).

Weitere Infos in diesem Thread: http://busenfreundinnen.net/viewtopic.php?f=187&t=38515
Oder in den FAQs: https://www.boobiebazaar.com/de/infos/about

Zutritt nur für Frauen und nur mit Einladungscode. Wer gerne einen Code hätte, schickt mir eine PN mit seiner E-Mail-Adresse.

Ich hoffe, die Seite gefällt Euch und freue mich auf zahlreiche neue Mitglieder
Adresse der Website: www.boobiebazaar.com
Facebook: boobiebazaar bei FB

Was der Fuchs sagt:
Wes Andersons Fantastic Mr Fox, Gif via Weheartit


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Dessous und Begehren: die Sexualisierung von Wäsche

Ich habe mich schon häufiger gefragt, wie ich mein Interesse für Bra Fitting so verpacke, daß bei “Nicht-Initiierten” richtig ankommt; die erste Reaktion wenn ich sage, ich beschäftige sich mit Unterwäsche, ist nämlich eher sowas wie peinlich berührtes Schweigen. So, als hätte ich – ungefragt – über meine sexuellen Vorlieben geplaudert. Ja, erm, Themenwechsel?!

Meine nachgeschobene Erklärung, es ginge um passende BHs für Frauen, was ein verbreites (gesellschaftliches!) Problem sei, und – naja – erst mal um Funktionskleidung, wird dann schon gar nicht mehr wahrgenommen; ist quasi dem Jugendschutzfilter zum Opfer gefallen. Und der kommt schon mit einem ganzen Set von Assoziationen (sonst würde das Filtern ja nicht funktionieren). Nach dieser Vorstellung ist dann auch Dessous-Blog = Bilder von sich für den ‘male gaze’ räkelnden, halbnackten Frauen in Häuchen von Nix. 

Verrückterweise ist für mich die ganze Angelegenheit mit den BHs ja in erster Linie feministisches Projekt – also ein Weg, Frauen zu einem besseren Körpergefühl, mehr Selbstvertrauen und optimierter Bewegungsfreiheit zu verhelfen. Man könnte also, provisorischerweise, sagen: das Gegenteil von dem was mir unterstellt wird. 

Mir ist es total wumpe, was eine Frau drunterträgt, so lange es hält und stützt und formt wie sie möchte und sie sich damit wohl fühlt. Es kann ein sog. Brustpanzer sein, ein T-Shirt-BH, ein durchsichtiges Stückchen Tüll oder ein bondage-inspiriertes Retroteilchen – I don’t care. Das ist – erst mal – persönliche Geschmackssache. Was ich mir wünsche, ist daß diese Vorstellungen des Ideal-BHs für alle Frauen, unabhängig von Körperform (in erster Linie), real umsetzbar sind, daß also der Markt ein Angebot bereitstellt, daß sich mit der realen Vielfalt der Frauen deckt (zumindest annähernd). Und dann können wir über individuelle Vorlieben im Design sprechen.

Diese Herangehensweise reflektiert natürlich stark meine persönlichen Gewichtungen: ich betrachte BHs eben erst mal als Unterwäsche, in diesem Sinne Funktionskleidung, und hänge einem gewissen “form follows function”-Pragmatismus an. Wie vermutlich der Mainstream der deutschen Frauen. Trotzdem möchte ich nichts tragen müssen, was ich selber unattraktiv finde; d.h. jenseits von Lingerie-Begeisterung in einem sexuellen Kontext muß ich mich in einem solchen ausziehen können, ohne das Gefühl zu haben irgendwie… äh… unpassend gekleidet zu sein. ;-)

Das ist natürlich ein sehr niedrigschwelliger Anspruch wenn es um die Kleidsamkeit von Lingerie geht, der nicht nur etwas mit dem Mangel an sexy Wäsche in meiner Größe zu tun hat, sondern auch mit meinem mangelnden Interesse am “sich in Szene setzen”. Umgekehrt zur eingangs erwähnten gängigen Unterstellung, muß ich mir nämlich oft selber auf die Finger klopfen, nicht in Tendenzen von Slutshaming zu verfallen.

Ja, richtig gelesen, Slutshaming. Oweia. 

Bei mir spult sich beim Stichwort “sexy Dessous” gleich der ganze Katalog von Vorurteilen ab: Standard-Porno-Optik mit Plastiktouch, kein Körperhaar, rote Plastik-Spitze, Beate-Uhse-Katalog. 

Mein Problem ist nämlich, daß ich – offensichtlich genau wie die Leute, die mir einen Wäschefetisch unterstellen – so krass geprägt bin von der üblichen Darstellung von Frauen in der Werbung, daß ich mir Dessous nur noch an gänzlich passiven Objekten männlichen Begehrens vorstellen kann: die gezeigte Person reduziert sich im Bild auf den reinen Körper, von ihrer Subjektivität bleibt quasi nichts übrig. Im Gegensatz zu einer explizit fetischisierten Darstellung, beispielsweise in einem BDSM-Kontext, in der die Unterwerfung gerade den Kink ausmacht, ist diese im Werbebild unmarkiert vorausgesetzt. Dazu kommt natürlich auch die Konsens-Frage: was in einem ‘Vanilla-Zusammenhang’ creepy und rapey ist, ist in einem s/D-Verhältnis abgesprochen und vereinbart. Vielleicht kann man es so erklären, was mich so extrem stört. Dieses ganze “Wickel mich aus, ich bin dein Geschenk”-Topos, das mit der Idee permanenter Verfügbarkeit und dem Diktat von sterilster Attraktivität daherkommt, das nervt mich einfach. Bäh.

Selbstverständlich sollte man aus der medialen Darstellung nicht ableiten, daß Frauen, die gerne schöne Wäsche tragen, sich damit automatisch zum willenlosen Objekt männlicher Begierde machen und sich damit irgendwie anti-feministisch verhalten. (Das war, was ich mit Slutshaming meinte.) Nicht nur, weil das Begehren auch ein nicht-normativ heterosexuelles sein kann, sondern auch weil Sexualität in ihren unterschiedlichen Ausprägungen sowieso kein Gegenstand von Wertung oder Beurteilung sein sollte. Es ist einfach wie es ist. Neben Slutshaming beinhaltet das auch Kinkshaming. Nur weil ich jetzt Lingerie nichts ungewöhnlich aufregendes abgewinnen kann, heißt das ja nicht, daß ich anderen das absprechen, schlechtmachen oder sonstwie "vorwerfen" sollte. Insofern weiß ich auch, daß meine eingangs erwähnte Abwehreaktion gegen die Unterstellung, ich hätte eine sexuelle Affinität zu Wäsche, alles andere als unproblematisch ist.

Es ist irgendwie schwierig...

Was auf jeden Fall schon mal ein Schritt in die richtige Richtung wäre, um aus der "Objektfalle" rauszukommen wäre eine andere Form von Präsentation. Ungefähr zeitgleich zu dem Beitrag, der den Denkprozess zu diesem Post anstieß (Diversity & Sexuality: Talking About the Way We Talk About Victoria’s Secret bei The Lingerie Addict), durchsuchte ich bei tumblr den “Red Lingerie”-tag – inspiriert von Anja’s Rote Wäsche zu Silvester-Zusammenstellung – und neben dem ganzen expliziten Material das ich fand (es ist halt tumblr!) war kaum ein Bild dabei, das ich jetzt guten Gewissens hätte rebloggen wollen. Dabei waren meine Kriterien eigentlich nicht so wirklich revolutionär. Ich wollte ein Werbebild, das mehr auf das Gefühl der Frau mit sich selbst abzielt als implizite Einladung zur sexuellen “Benutzung” ist, also eine Darstellung von Subjektivität, von Aktivität, von Empowerment, von Selbstaneignung, von Zufriedenheit, Spaß, was auch immer. Irgendetwas *in* der gezeigten Person als Individuum, wozu ich mich in Verbindung setzten kann…

Dazu gehört auch die vielzitierte Diversity, also eben nicht nur die Abbildung von jungen, schlanken, weißen, able-bodied CIS-Frauen mit 0815-Brustgröße, die man bis zur Unkenntlichkeit gephotoshopped hat, sondern Women of Colour! Transfrauen! Dicke Frauen! Behinderte Frauen! Kleinbrüstige Frauen! Großbrüstige Frauen! Frauen mit Tigerstreifen! Frauen über 40! In verschiedenen Konstellationen! Go! Go! Go!

So wie die Dinge gerade liegen, ist ein schlecht ausgeleuchtetes tumblr-Selfie ungefähr 3ooomal sexier als die üblichen Werbebilder. Tatsächlich habe ich festgestellt, daß es mir hilft, andere als die üblichen Werbe-Körper in Unterwäsche zu sehen, um aus dieser Gleichsetzung von Dessous=Geschenkverpackung rauszukommen und den Spaß nachvollziehen zu  können, den viele an schöner Unterwäsche haben. Denn darum geht’s ja letztendlich.

So, es ist zwar noch längst nicht alles dazu gesagt, aber hier ist jetzt erst mal Schluß mit Bekenntnis.

Wie immer interessiert mich eure Meinung! Her mit den Kommentaren!

agent provocateur
Rosie Huntington-Whiteley in the Commercial Love me Tender for Agent Provocateur,
one of my favourite brands when it comes to sexist cliches (see rant linked below)
Very male-gazey but at least with a surprising turn...
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Best Of für Drüber und Drunter 2013

Das neue Jahr ist schon ein paar Tage alt, Zeit für einen Rückblick: Welche Marken und welche Blogs für Drunter habe ich entdeckt, die ich gern mit euch teilen möchte? Was waren meine liebsten BHs in 2013? Und was gab's an der Drüber-Front? Los geht's!


Best of Neue Marken für Big Cups 2013

2013 war einiges los auf dem Markt für größere Körbchen, denn mit All Undone (28-34 DD-GG), Harlow & Fox (30-38 D-G) und Tutti Rouge (28-38 DD-HH) gingen  gleich drei neue UK-Marken an den Start. Probiert habe ich davon bis jetzt All Undone und Tutti Rouge, Harlow & Fox ist leider weit außerhalb meines Budgets, sonst hätte ich schon längst ein paar BHs herbeordert!

Harlow & Fox Viola Longline Bra
Wenn ich gerade £189.00 übrig hätte, wäre das mein Favorit aus der Debütkollektion. So belasse ich es lieber beim Aus-der-Ferne-Anschmachten!


All Undone The Lola Bra

Dieses hübsche Modell liegt gerade in den Größen 32G und 32GG neben mir. Eine detaillierte Review folgt demnächst. Nur soviel vorab: Wir passen leider nicht zusammen.

Tutti Rouge Sophia in mint

Von Tutti Rouge habe ich die Modelle Lilliana, Frankie, Birds of a Feather und Sophia probiert. Bis auf Sophia, der zwar nicht optimal, aber noch am besten saß, waren die anderen Modelle leider viel zu flach und breitbügelig für mich. Ich hoffe, dass Tutti Rouge das in den nächsten Saisons ausbügeln wird, denn gerade im Bereich schmaler Umfang und große Körbchen sind eher schmalere Bügel und tiefere Körbchen gefragt.

Vorenthalten möchte ich euch die Marken trotz meiner Passformprobleme natürlich trotzdem nicht, denn für andere Brüste können die BHs schon wieder passend sein. Genauere Reviews und Empfehlungen, für wen die BHs etwas sein könnten, folgen demnächst!



Best of neu entdeckte Marken 2013

Okay, scheint der Kategorie oben drüber ähnlich zu sein, doch hier geht es um Marken, die es schon länger gibt, die ich aber erst 2013 entdeckt habe und die auch nicht auf Big Cups spezialisiert sind. Eigentlich sind es soviele tolle Marken, dass es den Rahmen dieses Posts sprengen würde. Ich versuche mich also zu beschränken und meine Favoriten waren:

Kiss Me Deadly Pink Alouette Set

Kiss Me Deadly hat mich zunächst mit seiner Werbung irritiert und ich habe die Marke nicht weiter beachtet. Unabhängig davon fing ich im Laufe des Jahres aber an, mich immer deutlicher für Strümpfe, Strumpfhalter und Vintage-inspirierte Unterwäsche zu interessieren und dann kam eines zum anderen: Ich bestellte versuchshalber den oben abgebildeten Pink Alouette Waist Cincher und als er eintraf und ich ihn das erste Mal anzog mutierte ich sofort zur Kiss Me Deadly Jüngerin!

La Lilouche Lara Body

La Lilouche hat mich mit seiner Frühjahrskollektion gefesselt, ich hätte so gut wie jedes einzelne Teil kaufen können, weil ich alles so hübsch fand. The Full Figured Chest hat einen schönen Bericht zu dieser Kollektion geschrieben. Entworfen und hergestellt werden die Sachen von Liya Amar, ihr könnt ihre Kollektionen übrigens über Etsy bestellen, sobald sie aus ihrem Mutterschaftsurlaub zurück ist.

Juju Lingerie Got It Morning Gown

Juju Lingerie gibt es tatsächlich erst seit 2013 und wurde von Stephanie Bebenroth, einer Berliner Jungdesignerin, gegründet. Ich finde das Farbzusammenspiel ihrer Debütkollektion "Varied Flirt" ehrlich gesagt hinreißend! Und nebenbei bemerkt sind Morgenmäntel letztes Jahr zu meinen liebsten Kleidungsstücken für daheim geworden.


Best of Lieblings-BHs 2013

Letztes Jahr haben sich die Marken Cleo, Masquerade und Ewa Michalak zu meinen Lieblingsmarken herauskristallisiert, mit denen ich am besten klarkomme. Vor allem Cleo schoss mit seiner Frühjahrskollektion den Vogel ab, denn ich habe gleich drei Modelle gekauft (Bella, Marcie und Meg). Leider sind mir Bella und Marcie in aquamarine mittlerweile zu klein geworden, aber Meg in coral spot passt immer noch hervorragend. Meiner allerliebstes Cleo-Lieblingsmodell 2013 ist aber dieses hier:

Cleo Marcie in purple

Marcie, oh, Marcie! Zum Glück fällt diese Farbe etwas größer aus, so dass es doch noch einen Marcie gibt, der mir passt! Dieses Modell hat eine für mich nahezu perfekte Bügelform und ist auch sonst so gut wie perfekt was die Kompatibilität angeht, bequem und - ebenfalls nicht zu verachten - auch optisch finde ich ihn toll. Ich habe sogar schon beim Hersteller nachgefragt, ob es die Bügel auch einzeln gibt, dann würde ich sie in jeden meiner BHs einbauen, leider ist das aber nicht möglich. Na ja, die Suche nach der passenden Bügelform wäre schon wieder einen eigenen Post wert, hier belasse ich es bei: mein Favorit 2013!

Ewa Michalak SM Trefl

Nicht der bequemste meiner BHs, denn die Träger schneiden bei längerem Tragen etwas vor den Armen ein, aber mein lieber Scholli, macht der ein Dekolleté! Mein Favorit für besondere Anlässe, tiefe Ausschnitte und ein richtig edel aussehendes Set!

Royce Darcey in damson

Auch ein bügelloser BH ist bei meinen Favoriten dabei, denn Darcey ist so bequem, gut formend und gibt außerdem guten Halt, dass er zu einem meiner liebsten BHs für daheim geworden ist!


Best of Blog-Entdeckungen 2013

Blogs zu lesen ist eines meiner täglichen Hobbys, am liebsten Blogs rund um Lingerie, BHs und Brafitting. Seit ich 2012 mit diesen Themen durchgestartet bin, haben sich einige Blogs auf meinen Lieblingslisten angesammelt und 2013 waren diese beiden meine liebsten Neuentdeckungen:


Babs ist eine kanadische Brafitterin, die für mein Empfinden sehr symphatische und verständliche Beiträge rund um die richtige Passform und Passformprobleme schreibt. Dabei schöpft sie bei ihrer praktischen Erfahrung aus dem Vollen und ich kann sie euch nur wärmstens empfehlen!


Durch Ambers Blog habe ich einige neue Lingeriemarken entdeckt (von Handmade Labels, die es auf Etsy gibt, bis hin zu Luxuslingerie), sie reviewt zudem BH-Modelle im Größenbereich 34F/FF, und ich mag v.a. ihre themenbezogenen Zusammenstellungen wie zuletzt White Christmas Inspired Lingerie.


Best of Drüber 2013

Obwohl ich mit 1,60m Körpergröße recht klein bin und meine Figur ziemlich kurvig ist, habe ich nicht den Eindruck, viel Schwierigkeiten beim Klamottenkauf zu haben. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich mittlerweile die Marken gefunden habe, die bei mir gut funktionieren. Vorranging sind das Mäntel und Hosen von Otto (AJC oder Arizona Jeans, oft auch in Kurzgrößen erhältlich), Oberteile und Trenchcoats von 3 Suisses, Oberteile von Heine und Mexx (Mexx-Blusen!) sowie Kleider von Boden. Eines meiner liebsten Kleidungsstücke 2013 ist für mich dieses Kleid gewesen:

Boden Marilyn Dress

Das praktische bei Boden ist, dass viele Kleidungsstücke in Petite Größen erhältlich sind und mir dadurch von der Länge gut passen. Gut, ich gebe zu, auf dem Bild kommt das Kleid nicht so gut zur Geltung, ich werde einfach bei meinem nächsten Post mal Bilder von mir im Kleid aus mehreren Perspektive zeigen.

 
Gabor Modell 75.630.27
 
2013 war auch das Jahr, indem ich anfing mir teurere Schuhe zu kaufen. Okay, während meines Studiums hatte ich dafür eh kein Geld. Jedenfalls stehe ich momentan im wahrsten Sinne des Wortes auf Gabor, weil viele ihrer Schuhe etwas weiter sind (G-Weite, falls euch das was sagt), bei mir in der sonst oft schwierigen Eintragezeit dadurch kaum bis gar nicht reiben und oft eine sehr bequeme, weil gepolsterte Innensohle haben (Hovercraft nennt sie sich). 2013 verstärkte sich bei mir auch die Tendenz, dass es mir nicht nur wichtig ist, wie Kleidung aussieht sondern auch wie sie sich beim Tragen anfühlt. Und es erinnert mich an passende BHs: Hat man einmal erlebt wie es sein kann, will man nicht mehr zurück. Und so geht's mir auch mit meinen neuen Schuhen.


Jetzt seid ihr gefragt: Was waren eure Entdeckungen und Favoriten egal ob Drüber oder Drunter im Jahr 2013? Und natürlich: Euch allen alles Gute für 2014! :)

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OT: 2013 im Rückspiegel

Ja, ganz innovativ poste ich heute auch mal was zum Jahresende.  Widerstand gegen die Rückblick-Befindlichkeit ist zwecklos. Immerhin kann ich so, während mit fortschreitendem Abend die (Böller-)Einschläge näher rücken, an beschauliche Sommerabende denken… und mich darauf freuen, daß morgen endlich alles vorbei ist. (Lang lebe der Aberglaube!)

Dezember ist immer so ein unerfreulicher Monat. Dunkel, kalt und dann auch noch Weihnachten. Trotz erklärter Grinchitude kann ich mich vom weihnachtlichen Besinnlichkeits-Konsum-Stress-Zirkus doch nicht so hundertprozentig abgrenzen wie mir das lieb wäre. Und als wäre der Weihnachtsliederterror noch nicht genug, macht sich parallel zum “Frohen Fest” auch noch alljährlich Endzeitstimmung breit: Dinge müssen entweder dringend noch ‘dieses Jahr’ oder auf keinen Fall vor ‘nächstem Jahr’ erledigt werden, man muß unbedingt noch einmal X und Y treffen und natürlich ist es obligatorisch die vergangenen Monate noch einmal Revue passieren zu lassen und die 1001 Rückblicke  zu konsumieren mit denen die Medien das Nachrichtenloch stopfen. Es fühlt sich an, als ginge die Welt unter. (Auch in Jahren, für die das nicht prophezeit wurde.)

Wie alle Rituale hat natürlich auch die Rückblickszeremonie sein gutes: man nimmt sich wirklich mal kurz Zeit, über sein Leben nachzudenken, so oberflächlich das auch erst mal sein mag. Stichwort gute Vorsätze.
Also was soll’s? Dann meditiere ich halt auch mal über die mehr oder weniger sinnvolle Frage, ob nun 2013 ein gutes oder ein schlechtes Jahr gewesen sei. Daß ich bei einem klaren weder noch rauskomme, heißt vermutlich, daß es schon ganz okay war. Unscheinbare Jahre schlägt man es letzten Endes dann doch immer irgendwie der Positiv-Bilanz zu, weil: immerhin ist nichts außergewöhnlich Katastrophisches passiert.

Und sonst so? Mal smalltalkmäßig zusammengefaßt, habe ich folgendes:

|Gesehen| Im Frühjahr hat es meine beste Freundin nach acht Jahren (!) vergeblicher Versuche geschafft, mich zum Supernatural-Gucken zu verleiten. Über Monate haben wir uns zusammen 6einhalb Staffeln reingezogen; den Rest habe ich dann mit meiner Mitbewohnerin gesehen. (Süchte greifen um sich, ihr kennt das!) Macht 181 Episoden à 40 Minuten, also 120einhalb Stunden. Mein größtes Fernsehprojekt aller Zeiten. An der Stelle bin ich immer wieder froh, daß ich nicht auch noch Computerspiele spiele, die ja auch mal locker mit 80 Stunden zu Buche schlagen... 
Auf den zweiten Platz kommt die Bond-Filmreihe, mit der eigentlich alles angefangen hat und mit der wir  natürlich immer noch nicht fertig sind. Eine Reise durch 50 Jahre Bond, das ist schon auch, äh, abenteuerlich. Irgendwo zwischen Nostalgie (Als ich klein war wollte ich auch Geheimagentin werden) und Ungläublichkeit (Das hat er jetzt nicht gesagt/getan?!), mit einer ordentlichen Portion Alkohol zur besseren Verträglichkeit, war da auch ein bißchen kulturwissenschaftlicher Erkenntnisgewinn dabei – I swear!
Artiest Film: Leviathan | Enttäuschendster Film: Pacific Rim | Überraschendst guter Film: The Heat | Zeitaufwendigster Film: The Hobbit – Meine Fresse, hat dieser Film ein cooles Fandom! Ich war echt geflashed – nicht nur von der Fan Art, sondern auch davon, wie vielfältig und divers und progressiv viele Fans sind. Neue Serien hab ich mir auch zu Gemüte geführt, namentlich: Elementary, Hannibal, House of Cards, Ray Donovan, Vikings. Noch auf der To Watch-Liste: Orphan Black.

 |Gelesen| Zeitlich gesehen, also von der Zeit die ich investiert habe, liegt hier – neben Unmengen von z.T. brillianter Tolkien-Fanfiction - auch wieder ne Serie vorne (war ja klar) und zwar Sandman Slim von Richard Kadrey. Aktuell bin ich beim 5. Band. Angefangen hat es als leichte Urlaubslektüre und das zieht sich jetzt so durch. Nach meiner Enttäuschung darüber wie schlecht die Hunger Games geschrieben sind und daß City of Bones gar nicht lesbar ist, hat das Fantasy-Reihen für mich erst mal wieder gerettet. Inhaltlich hätte ich mir einen bißchen weniger superheldenhaften Protagonisten gewünscht, das hätte die Serie auch vertragen, aber naja, irgendwas ist ja immer.
Neben dem zeitlichen Aspekt (wieviel Zeit verwendet man zum Lesen) gibt es noch den Impact-Faktor, also was hat mich am nachhaltigsten beindruckt: Maps & Legends, eine Essaysammlung mit dem Untertitel Reading and Writing along the Borderlands hat mich im Frühjahr sehr gerockt und dazu geführt, daß ich noch mehr von Michael Chabon gelesen habe, z.B. Gentleman of the Road und The Yiddish Policeman Union. Einen ähnlichen Liebhaberstatus hat eher schon Ende des Jahres Something Wicked This Way Comes von Ray Bradbury gewonnen. Ich hab schon mehrere Sätze begeistert laut verlesen.
Sonst kann ich mich gerade an nichts erinnern, was einen bleibenden Eindruck hinterlassen hätte…  Wie immer wenn ich so drüber nachdenke, viele Zeit ich mit Fernsehgucken verbringe und wieviel mit Lesen, dann kriege ich ein furchtbar schlechtes Gewissen. Guter Vorsatz fürs nächste Jahr also mal wieder: mehr lesen!

|Geschrieben| Wenn ich schon nicht sonderlich viel Zeit in Lesen gesteckt habe, dann hab ich doch wenigstens relativ viel geschrieben dieses Jahr.  Für drüber&drunter ist dabei leider nicht so viel abgefallen, aber immerhin haben wir wieder eine gewisse Regelmäßigkeit in der Posting-Dichte etabliert und eine neue Brabarella an Land gezogen. (Yey @MiaRose & Anja!) Die stärkere interne Kommunikation hat dabei auch sehr geholfen. Deadlines und Feedback sind einfach unschätzbare Motivationsfaktoren. :)

|Gehört| Bleibendste Eindrücke und höchste Frequenz geben sich hier die Hand: Circle Takes The Square – eine US-amerikanische Screamo-Band und Ashborer – US-amerikanische Hipster Blackmetal Band, beide auch live. Welcome to Night Vale – Podcast, der vorgibt eine Lokalradiosendung der fiktiven Wüstenkommune Night Vale zu sein, in der allerhand Schräges und Surreales vor sich geht. (tumblr-Hype)

|Gegessen| Ich habe – wie wahrscheinlich viele – so Phasen in denen ich gewisse Nahrungsmittel in rauen Mengen konsumiere, nur um sie dann wieder zu vergessen. Dieses Jahr auf den Top-Plätzen: Tortillawraps mit Salat, Balsamico-Creme, Räuchertofu-Aufschnitt, Ofenkäse,  Schokopuffreis und Avocados. Gekocht habe, ich wie man daran sehen kann, total uneinfallsreich, was wiederum auch ein Vorsatz für 2014 ist: wieder Rezepte lesen, neue Inspirationen holen und umsetzen.

|Getrunken| Wie immer unfaßbar viel Kaffee, hauptsächlich Americanos aus zwei verschiedenen Espressomaschinen und zwischendurch meiner Bialetti Brikka. Allerdings quasi keinen sortenreinen Kaffee dieses Jahr, obwohl das doch meine geheime Leidenschaft ist. | Alkohol wieder moderater, vor allem nach bösartigen Bemerkungen meines Mitbewohners, daß Alkoholismus wohl schon zu den Berufskrankheiten meines Jobs gezählt werden könne. Also keine Sektchen mehr sondern lieber mal ein Bier oder ein Glas Wein. Zum Jahresende: Wodkavorräte dezimiert.

|Getragen| Die Frage muß ich jetzt natürlich BH-mäßig auslegen – vor allem Jasmine und Indina Balconette von Panache; gegen Jahresende quasi nur noch den Envy.
Dazu, as usual, Leggings, Shorts, Spaghetti-Tops, Schlauchschals, Bikerboots, Jerseyboleros und neuerdings Fleecejacken. Ich bin echt modefaul. Und das bei dem Blogtitel/thema… (ächz) Für 2013, oopsie, 2014 muß das natürlich heißen, steht mal wieder ein Make-Over an – langsam wird es sogar mir zu langweilig!

|Geärgert| Über die eigene Naivität, verschwendete Energie, unangebrachtes “Durch- und Aushalten”, Leute, die ihre Bedürfnisse nicht auf dem Schirm haben, und natürlich wie jedes Jahr, den kritischen Status Quo und alle möglichen linken politischen Projekte und ‘TheoretikerInnen’, die sowas von reaktionär sind, daß sich einem die Nackenhaare kräuseln.

|Gefreut| Daß mein Gehirn wieder ordentlich läuft. Zwischendurch hatte ich schon das Gefühl völlig zu verblöden und nur noch die Aufmerksamkeitsspanne einer Fruchtfliege zu haben. Außerdem: Tolle Menschen! Und natürlich: über den schönen Sommer!

|Gedacht| Interessant daß man immer wieder neue Erkenntnisse über sich haben kann, obwohl man sich doch schon so lange kennt. Konkreter: ich habe relativ viel über den Zusammenhang von Energielevel und Extro/Introvertiertheit nachgedacht und festgestellt, daß ich andere Menschen oft anstrengender finde als ich realisiert habe. (Ich bin nicht sonderlich schüchtern)

|Gewünscht| Daß es mir endlich gelingt, die Weltherrschaft an mich zu reißen. Oder mir ein guter Alternativplan einfällt. ;-) Sonst würde ich auch ein Haus am See nehmen. Oder einfach einen weiteren guten Sommer. *daumendrück*

|Gestaunt| Daß mein Interesse für den Blog und BraFitting noch mal wiedergekommen ist. Ich hatte das schon völlig abgeschrieben.

|Gekauft| Nach Jahren der Verweigerung endlich ein Smartphone, womit ich dann auch endlich im aktuellen Jahrzehnt angekommen bin. Uff! Ich kann auch ganz stolz berichten, daß sich meine selbstauferlegte Handy-Etiquette bewährt hat und mich immer noch ganz normal mit anderen Menschen unterhalten kann.

|Geklickt| Nachdem es lange Zeit ebenso an mir vorbeigezogen ist wie die Smartphone-Geschichte, hat mich 2013 das tumblr-Fever erwischt. Ausgangspunkt dabei war mein wiedererwachtes Interesse an Fanfiction (AO3) und die Erkenntnis, daß man heutzutage einen tumblr statt eines Livejournals hat (ja, ich war der Entwicklung etwas hinterher). Danach habe ich recht stupide aber mit wachsender Begeisterung schöne Bilder, lustige GIFs , interessante Zitate, politische Rundbriefe und amüsante Wortwitze konsumiert. Und dabei auch echt noch was gelernt. (tumblr can be so educational!)

Habt ihr auch so einen Jahresrückblick geschrieben?
Für den Blog, das Tagebuch oder allgemein die Nachwelt?
War 2013 für euch eindeutig gut oder schlecht?

sommerabend-liepnitzsee
Ein perfekter Moment: Sommerabend am Liepnitzsee

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