Posts mit dem Label Bra Fitting werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Only Her - Bra Fitting-Studio in Berlin-Spandau, Eröffnung am Sa. 01.03.2014

Glücklicherweise haben mich Anja und Anne-Luise darauf hingewiesen, sonst hätte ich es gar nicht mitbekommen - unsere Busenfreundin Manuela von Only Her EU/Deutschland erweitert ab Samstag ihr online durch ein offline Angebot.
Zitat:
Es ist soweit!
Am 01.03. eröffnet OnlyHer.eu sein 1. BH-Studio mit professioneller BH-Beratung und Verkauf in Berlin. Sie finden uns in Spandau in der Seeburger Straße 85, Nähe Rathaus Spandau. Ich würde mich freuen, Sie am Eröffnungstag ab 10 Uhr bei einem Glas Sekt begrüßen zu können.
Liebe Grüße Manuela von OnlyHer.eu

Der Onlineshop bleibt natürlich weiterhin bestehen, die Ware kann dann aber nur noch Donnerstag, Freitag und Samstag verschickt werden.

Quelle: www.onlyher.eu
Only Her bei Facebook
Adresse bei Google Maps

Das sind ja tolle Neuigkeiten! Schon mal herzlichen Glückwunsch, Manuela!

Derzeit bietet Only Her folgende Marken an: Audelle (Lepel), Ava, Bestform, BiuBiu, Charnos, Cleo by Panache, Comexim, Dalia, Ewa Michalak, Fantasie, Freya, Krisline, Masquerade by Panache, Only Her, Panache Superbra, Pour Moi? und Royce
Das Größenspektrum liegt zwischen 60B und 90KK. Genaueres gibt euch sicherlich der Online-Shop aus. :)

Falls ihr noch mehr über das Angebot erfahren wollt, würde ich euch den zugehörigen Thread bei den Busenfreundinnen ans Herz legen: 13581 Berlin: Persönliche BH-Beratung (Bra-Fitting) von majumi

Posted in , , , , , , | Leave a comment

FAQ: Wie vermesse ich meine Brust?

In der Regel werden zur Bestimmung einer BH-Größe  zwei Meßwerte gefordert: einmal soll unter der Brust gemessen werden, indem man das Maßband relativ straff zieht, und dann noch einmal  locker an der umfangreichsten Stelle über der Brust (im BH).

Theoretisch setzt sich also jede BH-Größe aus zwei Faktoren zusammen: der Unterbrustbandweite (also dem Brustkorbumfang) und der Körbchengröße (dem Volumen der Brust). Die Idee dabei ist, daß man die Bandweite direkt 1:1 vom Brustkorbumfang ablesen kann, d.h. 75cm Umfang = 75 UBB, und daß die Körbchengröße sich dann aus der Differenz zwischen (Über-)Brustumfang und Unterbrustumfang ergibt, z.B. 94cm – 75cm = D-Körbchen.

Das ist auch der Grund, weshalb eine Körbchengröße nur in Verbindung mit dem Unterbrustband aussagekräftig ist: eine 65D ist beispielsweise drei Größen kleiner als eine 80D (sowohl im Cup als auch im Unterbrustband!).

Auf dieser Form der “Berechnung” aus zwei Werten basieren die meisten Tabellen und Größenrechner, die man im Netz so findet. Wenn es so einfach wäre, wäre ja alles prima, aber: [Spoiler] so einfach isses halt nicht.

Wenn man genauer hinsieht, dann wird es schon theoretisch schwierig, wenn die Zahlen nicht so glatt sind – welche BH-Größe wäre nun bei 73/95 die richtige? Und welche bei 77/93? Und praktisch blamiert sich diese “Berechnung” meistens völlig. So müßte ich z.B. soetwas wie eine britische 36 (80) FF tragen oder eine europäische 85G. Tatsächlich brauche ich aber eine 32 (70)J!

Im folgenden versuche ich mich an einer Erklärung, warum das so nicht funktioniert. Wem das jetzt zuviel theoretisches Rumgelaber wird >> hier geht's zum Fazit

skizze2



Die Problematik mit dem Messen 'an sich'

Problematik No 0:
Ganz unabhängig vom Messen gibt es kein für alle BHs einheitliches Größensystem, auch wenn Maßtabellen etwas anderes suggerieren. Am konsistentesten hat sich bisher das von den meisten britischen Marken verwendete System erwiesen, d.h. hier fallen BHs verschiedener Marken tatsächlich einigermaßen gleich aus, so daß sie zum Bra Fitting deutlich besser taugen als die sog. "europäischen Marken". Das schon mal vorneweg.

Problematik No 1 ist das Unterbrustband:
Hier stellt sich ziemlich schnell heraus, daß ein 75er Band für einen 75er Brustkorbumfang in der überwältigenden Mehrzahl aller Fälle a) bereits im Ruhezustand zu weit und b) auch noch zusätzlich elastisch ist. Die unterstellte Gleichsetzung von Meßwert und Bandweite funktioniert schon mal nicht.

Problematik No 2 ist der Brustumfang:
Eigentlich liegt es schon auf der Hand, daß aus einem Umfang ein Volumen bestimmen zu wollen irgendwie schwierig sein muß. Ein Mensch ist ja keine geometrische Figur. Nyad hat dazu in der Anfangsphase von drüber & drunter mal einen Beitrag verfaßt, der ganz gut illustriert, wo die Probleme liegen: Warum zwei Maße nicht ausreichen

Man sieht daran schon, daß die Meßergebnisse unterschiedlich zu gewichten sind: die Volumenbestimmung ist deutlich problematischer als das Ermessen des Unterbrustbandes – das eine ist ein theoretisches Problem, das andere eher ein praktisches; d.h. während die Korrelation zwischen Brustumfang und benötigtem Körbchenvolumen und dann noch sehr stark unterschiedlich ausfallenden Cups als Laie schlecht herzustellen ist, kann man bei der Bandwahl relativ leicht mit einbeziehen, daß BHs weiter ausfallen. Dazu muß man keine größeren theoretischen Überlegungen anstellen. Ein Band dehnt sich in der Regel um die 10, 15 Zentimeter, d.h. wenn man herkömmlich 75cm Unterbrustumfang mißt, kann man je nach Brustgröße auf jeden Fall ein 70er oder ein 65er Unterbrustband probieren. (Achtung: das bezieht sich jetzt nicht auf eine Meßung nach BF-Standard aka “so eng wie möglich”)

Zum Vermessenwerden im Fachgeschäft
- ein Qualitätsmerkmal für die Beratung?

Gegen das Ausmessen des Unterbrustumfangs kann man erst mal nicht viel sagen, sofern der Meßwert nicht 1:1 übertragen wird. Allerdings sprechen da auch meine eigenen Erfahrungen gegen die Verwendung eines Maßbandes: Als Brafitterin habe ich das mit dem Unterbrustumfang vermessen ein paarmal versucht, allerdings fand ich es für alle Beteiligten eher unangenehm - man  muß an die Person, die man vermißt, sehr nah herangehen und um sie herumgreifen, wobei sie entweder nur einen BH anhat oder gar keinen. Das empfand ich sehr stark als Eindringen in persönlichen Raum. Gleichzeitig muß man auch darauf achten, daß das Maßband dort entlang läuft wo es soll, plus, man kann gar nicht so dolle anziehen, weil man ja einer völlig fremden Person keine Schmerzen zufügen will. Ergo muß man vom eher locker gemessenen Ergebnis dann noch einige Zentimeter abziehen; zu einem solchen Ergebnis kommt man in der Regel auch über Augenmaß.

Wenn dagegen “live” (also in einem Geschäft) versucht wird, die Körbchengröße mit einem Maßband zu bestimmen, deutet das nicht unbedingt auf besonderes Know How hin. (Euphemismus) Gerade bei kleinen oder großen  Brüsten ist das Volumen oft nicht ‘ermeßbar’.

Als Frau ohne (theoretischen) Brafitting-Hintergrund ist das natürlich erst mal nicht bekannt. Ganz im Gegenteil gilt das Vermessenwerden quasi als “Non Plus Ultra” des BH-Anpassens und deswegen wird man als Live-Fitterin auch ganz oft von Frauen gefragt, ob man sie vermessen könne – den Zahlen wird dabei eine geradezu magische Qualität zugesprochen, was angesichts des undurchschaubaren, ja willkürlichen Wirrwarrs von Größen auch irgendwie verständlich ist. Das Dumme ist nur, daß sich zwischen Werten und Größe kein zwingender Zusammenhang herstellen läßt; die Wahrscheinlichkeit daß die Größe eines passenden BHs einen besseren Anhaltspunkt gibt, ist deutlich höher als daß man aus Meßwerten die richtige Größe eskamotiert, ableitet.

Es ist selbstverständlich nicht völlig unmöglich – die Frage ist nur, warum man in einem BH-Geschäft das Pferd so dermaßen von hinten aufzäumen sollte: wenn es ein einigermaßen ordentliches Sortiment gibt, kann man die richtige Größe doch viel leichter durch Ausprobieren finden. Es ist ja so, daß man beim Bra Fitting mit Konfektionsgrößen arbeitet und nicht - wie die deutsche Übersetzung BH-Anpassung suggeriert - maßanfertigt. (Ich denke, daher kommt die Idee bzw. das Mißverständnis mit dem Vermessen hauptsächlich).

Interpretation der Meßwerte und Online-Beratung

Hat man kein Fachgeschäft vor Ort und ist auf eine Beratung und eine Bestellung im Internet angewiesen, sieht die Sache natürlich gleich ganz anders aus. Die Brafitterinnen bei den Busenfreundinnen haben deswegen über die Jahre ein System ausgeklügelt, das Erfahrungen unterschiedlicher Größenbereiche mitberücksichtigt und daher ganz passable Ausgangsgrößen ergibt. 

Diese Ausgangsgröße ist dabei allerdings auch nur eine Schätzung, die sich meist aufs britische Größensystem bezieht (das einzige einigermaßen einheitliche, das uns bekannt ist, siehe Bemerkung oben und vgl. auch Lost in Translation) – ein Startpunkt von dem aus man sich zur richtigen Passform (optimale Kombination aus Größe und BH-Schnitt) vortasten kann.

Also auch bei den Busenfreundinnen wird nicht mit der Kristallkugel die einzig wahre Größe prophezeit sondern nur das gemacht, was eine Offline-Brafitterin auch tut: eine mehr oder weniger akurate Einschätzung abgeben, von der aus man dann per Trial & Error die eigentliche Suche beginnt.

Vielleicht ist es einleuchtender, mal wieder einen Schuhvergleich zu ziehen (ich liebe Schuhvergleiche!): man könnte alle Füße nach spezifischen Eigenschaften aufschlüsseln, bevor man sich ans Schuhe kaufen macht (und wer sog. “Problemfüße” hat, der*die muß das in der Regel auch tun): wie lang sind die Füße im Verhältnis zur Breite, wie hoch ist der Spann, wie dick die Fessel, wie sind die Zehen angeordnet etc. pp. Statt dessen geht man normalerweise in einen Laden (oder ist mutig und bestellt im Netz) und probiert. Mehr oder weniger unermüdlich in den üblichen Schuhgrößen (bspw. zwischen 40.5 und 39.5) bis man etwas gefunden hat, das paßt. Mit guter Beratung geht es evtl. schneller, aber ums Probieren kommt man nicht herum.

Dazu sagen müßte man vielleich auch noch, daß zur theoretischen Problematik der Interpretation der Werte auch noch ganz banal dazu kommt, daß es keine objektiven Standards für Meßwerte gibt. Als ich relativ frisch bei den Busenfreundinnen gelandet war, hab ich mich natürlich auch vermessen - und dann ein paar Wochen später Aqua (die Gründerin und Administratorin) persönlich getroffen und die hat meine Werte, vor allem die Unterbrustwerte, noch mal ganz ordentlich korrigiert. > D.h. Meßtechniken sind auch erst mal sehr individuell. Gerade wenn man selber mißt, ist es schwierig auf alles gleichzeitig zu achten: leere Lungen, volle Lungen, daß das Maßband gerade verläuft, an welcher Stelle man es ansetzt etc. 

Also, lange Rede, kurzer Sinn: Fazit

★ Wenn man die Möglichkeit hat, sich durch mehrere Größen durchzuprobieren ist das dem Messen immer und unbedingt vorzuziehen!

★ Wenn man bereits einen halbwegs passenden BH hat, ist es sinniger, sich durch eine Checkliste zu hangeln, um festzustellen wo die Probleme liegen (z.B. hier auf dem Blog: Woran erkenne ich ob ein BH paßt?  oder bei Lace.de)

★ Leider sind viele Marken scheinbar nicht in der Lage, Größen zu produzieren die mit denen anderer Marken vergleichbar sind. D.h. es kann gut sein, daß man je nach Marke völlig unterschiedliche Größen braucht.

★ Wenn man zur Inspiration, zum Vergleich oder aus Neugier eine Einschätzung haben möchte, die auf Meßwerten beruht kann man sich nach der Anleitung der Busenfreundinnen vermessen und
1. die bereits erfolgten Beratungen durchsuchen (Hier wird erklärt wie das geht: Alternative zur Erstellung eines Erstberatungsthreads)
2. einen Erstberatungsthread erstellen (Bitte nicht einfach aus Spaß, sondern nur wenn man’s ernst meint)
oder 3. die Daten in die SizeEmApp einfüttern. (Ein recht fortgeschrittener BH-Größenrechner von Ana und Vee, zwei BraFitting-Geeks aus Kroatien, wenn ich das richtig verstanden habe. Ach ja... die internationale "Boobosphere" ist schon toll.)

So, ich hoffe, mein Geschreibsel war einigermaßen überschaubar und mein Punkt ist einigermaßen rübergekommen: Don't trust the Tape Measure!

Bra Fitting ist trotzdem kein Buch mit sieben Siegeln. Man kann es auch einfach umdrehen und feststellen, daß es viel einfacher ist, sich mit einem Passformleitfaden durchzuprobieren.


Wie steht ihr zum Messen? Seid ihr skeptisch oder eher Anhängerinnen der Zahlen? 

Posted in , , , | 4 Comments

Woran erkenne ich ob ein BH passt?!

Spoiler: Auf die BH-Bügel achten! ;-)

Die Sache mit dem richtigen BH ist bekanntlich nicht so einfach: rund 80% aller Frauen sollen die falsche Größe tragen. So sagt man zumindest, denn obwohl völlig unklar ist, woher diese Zahl kommt, hält sie sich recht hartnäckig. Aber egal, wir schreiben ja hier keine wissenschaftliche Arbeit, da kann man auch mal eine gefühlte Statistik verwenden.
Angesichts dieses riesigen Prozentsatzes muß man sich natürlich fragen, wie diese Fehlerquote zustande kommt. So schwer kann es doch mit der richtigen Größe nicht sein, oder?! Immerhin hat mittlerweile fast jeder Online-Shop für Wäsche eine eigene Anleitung bzw. “Fehlerausschluß-Liste”. Ich fasse mal grob zusammen, worauf man in erster Linie bei der Passform achten sollte…

Die sechs Anfänger-Indizien:

► der Steg liegt an
Wenn der Steg nicht anliegt ist das Körbchen zu klein.

► keine Brötchen/Doppelbrust – der Übergang zwischen Brust und BH ist glatt
Wenn der Körbchenrand in die Brust einschneidet ist das Körbchen zu klein.

► das (Ober-)Körbchen wirft keine Falten
Wenn der Stoff Falten wirft, ist das Cup zu groß.

► Unterbrustband rutscht nicht nach oben und sitzt straff am Körper
Wenn das Unterbrustband im Rücken nach oben wandert, ist es zu weit.

► die Träger schneiden nicht ein bzw. tragen nicht das Brustgewicht
Wenn zuviel Gewicht an den Trägern hängt, ist das Unterbrustband zu weit.

► die BH-Bügel liegen auf den Rippen und nicht auf dem Brustgewebe
Wenn der BH vorne hochrutscht, sind i.d.R die Körbchen zu klein und das UBB zu weit.

Siehe dazu auch d&d: Der erste BH-Paßform-Check sowie bei der BH Lounge: Häufige Probleme und die BH-Checkliste

Verwendet man diese Liste, um festzustellen daß die bisher getragenen BHs gar nicht passen, ist das erst mal völlig unproblematisch. Schwierig wird es erst, wenn man versucht damit zu bestimmen, wie gut ein ‘gefitteter’ BH wirklich sitzt. Also wenn man quasi nicht falsi- sondern verifizieren möchte. ;-) 
Klassischerweise zeichnet einen gefitteten oder auf deutsch ‘angepaßten’ BH aus, daß er ein engeres Unterbrustband (UBB) und größere Körbchen hat als die bisher getragenen Exemplare (die Kombination aus zu weitem Unterbrustband und zu kleinem Cup ist der häufigste Fehler bei der Größenwahl). Tatsächlich neigen viele Frauen in der Euphorie der neuen Größe dazu, ins andere Extrem zu verfallen: statt zu kleine Cups/zu weite UBBs suchen sie sich zu große Cups und zu enge UBBs aus. (Das Phänomen ist auch bekannt als Umgekehrte Buchstabenphobie)

Nächste gute Frage: Warum fällt denn nicht direkt auf, daß die Größe falsch ist?
Die Antwort liegt auf der Hand: Weil alle oben genannten Kriterien erfüllt sind!

Daher muß man zur Beurteilung der Passform weitere Aspekte mitberücksichtigen. MiaRose hat Anfang des Monats in ihrem Beitrag Faktoren die die Passform beeinflussen bereits auf die Problematik hingewiesen, daß man von gemessenen Werten alleine noch nicht auf die richtige BH-Größe schließen kann, weil Brüste selbst noch eine Menge an variablen Eigenschaften mitbringen können.

Ein bekanntes Beispiel für Versuche, solcher Variablen habhaft zu werden sind die Einteilungen in Brustform-Typen wie bei den Busenfreundinnen (Typ 1, 2 und 3) sowie die Breast Shapes bei Reddit’s A Bra That Fits. Die Problematik dabei ist natürlich, daß man meist – mangels Vergleichsmöglichkeiten und Maßstab - erst mal überhaupt gar keinen Plan hat, wie man sich in solchen Aufteilungen verorten soll. Über die eigene Brustform und die jeweiligen BH-Schnitte und mögliche Inkompatibilitäten zu spekulieren, bringt einen da häufig  nicht unbedingt weiter.

Bei den Busenfreundinnen hat sich daher der BH-Bügel als erster Indikator für den richtigen Sitz etabliert wenn man mit der Anfängerliste nicht mehr weiterkommt. 

Welche Funktion hat der BH-Bügel?

Der BH-Bügel bildet die Grundfläche des Körbchens über dem sich das Cupvolumen wie ein Zelt aufspannt. Bei einem eher flachen Körbchen ist dieses Zelt eher wie ein Suppenteller, bei einem tiefen Körbchen gleicht es eher einem Longdrinkglas. D.h. im Verhältnis zur Tiefe des Cups bestimmt sich ob ein BH eher breit- oder eher schmalbügelig ist. Das Volumen sollte idealiter innerhalb einer Körbchengröße erst mal identisch sein.
Für die Anpassung eines BHs heißt das, daß der Bügel möglichst genau die Fläche umfassen sollte, auf der die Brust angewachsen ist (Brustbasis); die Brust wird über die Spannung des Körbchenstoffs stabilisiert und von der Unterbrustbandkonstruktion gehalten – so entfaltet der BH sein optimale Stützwirkung. Die folgende Grafik von Bratabase veranschaulicht, wie unterschiedlich groß diese Fläche sein kann:


Das ist natürlich nur ein Beispiel – Frauen sind alle unterschiedlich. Die Brustbasis kann also eher oval sein, z.B. hochoval oder längsoval, kreisrund und dabei eher klein oder eher groß, die Brust kann tief auf dem Brustkorb sitzen oder eher hoch, nah beisammen oder weit auseinander – das sind alles Faktoren, die man bei der Anpassung eines BHs berücksichtigen muß und über die konkret der Verlauf des Bügels Aufschluß gibt, denn ohne Maßstab ist es natürlich schwierig das herauszufinden.

Der erste wichtige Punkt auf den es zu achten gilt, ist daß der Bügel ausreichend breit ist, also wirklich um die Brust herumführt und nirgends auf dem Gewebe draufliegt. Ich bin mir mittlerweile sicher, daß die ominösen 80% dafür verantwortlich sind, daß Bügel-BHs einen so schlechten Ruf genießen, denn ein zu kleines Körbchen bedeutet natürlich in der Regel auch, daß der Bügel zu schmal ist und ins Brustgewebe drückt und piekst. Der dauernde Druck kann dann in schlimmeren Fällen zu Verhärtungen oder Entzündungen führen. (Wer hat Angst vorm Bügel-BH?) Unter anderem deswegen ist die richtige BH-Größe kein rein ‘kosmetisches’ Problem.

Damit man überhaupt einen aussagekräftigen Sitz des BHs erreicht, also die Passform wirklich beurteilen kann ist es selbstverständlich wichtig, den BH auch richtig anzuziehen – was man echt nicht oft genug sagen kann, denn auch das machen die meisten Frauen falsch und viele brauchen auch einige Versuche um zu verstehen, worum es geht. Also schön den 7-Punkte-Plan angucken, eine eigene Routine entwickeln und üben-üben-üben!

Smile with tongue out

Angenommen wir haben nun sichergestellt, daß alles Brustgewebe sich innerhalb des Körbchens respektive des Bügels befindet, kommen wir zum nächsten Schritt – der Bügelanalyse.
Ich hab mal versucht ein paar Probleme zu illustrieren. Leider ist die Umsetzung nicht so ganz gelungen, von meiner Methode mit der Hand eine Skizze anzufertigen und diese dann abzuphotographieren mal ganz abgesehen. Ich hoffe, man kann trotzdem einigermaßen erahnen, was ich zeigen will. Aber dafür gibt’s ja auch Begleittext…

Ausgangspunkt fürs Trouble-Shooting:
Der Bügel folgt nicht der Brustbasis.

Indizien dafür sind:
► unterhalb der Brustfalte sammelt sich noch Stoff
► der Bügel rutscht immer wieder nach unten
► der Bügel ist zu lang und piekst oben in den Arm/die Achsel
► der Bügel ‘reicht schon fast auf den Rücken’, ist also viel zu breit

Fall 1: Der Bügelverlauf ist zu schmal für die Brustbasis 

buegel zu schmal smll

Was ich versuche hier zu zeigen ist, daß der Bügel nach unten gedrückt wird, weil der Bügel zu schmal für die Brustbasis ist. Manchmal muß das gar nicht so viel sein – manchmal sieht man das nur an am Bügelende, das sich leicht ins Gewebe eindrückt, so daß eine kleine Delle ensteht. In der Regel fällt diese Form von Bügelproblem unter Orange im Glas. (Vgl. auch Orange im Glas – reloaded)
Häufig tritt dieses Phänomen bei Frauen auf, die eine eher längsovale Brustbasis haben. 


Fall 2: Der Bügel ist zu lang für die Brustbasis


Der Bügel liegt nicht in der Brustfalte, weil er einfach zu lang und U-förmig ist. Die Breite ist gar nicht so schlecht, nur die Form ist einfach suboptimal: durch die Länge pieksen die Bügel oben in die Achsel, man kann sie gar nicht so weit hochschieben, daß der Bügel unten in der Brustfalte ‘einrastet’.

Häufig tritt dieses Phänomen bei hoch angesetzen Brüsten auf. Erschwerend kommt hinzu, daß viele Hersteller sehr flache Schnitte (Minimiser) produzieren, die mit den Brusteigenschaften größerer Brüste (diese wachsen ja mehr in die Tiefe als in die Breite) nicht harmonieren.

In beiden Fällen wird wertvolles Körbchenvolumen an den Bereich unter der Brustfalte ‘verschwendet’, d.h. häufig bilden sich dort dann Falten und oben ist das Körbchen zu klein oder zu knapp, obwohl das Volumen theoretisch sogar passt. Hier liegt tendenziell eine Schnitt-Inkompatibilität vor.


Fall 3: Der Bügel ist einfach zu groß/breit


In  meinem dritten Fall ist der Bügel an jeder Stelle ziemlich weit vom Brustende entfernt. Man sagt dazu gerne “die Bügel reichen bis auf den Rücken”. Nun gibt es Frauen, gerade solche, die ein wenig dicker sind, bei denen an der Seite wirklich noch ganz viel Gewebe ist und die deswegen so breite Bügel brauchen, damit diese flach am Körper anliegen und nicht noch nach außen gedrückt werden. In meinem Beispiel soll die Brust (siehe gestrichelte Linie) aber sehr deutlich vor dem Bügelende aufhören – ohne nenneswerte Seitenspeckausläufer. 

Was leiten wir aber nun aus diesem Bild ab? Theoretisch kann es darauf hindeuten, daß ein BH sehr flach geschnitten ist, also die Volumenverteilung des Körbchens nicht mit der Brustform übereinstimmt. Allerdings es oft quasi unmöglich das ohne eine Vergleichsgröße herauszufinden, denn durch die zu breiten Bügel verschiebt sich die ganze Beurteilungsgrundlage.

► Breite Bügel verlängern künstlich das Unterbrustband, es wirkt dadurch länger als es wirklich ist.

► Unterbrustband und Körbchen können nicht ihre ideale Stützwirkung entfalten, weil der Cupstoff nicht durch die Brust “aufgespannt” wird. Häufig führt das dazu, daß man zusätzlichen Halt über die Träger erzeugen muß.

► Die tiefste Stelle des Körbchens verschiebt sich nach außen; so werden die Brüste entweder stark nach außen gedrückt oder der BH ist in Stegnähe zu flach und die Brust fällt zur Mitte aus dem BH, wodurch er wiederum zu klein (!) wirkt.


► Die Bügel neigen dazu, am äußeren Rand auf die Rippen zu drücken, weil sie zu tief nach unten reichen. Gleichzeitig pieksen sie oft in Achseln und Arme.

 
► Die Träger rutschen ebenfalls sehr weit zur Seite, wodurch der BH unter den Armen zu hoch sein kann und entweder der Stoff und oder die Träger reiben und einschneiden. (aka “Seitenproblem”)

Kurz: es wird sehr schwer abzuschätzen, ob der Schnitt einfach nicht zur Brust paßt oder ob es sich um die falsche Größe handelt, d.h. ob nicht der Großteil der genannten Problematiken sich durch eine kleinere Körbchengröße und evtl. ein weiteres Unterbrustband lösen ließen. Indizien für ein zu großes Körbchen wären z.B. ein Unterkörbchen das im Verhältnis zum Oberkörbchen so groß ist, daß eine oben abgeflachte Form entsteht oder einfach, daß der BH sehr bedeckend ist. (Rollkragen-BH)

Meiner Meinung nach ist es also am einfachsten, bei der Suche nach einer passenden Größe und einem passenden Modell erst einmal darauf zu achten, daß die Bügel möglichst gut zum Verlauf der Brustbasis passen – wenn das abgehakt ist, kann man sich den Fragen widmen, ob die Tiefe des Körbchens stimmt und ob die Volumenverteilung des Cups mit der Brustform harmoniert. 

Möglichst gut heißt natürlich immer, daß man erst mal austesten muß, was der Markt hergibt – BHs werden in der Regel ja nicht maßgefertigt sondern als Konfektionsware mehr oder weniger gut auf die durchschnittlichen Bedürfnisse der Zielgruppe hin konzipiert. D.h. mit etwas Glück findet man eine Marke oder ein paar Modelle, die den eigenen körperlichen Voraussetzungen recht nahe kommen. Man kann natürlich aber auch Pech haben und nichts finden, was gut funktioniert. 

Allerdings scheint es so eine Tendenz zu geben, wenig mit Größen zu experimentieren und statt dessen sehr vorschnell zu einem Inkompatibilitätsurteil zu kommen, also eher zu sagen “Daß es nicht paßt liegt am Schnitt” als “Daß es nicht paßt, liegt an der Größe”. Ich habe das des öfteren bei den Busenfreundinnen in der Galerie beobachtet, aber auch in der Brablogosphere kommt das häufiger vor. Und sogar beim Live Fitting ist es schon passiert, daß nach einem Fehlversuch mit einer Größe eines Modell die Motivation es noch einmal mit einer anderen  zu versuchen, deutlich sowohl bei Kundin als auch Brafitterin nicht mehr richtig in Frage kam. Dabei hat ja gerade Offline-Fitting in der Regel den riesigen Vorteil, daß man sich problemlos und zeitnah durch weitere Größen eines Modells probieren kann, während das bei allen die auf Onlineshopping angewiesen sind schwierig ist. (Denn wer bestellt schon immer vier, fünf Größen zum Vergleich?)

Keine Ahnung, warum da so viele Frauen zum Fatalismus neigen. Ich kann nur zu mehr Experimentierfreunde raten. Bra Fitting funktioniert in der Theorie nämlich leider immer nur so lala.
So, das war jetzt mein letzte theoretische Bra Fitting-Abhandlung des Jahres. Ich hoffe, ihr konntet einigermaßen folgen und es bringt euch so ein bißchen was. Über Nachfragen und Kommentare freu ich mich natürlich wie immer.
 

Endnotizen:
Gute Hinweise wie man herausfindet, wo die Brust zu Ende ist gibt es im BraWiki der Busenfreundinnen.

Einen ganz großartigen, sehr ausführlichen Passform-Check hat Anna vor ein paar Wochen auf Bras and Body Image veröffentlicht: Troubleshoot your bra size [englisch]

Auch noch mal ein Hinweis auf einen sehr interessanten Gastbeitrag bei Lingerie Addict, Bra Wires 101 – A Basic Guide by Lyzzy Beswick. [englisch]

Posted in , , , , , , , , | 2 Comments

Von Alltags-BHs, Fullcups und Rückenschmerzen

Eigentlich arbeite ich seit längerem an einem Passform-Check für Fortgeschrittene, der an MiaRose’s Beitrag Faktoren die die Passform beeinflussen anschließen soll. Uneigentlich bin ich gerade zu unkonzentriert umd das ordentlich zu strukturieren und zu durchdenken. Deswegen habe ich mal wieder ein Übersprungsthema aus der Schublade geholt: die Gemütlichkeitsfrage.

Die richtige Größe und ein passender Schnitt müssen nämlich noch nicht bedeuten, daß sich ein BH im Alltag bewährt. Ihr kennt das vielleicht – traumhaft schönes Modell, ihr probiert an, es paßt, es formt toll, alles ist prima. Und dann nach einem Tag tragen (oder manchmal erst nach mehreren) kommt das böse Erwachen – der BH zwickt und zwackt, oder, am allerschlimmsten, er verursacht Nackenverspannungen.

Während man dem Zwicken und Zwacken häufig mit allererlei Tricks Herr werden kann (BH-Verlängerer, Abpolstern von kritischen Stellen etc.) ist gegen die Verspannung kein Kraut gewachsen. Man kann es natürlich mit Schulterpolstern versuchen (gibt es bspw. aus Silikon) um den Druck etwas besser zu verteilen, aber das deutet schon aufs eigentliche Problem hin: es hängt zuviel Brustgewicht an den Trägern. 

Was zuviel ist, ist natürlich individuell unterschiedlich – einige Frauen sind da sehr empfindlich, andere gar nicht. Vermutlich hängt es auch einfach an der individuellen Anatomie, ob der Träger tendenziell über eine sehr sensible Stelle läuft oder nicht. 

Jedenfalls wäre mein Ratschlag, gerade bei BHs die ihr oft tragt darauf zu achten, daß die Konstruktion stabil genug ist, den Hauptteil des Brustgewichts abzufangen. Bei Balconette-Schnitten, die sehr stark heben, ist das häufig nicht der Fall. Ihr könnt dazu einfach mal versuchen, den BH ohne Träger zu tragen – ich mach das manchmal im Sommer beim Sonnen, daß ich die Träger von BH und Spaghetti-Top runterstreife und eine Weile so rumsitze, auch mal aufstehe und mich ein bißchen bewege. Wenn das mit einem BH nicht geht, weil er sofort komplett nach unten wegrutscht/-klappt, hat man schon einen Kandidaten, der tendenziell Probleme bereitet. 

Die heftigsten, BH-bedingten Verspannungen meines Lebens habe ich mir in einer Phase zugezogen, als ich quasi ausschließlich drei Plunge-Modelle (1. Generation) von Ewa Michalak getragen habe – die Form und der '”Uplift” (Hebewirkung) waren phantastisch, aber nach zwei Wochen oder so hatte ich einen Nacken aus Stein und taube Stellen am Arm. Zähneknirschend mußte ich mir damals eingestehen, daß die Teile zwar mal toll für einen Tag sind, aber pausenlos tragen einfach nicht drin ist.

Seither habe ich ein genaueres Auge darauf, wo gerade das Problem für Verspannungen liegen könnte (neben dem BH-Modell sind die Klassiker zu wenig Bewegung, zuviel Schreibtisch, Psychosomatik, mal wieder zu viel auf Barhockern rumgeflezt oder auf dem Bauch im Bett gelegen und in mein Laptop getippt). Wenn ich merke, daß es mal wieder kritisch wird, greife ich auf folgende Modelle zurück: den Freya Deco Strapless, den ich i.d.R. mit überkreuzten Trägern trage, einen alten Panache Harmony FullCup und alle möglichen Klone des Panache Ariza (Saffron, Elsa).

Wie wahrscheinlich viele greife ich sonst eher zu balconette-igeren Schnitten – meine große Liebe galt lange dem Cleo Lizzie (leider ist er mir gerade ein Cup zu klein). Abgelöst wurde diese Leidenschaft durch meine Euphorie für den Panache Jasmine. Beide sind jetzt keine Übeltäter was Verspannungen angeht, aber wenn ich schon angeschlagen bin, helfen sie mir auch nicht weiter. Daher mein Pladoyer für Fullcups (zu deutsch: Vollschale). Der Clou an einem Full-Cup ist, daß ein großer Teil der Stabilität aus dem Unterkörbchen kommt, was häufig zu einem eher moderaten Hebe-Effekt führt, aber eben auch dazu, daß die Träger wenig belastet werden.

Klassische Vollschale mit eher mittig angebrachten Trägern. Ist eher selten bis kaum zu finden.

 


Weiter verbreitete Mischform mit Tendenz zum Balconette-Schnitt. der Träger ist meist relativ weit außen, aber noch am Obercup angebracht. Ein bekanntes Beispiel für diesen Schnitt wäre der Tango von Panache.



Sehr verbreitete Form des Fullcups mit Seitensichel/ -stütze (Side-Support), ebenfalls häufig mit recht weit außen angebrachten Trägern.

 Illustrationen von Avocado.com.pl

Auf den internationalen BraBlogs wird viel über die optimale Passform bei “Full on top breasts” geschrieben und weshalb klassische Full-Cup-Schnitte für die Brustform häufig suboptimal sind. Ein super Beitrag dazu ist Why Do Full-On-Top Boobs Look Pointy in Full-Cup Bras? auf Bras I Hate & Love. Ich würde da weitestgehend zustimmen (wobei der gezeigte Loretta ein besonders extremes Beispiel und ziemlich eindeutig zu klein ist). Allerdings finde ich es vertretbar, zugunsten des Komforts Abstriche bei der Kompatibilität und der Form zu machen (und den BH ggf. eine Nummer größer als andere Schnitte zu wählen). Daß ein Ariza nicht so rund formt wie ein Marcie: geschenkt! Wenn gerade mal wieder Aua-Aua-Alarm ist, ist mir das herzlich egal. 

Ein BH ist in erster Linie Unterwäsche, d.h. auch unattraktivere Modelle sind unterm Pulli nicht als solche erkennbar (höchstens wenn sie ausgeprägt raketig formen). Insofern ist es auch wichtig, manchmal nach Pragmatik zu entscheiden und ästhetische Kriterien außen vor zu lassen. Ausgerechnet die vielgeschmähten Full-Cup-Schnitte sind nämlich manchmal echt eine gute Sache. Wer z.B. ins Größenspektrum von Elomi fällt und noch nie ein Modell der Marke probiert hat, sollte mal sein Glück versuchen – es könnte sich lohnen. 

Vielleicht noch ein Wort zu den vielfach bevorzugten Schalen-BHs – der Irrtum, eine Schale gebe mehr Halt als ein BH aus einfachem Stoff, hält sich recht hartnäckig. Grundsätzlich ist dem nicht so: ein Stoff-BH kann genauso viel oder auch mehr Support geben wie/als ein Schalen-BH. Mein Eindruck ist eher, daß viele Schalen-BHs ‘schnittbedingt’ in sich nicht so stabil sind, daß den Trägern nicht doch noch eine signifikant tragende Funktion zukäme – d.h. daß es letzten Endes auch wieder an der Form liegt und nicht so sehr am Material wieviel vom Brustgewicht ein Modell über Körbchen und Unterbrustband abfangen kann.

Wer die Möglichkeit hat: häufiger mal das Modell wechseln ist - wie bei Schuhen auch - immer eine gute Idee.

Was ist euer liebster Alltags-BH?


Meine Perspektive: ich trage gerade die BH-Größe 32J, die besagten Ewa Michalak-BHs sind 70Ks und der Deco Strapless paßt mir in 34GG (32H/HH wäre sicherlich noch besser, gibt es aber leider nicht.)

Weiterführend:  

Posted in , , , , , , , | 2 Comments

D: Faktoren die die Passform beeinflussen

Auch gute Größenrechner liegen mal daneben. Warum ist das so? Ich weiß noch, wie ich am Anfang meiner Fittinggeschichte auf einen Rechner stieß der sehr oft empfohlen wurde und dann dachte prima, endlich kann es losgehen. Ganz so einfach war es dann aber doch nicht. Denn es gibt viele Faktoren die den Sitz eines BHs und die Größe beeinflussen, die wenig mit dem gemessenen Unterbrustumfang (UBU) oder Brustmaß zu tun haben. Das erklärt auch warum auch zwei Frauen mit exakt gleichen Maßen im selben BH unterschiedliche Größen tragen.

(Kopflose und armlose) Vogelperspektive -
oben eine breite, unten eine schmale Brustbasis
Breite der Brustbasis: Die Brustbasis ist die Fläche auf der das Brustgewebe am Oberkörper ansetzt. Eigentlich ist es ganz einfach: Eine breite Brustbasis, also eine solche die horizontal viel Platz auf dem Brustkorb einnimmt, braucht breite Bügel. Wie weiß mensch denn aber ob mensch eine breite Brustbasis hat? Zieh deinen BH aus und drück deine Brust mit der Hand leicht gegen den Brustkorb und dann in Richtung Achsel. Es sollte sich eine Falte bilden. Mal diese nach. Wo verläuft diese Linie im Vergleich zum Abdruck des Bügels? Wenn der Bügel vor der Linie liegt ist er zu schmal. Liegt er dahinter ist er zu breit. Tendenziell sind kleine Brüste eher Breitbrüste, während große Brüste oft eine schmale Brustbasis haben. Eine breite Brustbasis braucht auch oft flachere Körbchen, weil sich das Volumen auf einer größeren Fläche verteilt, während eine schmalere Brustbasis tiefere Körbchen braucht. Allerdings kann auch ein Mensch mit schmaler horizontaler Brustbasis ein relativ flaches Körbchen brauchen, wenn die Brustbasis sehr hoch reicht.





  Höhe der Brustbasis - Gleiches Volumen, unterschiedliche
Volumenverteilung; Oben von links: mehr, gleich viel,
wenig Volumen im oberen Bereich; Unten von links:
Wenig und viel Volumen im oberen Bereich
Höhe der Brustbasis: Hier geht es darum wie hoch das Brustgewebe reicht, bzw. wie groß die vertikale Brustbasis ist. Wenn ich meine Brust anhebe und leicht gegen den Brustkorb drücke, dann fühle ich Brustgewebe bereits kurz unter dem Schlüsselbein. Es entsteht außerdem eine Wölbung nach außen. Ich habe also eine hoch reichende Brustbasis, bzw. mein Brustvolumen ist im oberen Bereich. Bildet sich eine prominente Falte, ist das meiste Volumen wahrscheinlich im unteren Bereich. Brüste mit viel Volumen im oberen Bereich brauchen offene Schnitte. Das heißt Halfcups und Plunges und einige Balconettes funktionieren, Full Cups dagegen schneiden oft ein. Diese funktionieren dafür oft gut an Brüsten mit viel Volumen im unteren Bereich. Eine andere Methode um die vertikale Verteilung des Brustgewebes auszumachen ist es die Form der Brust in Relation zu der Position der Brustwarze zu setzen. Brüste mit großer vertikaler Ausdehnung sind klar tropenförmig. Die Brustwarze befindet sich in der unteren Hälfte des Tropfens.  Brüste die eher schanzenförmig aussehen oder Brüste bei denen die Nippel in der oberen Hälfte sitzen haben mehr Volumen im unteren Bereich. 

Quetschbarkeit des Brustkorbs/Lungenvolumen: Diese beeinflusst maßgeblich das Maß des UBUs. Dickere Frauen haben oft mehr Gewebe am Brustkorb und brauchen daher oft kleinere UBBs (Unterbrustbänder) als ihre Maße vermuten lassen. Sie sind also quetschbar. Muskulöse oder sehr schlanke Frauen haben dagegen oft wenig Gewebe, das sich quetschen lässt. Sie fühlen sich öfters mit UBBs wohler die gleich oder sogar größer als ihr UBU ist. Lungenvolumen spielt häufig ebenfalls eine wichtige Rolle, wenn es um das Messen des UBUs geht. Viele Rechner verlangen, dass man ausatmet beim messen. Ausdauersportler aber haben ein weitaus größeres Lungenvolumen als andere Menschen. Wenn so jemand ausatmet und misst wird der Umfang deutlich geringer sein, als bei anderen Menschen. 

Konsistenz des Gewebes: Menschen haben unterschiedliche Verhältnisse von Drüsen- zu Fettgewebe in der Brust. Manche Brüste sind daher fester als andere. Weiche Brüste können stärker komprimiert  werden. Meine weichen Brüste stören mich zum Beispiel gar nicht wenn ich auf dem Bauch schlafe. Weiche Brüste tendieren dazu aus Plunges herauszufließen und verlieren gerne mal den Kampf gegen die Körbchenkonstruktion. Außerdem verändern sich Brüste im Verlauf des Lebens zum Beispiel während und nach der Menopause.  

Empfindlichkeit: Manche Menschen ertragen auf Grund verschiedener Erkrankungen (z.B. Fibromyalgie), wegen einer Operation oder des Alters keine engen Bändern. Anderen dagegen entlockt ein enges Band nur ein müdes Lächeln. 

Persönliche Präferenz: Menschen mögen unterschiedliche Dinge und legen unterschiedliche Maßstäbe an. Manche mögen enge UBBs, manche nicht. Manchen ist Ästhetik wichtiger als Funktionalität, machen nicht. 

Schwanger/Stillend: Hier habe ich selbst keine Erfahrung, aber Brüste verändern sich rasant in der Schwangerschaft und danach. Brüste die zum Stillen genutzt werden, verändern Größe und Konsistenz ja fast stündlich. Einen wunderbaren Text zur Thematik hat Nyad im Busenfreundinnenforum verfasst: Entwicklung der Brust in Schwangerschaft und Stillzeit

Marken/Modelle: Gleichzeitig sollten auch nicht vergessen werden, dass Marken und selbst Modelle der selben Marke unterschiedlich ausfallen. Ich trage in Ewa Michalak zum Beispiel meist 34E (aber auch 32F) in Freyas auch gerne mal 30G.

Das ist eine verkürzte Darstellung und natürlich . Sicherlich könnte mensch zu jeder dieser Variablen noch einen eigenen Blogpost verfassen. Außerdem können die Faktoren natürlich interagieren. 

Habe ich, eurer Meinung nach, irgendetwas vergessen? 

Posted in , , , , , , , , , , , | 1 Comment

Link-Tip: der BH-Lounge Blog, heute "Schwestermodelle"

Ihr könnt euch vielleicht an das Interview erinnern, das MiaRose Ende letzten Jahres mit Anne-Luise geführt hat? (Falls nicht, hier noch mal zum Nachlesen: BH-Lounge Teil 1 + Teil 2) - Anne-Luise hat sich vor einem Jahr als Bra Fitterin in Hannover selbstständig gemacht, ihr Projekt heißt die "BH Lounge" . Seit September schreibt sie auch einen Blog, den ihr unter


findet und auch direkt über Blog Lovin' abonnieren könnt.

Nun gibt es extrem wenige Frauen, die sowohl über praktische Erfahrung im Live-Fitten als auch den theoretischen Hintergrund der Busenfreundinnen verfügen - und schon deswegen möchte ich euch den Blog sehr ans Herz legen. Wir auf drüber&drunter haben eine sehr ähnliche Herangehensweise ans Thema und wir freuen uns sehr, daß wir nun noch eine neue Perspektive in der deutschen Blogosphere begrüßen dürfen. (An der Stelle auch noch mal ein Hinweis an die anderen beiden Bra Fitting Blogs, denocte's Kurvendiskussionen und BraBerliner's Gynäkomastie-Blog)

Apropos familiäre Beziehungen:
Der neueste Beitrag auf dem BH Lounge-Blog ist eine Erklärung der Begrifflichkeit Schwestermodelle, die in der Kategorie BH Lexikon gepostet worden ist. Ich gehe daher mal davon aus, daß das eine Reihe wird. Yey! :)

Ganz im Ernst, das ist wirklich total hilfreich. Gerade wenn man sich nur in der Online-Community herumtreibt, verliert man oft den Bezug dazu, wieviel eine Frau, die sich noch nie damit beschäftigt hat, über das Thema BH-Anpassung weiß, nämlich meistens nicht sehr viel. Nun ist nicht nur das Thema an sich schon ziemlich komplex, häufig werden Infos dazu auch so vorgetragen, daß man erst mal nur Bahnhof versteht: Brötchen? Orange im Glas? Buchstabenphobie? WHAT?!!

Im Lauf der Zeit, mit fortschreitender Theoretisierung und Analyse von Bra Fitting und Passform, haben sich bei den Busenfreundinnen immer mehr Fachbegriffe etabliert, die für den Laien z.T. völlig unverständlich sind. Regelmäßig festzuhalten, was nun was bedeutet ist aber nicht nur für eine Außenstehende wichtig, die sich zum ersten Mal mit BH-Passform und richtiger Größe beschäftigt, sondern auch zur Selbstvergewisserung notwendig: nur so kann man überprüfen ob Theorie und Praxis überhaupt noch übereinstimmen oder man theoretische Versatzstücke mit sich herumschleppt, die praktisch längst widerlegt wurden. (In eigener Sache: auch wir haben in letzter Zeit wieder ein bißchen an unserem Glossar gebastelt.)

Aber ich drifte schon wieder ab. Noch eine weiter Anmerkung zum Thema "Basiswissen":
Im Oktober hat Anne-Luise schon eine kleine Reihe zum "Pink October" veröffentlicht, zu dem auch ein Beitrag zum Brust-Abtasten gehört, den ich euch wärmstens empfehlen möchte: Brustkrebsvorsorge auf dem Sofa – eine Anleitung

Habt ihr auch manchmal Probleme mit dem BF-Vokabular?
(Fragen sind übrigens jederzeit willkommen... :))

http://blog.bhlounge.de
BH Lounge - Endlich passende BHs
Brafitting und Passformberatung in Hannover
Website: http://www.bhlounge.de
Blog: http://blog.bhlounge.de
Twitter: http://twitter.com/bh_lounge

Posted in , , , , , , | 3 Comments

Elomi – eine kurze Vorstellung

Kürzlich wurde mir beim Schmökern bei den Busenfreundinnen mal wieder bewußt, daß die Marke Elomi – völlig unverdienterweise - ein ganz schönes Schattendasein führt. Naja, vielleicht übertreibe ich ein bißchen, aber mir kommt es zumindest so vor also ob die meisten Frauen erst mal BHs von Bravissimo, Cleo, Curvy Kate, Freya oder Panache ausprobieren, bevor sie einen Versuch mit Elomi unternehmen.

Über die Gründe kann ich nur spekulieren: es mag mit der nicht so guten Verfügbarkeit/Marktabdeckung zu tun haben, mit den vergleichsweise höheren Preisen, mit den nicht so ansprechenden Designs oder aber auch mit dem ‘Makel’ eine Plus-Size Marke zu sein. (Elomi bietet Bandweiten von 34/75 bis 48/110 und Cups von D bis K an)

Irgendwie ist jedenfalls Elomi für alle, die eine größere Wahl haben (also nicht in den Unterbrustband-Bereich von 38/85+ fallen), nicht die erste Anlaufstelle für einen gut sitzenden BH.

Nun kann man natürlich bei fast allen Frauen feststellen, daß der Übergang vom etwas planlosen Kaufen der ‘gefühlten BH’-Größe zum ‘gefitteten’, soll heißen gut angepaßten BH erst mal etwas holprig verläuft und zwar einfach deswegen, weil man viel von dem, was man bisher über BHs zu wissen glaubte noch mal hinterfragen muß. So tragen z.B. viele Frauen einfach keine Bügel-BHs, weil sie diese grundsätzlich für unbequem halten. Andere glauben daß bei einer größeren Brust nur Schalen-BHs ausreichend Halt geben können. Wieder andere sind der Meinung, daß Schalen-BH notwendigerweise die Brust optisch vergrößern.

Die Herausforderung an einen neuen, passenden und bequemen BH besteht aber nicht nur darin, alte Vorurteile (z.B. daß es sich bei Bügel-BHs um Folterinstrumente handeln muß)  zu widerlegen sondern auch neue und manchmal ziemlich hohe Erwartungen zu erfüllen: bequem, das perfekte Dekollete, die gewünscht runde Form, Schale steht bekanntlich auch hoch im Kurs und dann kommen die Farbwünsche: weinrot, mitternachtsblau, schokobraun, etc. Kurz, der neue BH muß die Wäschevariante der eierlegenden Wollmilchsau sein.

Das Sortiment von Elomi scheint angesichts der Vielzahl von Bedürfnissen, die man im Rahmen eines Bra Fittings (wieder)entdecken kann, auf den ersten Blick eher klein – ein paar unscheinbare Basics, einige Designs jenseits des üblichen ‘französischen Lingerie-Chics’… vielleicht nicht unbedingt was man sich so vorgestellt hat. 

Tatsächlich ist die Crux mit den gefitteten BHs aber, daß die Anzahl der gut konstruierten Modelle oder kompatiblen Schnitte sich oft doch als unerwartet klein herausstellt. Daß ein Modell in einem gewissen Größenbereich angeboten wird heißt nämlich leider nicht unbedingt, daß es auch funktioniert. Gleichzeitig ist auch ein gut angepaßter BH keiner, der einem auf den Leib geschneidert wurde. Unter Umständen muß man also doch wieder Kompromisse eingehen. Der Trick ist sich einzugestehen, wo man guten Gewissens Abstriche machen kann und wo keinesfalls. 

Und genau an der Stelle kommt meine große Lobrede an Elomi: Die Passform der überwältigenden Anzahl der angebotenen Modelle  ist schlicht und ergreifend großartig. Sogar in schwierigeren Bereichen, also in den richtig großen Cups, schlägt sich Elomi vorbildlich. Sonst kann da eigentlich nur noch Panache (Superbra) mithalten – wo Freya und Fantasie keine ausreichende Stabilität mehr bieten, legt Elomi eigentlich erst so richtig los.

Das heißt aber wiederum nicht, daß Elomi nicht schon in kleineren Cup- oder Bandgrößen eine gute Wahl sein kann. Im Gegensatz zu den oft sehr langbügeligen und sehr festen Panache-Modellen sind die BHs von Elomi elastischer und bequemer ohne deswegen instabil zu sein. 

Wer also bisher mit gefitteten BHs wenig Glück hatte und sich so herumquält, dem würde ich unbedingt ans Herz legen, Elomi mal eine Chance zu geben. 

Zum Testen würde ich empfehlen die Modelle Caitlyn, Rita und ein ‘bandless’ Modell (also Schnitt ohne durchgehendes Unterbrustband, bspw. Abi, Hermione/Amelia, Eva) zu versuchen, damit gewinnt man einen ganz guten Überblick über die produzierten Schnitte.

2013-10-06 19.12.552013-10-06 19.13.302013-10-06 19.13.57
Caitlyn Frühjahr 2014 Fashionfarbe Raspberry | Rita Frühjahr 2014 Fashionfarbe Royal Blue | Etta Standardmodell ab 06/2014 – Ersatz für Abi
(sorry für die schlechte Quali; sind Smart-Phone Pics mit ‘Blitz’)

Soetwas wie der bisherige Kompatibilitätssieger unter den Modellen ist der Sakura/Libby-Schnitt, den es aber immer nur als Saison-Modell gab. Nächste Inkarnationen sind Megan (Frühjahr/Sommer 2014) und Imogen (Herbst/Winter 2013).

Bekannte Probleme:
Eher breite Form:
rangiert nicht wirklich unter Passformproblemen, da nur ein ‘ästhetischer Flaw’;  wird aber oft als negativ angemerkt: Die Schnitte separieren die Brüste sehr stark (für besseren Support), wodurch die Brust häufig weiter zur Seite geschoben wird als gewünscht.

Auf Rippen drückende Bügel/Bügelband:Kann sowohl bei banded Schnitten wie dem Caitlyn als auch bei bandless Schnitten wie  Hermione/Abi/Eva vorkommen. Im Zweifelsfall einfach beides ausprobieren. Eins von beiden funktioniert meistens.

Zu lange Bügel:Tritt fast ausschließlich beim Caitlyn und älteren Schnitten (wie z.B. dem Smoothing oder dem Asia-T-Shirt-BH) auf.

Zur Seite ausbrechende Brust: Manchmal beim Rita zu beobachten – dadurch daß man ihn zum Racerback zusammenklippen kann, ist er unter dem Arm eher großzügig weit – bringt manchmal zu wenig Stabilität

Zu breite/weit auslaufende Bügel: Vor allem bei Frauen zu beobachten, die eine große Brust mit ausdefinierter Basis haben – oft sind sie dann mit BHs von bspw. Panache besser beraten.

Nachgiebige Unterbrustbänder: Bandgröße eher eng wählen, da das Material am Anfang meist verhältnismäßig stark nachgibt. Danach sind die BHs allerdings quasi unverwüstlich. :)

Fällt euch noch was zum Thema ein?
Habt ihr mal was von Elomi probiert?
Besitzt ihr vielleicht das eine oder andere Modell?

Ich freue mich wie immer über Kommentare. :)

2013-10-06 17.12.152013-10-06 17.13.192013-10-06 21.16.28
Bijou Fashionfarbe Pansy Frühjahr 2014 | Maria Babydoll Frühjahr 2014 | Megan Frühjahr 2014

Größenbereiche der Modelle:
Amalia / Hermione: 34G – 4oHH/42H/44GG, 36-46 D-FF
Bijou: 34-42 GG-H, 34-44 F-G, 36-44E
Caitlyn: 34-42 J-K, 34-46 E-HH, 38-46DD
Etta: 34-42 GG-JJ, 34-44G, 36-44 E-FF
Maria Babydoll: 34-42 G-H, 36-44 E-FF
Megan: 36-42 GG-JJ, 36-44 E-G
Rita: 34-40 J-K, 34-42HH, 34-44 G-H, 36-46 E-FF
Bildquelle: Elomi Lingerie

Posted in , , , , , , , | 6 Comments

Das Größendilemma mit den EU-Marken

Im September 2011, also vor ziemlich genau zwei Jahren habe ich unter dem Titel ‘Lost in Translation’ eine kleine Abhandlung über BH-Größensysteme verfaßt und die Problematik einer ‘Übersetzung’ wie sie natürlich von allen die sich mit Bra Fitting befassen immer wieder versucht wird.

Ich arbeite ja nun schon eine Weile als Brafitterin und sehe seither was Frauen so tragen. In den meisten Fällen kaufen sie ihre gefühlte BH-Größe, d.h.  bei großen Brüsten entsprechend große Unterbrustbänder, also etwa von 80 bis 95 und dann in den erhältlichen Cups. Oftmals D oder E, schon seltener F oder G und ganz ganz selten kommt mal jemand mit einem H oder J-Cup.  Getragen werden “mitteleuropäische'” Marken versteht sich, also was man so im Handel üblicherweise im ‘Big Cup Bereich’ bekommt: Günstige Versandhaus-Eigenmarken, BHs von Hunkemöller, die gut aufgestellten deutschen Traditionsmarken (z.B. Anita, Triumph) aber auch die eher hochpreisigen BHs von Prima Donna, Chantelle oder Empreinte…

Die Passform und die Qualität der Stücke variiert sehr stark – und das gilt auch für das Volumen der Körbchen, soweit man das bei den meistens (nicht immer!) falsch gewählten Größen sagen kann. Mein vor zwei Jahren eher an Aussagen bei den Busenfreundinnen gewonnener Eindruck, daß die meisten Marken ihr doch sehr kleines Größenspektrum damit aufbessern, daß sie die Cups umso größer machen, hat sich auf jeden Fall erhärtet.

Besonders Prima Donna oder auch Empreinte fallen vergleichsweise riesig aus. Das heißt auf der einen Seite natürlich erst mal, daß eine Kreuzgrößentheorie der Art wie 80A = 75B = 70C = 65D (körbchenvolumen-mäßig) nicht mehr hinhaut. 

Auf der anderen bedeutet es aber auch, daß man tatsächlich eher andersherum denken muß, als das bisher bei den BF der Fall war: eine britische Größe fällt in vielen Fällen kleiner aus als die einer kontinentaleuropäischen Big-Cup-Marke. D.h. wenn ein getragenes D-Cup zwar zu klein aber nicht völlig katastrophal zu klein ist, kann man davon ausgehen, daß die gleiche Größe bei einer UK-Marke den Effekt einer Großbäckerei erzielen würde: Brötchen (rausquellendes Brustgewebe) überall. 

Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, das auch so zu erklären: daß das britische, feiner unterteilte Größensystem unter anderem dazu führt, daß man meist einen größeren Buchstaben benötigt. Das ist, wie gesagt, häufig noch nicht mal gelogen. Und auch wenn erzeugt es eine Art von Entspannungsmoment, denn Buchstabenphobie ist doch bei vielen Frauen ein großes Problem. (Ich weiß nicht, wie oft “Doppel D” verstanden wird, wenn ich “Doppel G” gesagt habe… man verzeihe mir also eine solche psychologische Rumtrickserei.)

Selbstverständlich hat das mit dem größeren Buchstaben auch viel mit einem ursprünglich schon zu kleinen Körbchen und einem zu großen Unterbrustband zu tun. So gibt es die klare Tendenz, daß jemand der seine BH-Größe als 85D einschätzt eigentlich eine 34FF/G benötigt. Das sind zwei Bandgrößen weniger, aber auch (zumindest theoretisch) zwei, drei Cups mehr.

Wie auch schon vor zwei Jahren festgestellt, hebt sich das Verhältnis bei größeren Cups dann meist wieder auf. Ein Empreinte-H-Cup entspricht ca. einem UK-GG-Cup und bei BHs der Marke Change, kann man von einem J-Cup getrost wieder auf ein UK-G-Cup heruntergehen. 

Bekräftigen möchte ich mit dem heutigen Beitrag auf jeden Fall meine alte Position: die totale Unsinnigkeit des Versuchs anhand einer Tabelle die Größen ineinander zu übersetzen. 

So pi mal Daumen kann man sagen, daß die meisten herkömmlichen Marken im Bereich um D und E-Cups herum deutlich größere Körbchen produzieren als die einschlägigen UK-Marken (Bravissimo, Curvy Kate, Eveden, Panache) und die Differenz darüber unterschiedlich je nach Marke und Konstruktionsqualität ausfällt. 

Marken die eigentlich nur ihre auf E-Cups ausgerichteten Minimiser-Schnitte hochziehen bis zum G-Cup, kann man entsprechend für größere Brüste, die sich nicht mehr einfach platt drücken lassen, vergessen weil das Volumen ziemlich deutlich nicht ausreicht. Dagegen gibt es auch spezialisiertere Marken, die auch ab F-Cup noch ordentliche, gut passende BHs konstruieren, beispielsweise Empreinte, Prima Donna und Ulla.


Meine Erfahrungen mit europäischen Marken sind immer noch sehr begrenzt – mehr als einen Eindruck kann ich also nicht liefern. Wenn man richtig damit arbeitet und auch noch britische Marken zum Vergleich hat, kann man vielleicht doch ein genaueres Übersetzungsschema erstellen. Derzeit wirkt es aber auf mich immer noch so, als würde jeder Hersteller ein Potpourri von willkürlichen Größen produzieren, was nicht nur Kundinnen sondern auch Verkäuferinnen heillos durcheinander bringt. Insofern ist es wohl nicht nur sachlicher Unkenntnis zuzuschreiben, warum so viele Frauen sagen, sie probieren jedes Mal gefühlte hundert Modelle an, bevor ihnen eins paßt und wenn sie ein gutes Exemplar gefunden haben, dann kaufen sie das auch immer und immer wieder…

In Zeiten von Selbstbedienung (kaum ein Geschäft bietet eine individuelle Größenberatung an) und Online-Shopping sind solche Abweichungen eigentlich nicht so besonders smart respektive geschäftsfördernd. Denn wenn man nicht an einem spezifischen Modell hängt (weil man es im Fachgeschäft mal angepaßt bekommen hat) bzw. dieses nicht mehr produziert wird (passiert ja selbst bei den traditionellsten aller Hersteller) oder man einfach rausgewachsen ist, dann kann man die Markenbindung eigentlich auch vergessen, oder?

Schon mich als quasi-Profi und ex-Bra-Nerd mit meinen über vier Jahren Bra Fitting-Meditationen nervt die Tatsache, daß ich nicht nur auf Schnittkompatibilität sondern auch  noch ganz banal auf “Größeninterpretation” achten muß, wenn ich einen BH anpassen will. Für jemanden, der eigentlich gar keine Lust hat, auf mehr zu achten als auf Farbe oder Schnittführung (also auszusuchen ob man einen T-Shirt-BH oder sexy Lingerie haben möchte), stellt die Problematik eine beinahe unüberwindbare Hürde zum “BH-Glück” dar.

Letzten Endes wirkt die Größenverwirrung beinahe wie eine absichtliche Strategie, Frauen in einem Zustand von Unmündigkeit zu halten, in dem sie völlig von der Kompetenz einer Fachverkäuferin abhängig sind. (Ähm ja, Verschwörungstheorie…)

Für mich ist jedenfalls die logische Konsequenz, mich mit EU-Marken gar nicht weiter zu befassen, sondern mich einfach an die (deswegen auch in der Online-Bra Fitting Szene so beliebten) UK-Marken zu halten…

Wie haltet ihr's so mit den Größen? Seid ihr marken-treu? Kauft ihr immer das Modell, von dem ihr wißt, daß es paßt?  Oder seid ihr experimenteller?


Posted in , , , , , , | 6 Comments

Ist passende Unterwäsche eine Luxusfrage?

Als ich vor ca. fünf Jahren entdeckte, daß das Unterwäsche-Angebot in Großbritannien deutlich besser ist als hier, war ich nicht nur von der Auswahl begeistert sondern auch von den Preisen. Für um die 20£ bekam man schon einen BH im Sale, manchmal sogar für weniger. (Meine ersten BHs lagen mit 36FF/G noch deutlich mehr im Mainstream als meine momentane 32J)

Geht man in Deutschland in einen Unterwäscheladen liegt der Preis für einen BH locker bei 60€ und darüber. Als Grundausstattung für eine neu gefittete Frau würde ich minimal kalkulieren:

Drei gut sitzende Alltags-BHs, wenn möglich unterschiedliche Modelle, um eine bessere Bequemlichkeit zu gewährleisten (wie Schuhe sollte man BHs zwischendurch mal wechseln, damit die Belastung nicht immer an der gleichen Stelle ist. Außerdem muß man sie ja auch mal waschen…), pro Stück zwischen 50 und 70€ = 150 - 210€, ein Sport-BH à 50-60€ und ein Badeanzug/Bikini für ca. 80€
Das macht zusammen zwischen 280€ und 350€. Ein stolzer Preis für eine absolute Minimalausstattung finde ich. 

Eine Überschlagsrechnung von britischen Preisen läßt mich bei Standard-BHs à 30£, einem Sport-BH für 35£ und einem Bikini für 60£ nur auf einen Minimalpreis von 215€ kommen. Das ist immer noch saftig, aber immerhin mehr als 60€ weniger als der ‘deutsche’ Preis.

Warum ich hier so rumrechne? Weil ich finde, daß passende Unterwäsche keine Luxusfrage sein sollte. Klar sind das Summen, die viele Frauen zu zahlen bereit sind, die viele Frauen vielleicht auch einfach so für was anderes ausgeben würden. Es gibt aber genug sozial schwache Familien oder auch Einzelpersonen, die sich das so einfach nicht leisten können. Und ich meine damit nicht unbedingt die üblicherweise als Paradebeispiele genannten Studentinnen. Vergleichsweise zu Schülerinnen, Azubis, alleinerziehenden Müttern mit geringem Einkommen, überhaupt Familien aus prekären Verhältnissen und natürlich ALGII-Empfängerinnen sind Studis finanziell meist ganz gut gestellt. (Sonst könnten sie sich, so traurig das ist, das Studieren auch einfach nicht leisten.)

Die weit verbreitete Idee ist, daß man BHs für nen Zehner vom Grabbeltisch kaufen kann und 25, 30€ sind schon das Maximale der Gefühle. Alles darüber sind ‘sündhaft teure Dessous’, die selbstverständlich ein ‘Hauch von Nichts’ zu sein haben. Sowas schmachtet man in Hochglanz-Frauenzeitschriften ebenso an wie Taschen von Chanel oder ein Kleid von Prada. 

Mit der Realität hat das wenig zu tun – die Wäsche vom Kaffeeröster, Versandhaus oder der Textilkette des Vertrauens ist zwar günstig, aber die Größenauswahl ist klein, die Passform oft nur so lala und häufig ist auch die Qualität nicht besonders gut. (Im letzten Jahr habe ich ganz schön viele Unterbrustbänder gesehen, die eher die Konsistenz von Kaugummi hatten als die eines stützenden Kleidungsstücks.)

Für Frauen, die ‘exotischere’ Größen brauchen und das ist typischerweise schon recht schnell der Fall, denn meist gibt es ja nur 75-85ABCD, sind die niedrigpreisigen Stücke gar keine Option. Entsprechend ist auch die Idee, bei BHs könnte es sich um einen Luxusartikel handeln, der unter Mode oder Körperschmuck läuft, ausgesprochen lächerlich.

BHs sind in erster Linie Funktionskleidungsstücke und zwar derart daß man sie vielleicht am ehesten noch mit Schuhen vergleichen kann. Und schon dieser Vergleich hinkt, weil zwar Füsse auch sehr unterschiedlich geformt sind und oftmals billige Schuhe nicht ausreichend Support geben, aber im Vergleich zu der Vielzahl von BH-Größen, die man für ein vernünftiges Fitting braucht, wäre auch eine Schuhsortiment in fünf Weiten pro Größe zahlenmäßig noch nicht vergleichbar…

Na, ich schweife ab. Worauf ich hinaus wollte ich die Problematik, daß passende, qualitativ hochwertige BHs de facto ein Luxusprodukt sind und diese Fehlinterpretation was ‘Dessous’ in der Regel sein sollen durch eine gesellschaftliche Reduktion von Frauen auf Modepüppchen, deren Lebenszweck es ist sich für Männer aufzuhübschen, auch immer noch reproduziert wird. 

Ein BH soll ganz profan die Brust stützen, Bewegungsfreiheit ermöglichen und Rücken und Schultern entlasten. Das heißt nicht, daß man nicht auch viel Geld für einen Hauch von Nichts bezahlen kann oder soll. Wer Lust auf ‘schöne Wäsche’ hat und es sich leisten kann, kann sich ja welche kaufen, so wie man auch Sneaker oder High Heels oder sonstwas sammelt. 

Der springende Punkt wäre aber IMO eine Anerkennung der Problematik von passender Wäsche und niedrigem Einkommen, also bspw. die Einrichtung eines staatlichen Topfs aus dem man einen Zuschuß beantragen kann, überhaupt ein stärkeres Bewußtsein für die Funktionalität von Unterwäsche und eine bessere Berücksichtigung des objektiv vorhandenen Bedarfs.

Je länger ich mir angucke, wie viele Frauen sich mit schlecht sitzender Unterwäsche herumquälen und statt dem Markt, unqualifizierten Verkäuferinnen, eine misogynen Stimmung in der Gesellschaft usw. die Schuld daran zu geben, diese ständig nur bei sich selber und in der Fehlerhaftigkeit ihres eigenen Körpers suchen, desto wütender werde ich. 

Die Sache mit der falschen BH-Größe stellt sich so als ein wirklich grundlegendes feministisches Alltragsproblem dar, in dem sich widerspiegelt wie marginalisiert die Bedürfnisse von Frauen in unserer Gesellschaft doch eigentlich sind und wie stark sich die Wahrnehmung von Frauenkörpern auf Attraktivität und Schönheitsidealen fokussiert. 

So, Rant Ende.

(Sorry, ist mal wieder ein wenig unausgegoren, die ganze Sache, ich hab das jetzt einfach so runtergetippt…)

Yoda Hulk-Meme zur Untermalung meiner Stimmung...

Posted in , , , | 1 Comment

Wo bekomme ich 110D? BHs für dicke Frauen.

In letzter Zeit wurde ich häufiger mit der Frage nach großen Unterbrustbändern konfrontiert, also sagen wir mal so ab ca. Bandweite 90 bis hoch auf 110, 120, verbunden mit einer generellen Klage darüber, daß man diese Größen nirgends bekäme.

Nun hatte ich natürlich theoretisch auf dem Schirm, daß das Angebot über 90 oftmals miserabel ist. Nicht umsonst kann man die drei großen Probleme des deutschen Dessous-Markts zusammenfassen mit: Es gibt keine kleinen Unterbrustbänder, keine großen Unterbrustbänder und keine großen Körbchen. Besonders schlecht zu bekommen sind – wie man sich vorstellen kann - die Kombinationen der ‘exotischen’ Unterbrustbänder mit den großen Körbchen. Also, theoretisch ist das klar, aber so konkret scheint die Gruppe der großen UBBs eher wenig ‘Lobbyistinnen’ zu haben und fällt immer etwas ‘hinten runter’. 

Zu einem ganz großen Teil liegt das, man kann es nicht anders sagen, am ‘Fat Shaming’: wer in die ‘normalen’ Größen nicht reinpaßt und ‘Übergrößen’ braucht (echt, wie ich das Wort hasse!), der ist doch irgendwie auch selber schuld. (Das ist selbstverständlich ironisch gemeint) Und das läßt man die betroffenen Frauen ggf. auch deutlich spüren.

Der Besuch eines Dessousgeschäfts ist daher häufig nicht nur vergeblich sondern auch frustrierend: Nicht nur orientieren sich die meisten klassischen Fachgeschäfte am Größen-Mainstream, auch bekannt als des Kaffeerösters Wilde 13, sie reagieren auch nicht selten mit – sagen wir mal euphemistisch – Unverständnis, wenn sie mit in ihren Augen außergewöhnlichen Wünschen bzw. ‘Nicht-Norm-Körpern’ konfrontiert werden. Kaum eine Kundin muß sich so oft anhören “Das geht eben nicht besser.” oder “Haben wir nicht.” oder noch schlimmer “Gibt es nicht.” Die Message ist ganz klar: du mußt dich ändern um in die BHs zu passen, nicht umgekehrt, der BH muß zum Körper passen.

Nun finde ich, sollte die allererste Regel des Bra Fitting sein, eine Frau erst mal so zu nehmen wie sie ist. Keiner Verkäuferin steht es zu, ein Urteil über einen Körper oder Lebensentwurf zu treffen. Darum geht es doch wirklich nicht! Im Gegenteil, die Aufgabenstellung ist, eine individuelle Lösung zu finden, sonst könnte die Frau doch gleich in ein Kaufhaus gehen oder online bestellen und nicht ein sogenanntes FACHgeschäft besuchen.

Und genau diese Konsequenz ziehen auch viele, vielleicht die meisten (dicken) Frauen aus ihren Erfahrungen mit dem Wäschebusiness: Wer ein Unterbrustband über 90 braucht, dem bleibt häufig wenig anderes übrig als im einschlägigen Versandhandel (z.B. Otto) bzw. bei den ‘Plus Size’-Shops im Internet zu bestellen, namentlich Ulla Popken, Sheego, Simply Be oder Evans.
Das ist auf subjektiver Ebene verständlich, ändert aber nichts an der Marginalisierung der “dicken Minderheit” auf dem Markt der “Normalgrößen” und führt in den meisten Fällen dazu, daß Frauen eine völlig falsche Größe tragen.
Dicke Frauen glauben genauso wie alle anderen auch, daß sie viel größere Unterbrustbänder und kleinere Körbchen brauchen als tatsächlich der Fall ist. Erst kürzlich habe ich eine Dame von 110B auf 95F gefittet, d.h. drei Unterbrustbandgrößen größer und zwei Körbchen größer. (100B entspricht 105C, 100D und 95DD – zumindest bei britischen Marken. Da kommt erst DD, dann E und dann F. Daher ist ein F zwei Cups größer. Vgl. auch Beitrag Die Sache mit den Kreuzgrößen…)  

Solche Vorher-Nachher-Verschiebungen sind übrigens ziemlich häufig, man könnte sogar sagen die Regel.

Woran liegt das? 

Zum einen an einem falschen Verständnis des Verhältnis zwischen Unterbrustumfang und Bandgröße – es wird immer noch behauptet, aus dem Wert den man per Maßband ermittelt wenn man den Brustkorbumfang unter der Brust mißt, könnte man direkt die passende Unterbrustbandgröße ermitteln. D.h. 110 cm gemessen heißt man braucht ein 110er Unterbrustband. Nun ist es aber so, daß sich ein BH-Band ganz ordentlich dehnt, so daß ein 110er für einen Umfang von 110cm auf jeden Fall zu weit ist. (Weitere Infos dazu gibt es im verlinkten Beitrag.)

Zum anderen kaufen viele Frauen ihre BHs nach subjektivem Brustgrößenempfinden: eine A ist klein, eine B schon so mittel, eine C eher groß und ab D wird es dann richtig groß. In der Welt des Bra Fitting ist dann u.U. eine F das neue B-Körbchen; einfach deswegen, weil man ein paar Unterbrustbandgrößen weniger wählt (vgl. die Sache mit den Kreuzgrößen) und die Brust doch etwas größer ist als gefühlt. Vier Körbchengrößen sind nämlich für die reale Vielfalt von Brüsten einfach nicht ausreichend und sogar das als riesig verschrieene DD ist eigentlich noch relativ klein.

So, was heißt das nun für die praktische Frage nach der richtigen BH-Größe?
Am besten geht man mal die üblichen Kritierien für einen passenden BH durch und schaut, wie gut die eigenen BHs sitzen:
- Das Unterbrustband sollte fest und stabil sitzen und nicht nach oben hoch rutschen. (Durch Rückenschokoladenröllchen ist eine Parallele zum Boden häufig nicht zu erreichen, aber ob es fest ist, merkt ihr ja auch so.)
- Wenn es sich um ein bügelloses Modell handelt, sollten die Seitenstäbchen hinter der Brust liegen – so wie ein Bügel auch, und das Unterbrustband sollte unter der Brust durchführen. D.h. wenn man oben am Träger zieht sollte unten keine Brust rausgucken!
- Die Träger sollten nicht rutschen aber auch nicht das ganze Brustgewicht tragen! Der Löwenanteil des Halts muß immer vom Unterbrustband kommen!
- Die Bügel sollten um die Brust herumlaufen und nicht auf der Brust aufliegen, das heißt: Auf ausreichend breite Bügel achten! Der Bügel muß außen/unter dem Arm hinter dem Brustgewebe liegen. Zu schmale Bügel werden von evtl. vorhandenem Seitenspeck zur Seite weggedrückt was zu dem häufigen Problem der pieksende Bügel führt.
- Der Bügel muß unter der Brust in der Brustfalte liegen und nicht weiter oben auf der Brust. (Siehe auch oben: Wenn man am Träger zieht und die Brust unten rausguckt, ist der BH nicht richtig angezogen und/oder im Cup zu klein.) Wenn der Bügel nicht unter der Brust in der Brustfalte ‘einrastet’ dann liegt weiterhin Haut auf Haut, was zu erhöhtem Schwitzen, Pickelchen und im schlimmsten Fall Entzündungen führen kann. Außerdem drücken die Bügel so häufig auf den Magen/Bauch, weil der BH nach vorne runterrutscht.
- Der Steg (BH-Mittelteil) sollte zwischen den Brüsten aufliegen und sie voneinander trennen.
Und ja, mit einem gut sitzenden BH lassen sich alle diese Punkte erreichen!
Wie aber kommt man nun an dieses Traumwäschestück?

Am besten und einfachsten wäre natürlich eine gute Beratung in einem Wäschefachgeschäft. (vgl. Kleiner Leitfaden für den Besuch im Fachgeschäft) Hier kann es Sinn machen, sich bei den Herstellern zu erkundigen, wo ihre Produkte angeboten werden. (Z.B. Elomi Store Locator oder Ulla Händlersuche; Elomi hat eine sehr gute Passform und liegt preislich etwa bei der Hälfte eines Ulla-BHs, weswegen ich die Marke wirklich wärmstens empfehlen kann. Panache hat kürzlich auch eine neue Untermarke speziell für große Unterbrustbänder auf den Markt gebracht – Sculptresse.)

Eine weitere Möglichkeit ist natürlich das gute alte Online-Shoppen. Dazu würde ich dringend eine Beratung bei den Busenfreundinnen ans Herz legen. Anhand von fünf Messwerten wird dort eine Ausgangsgröße ermittelt und die Suche nach dem passenden BH weiter mit Tips und Ratschlägen begleitet.

Bei den Busenfreundinnen gibt es auch Berichte zu diversen Läden und selbstständigen Bra Fitterinnen in Hannover, Magdeburg und Berlin, sowie die Option eines der regelmäßig stattfindenden Treffen zu besuchen und dort Direkthilfe zu bekommen.

Vielleicht als Abschluß zu meinem Rundumschlag (sorry, war vielleicht ein bißchen viel auf einmal) noch ganz kurz ein Wort zu der häufigen Frage nach BHs die die Brust vergrößern oder pushen. Oft ist schon ein richtig passender BH ein ordentlicher “Booster”. Wem das aber nicht reicht, könnte mal Halbschalen (Halfcups) von Evans ausprobieren.

So, das war’s erst mal von meiner Seite.
Wie immer freue ich mich über Kommentare, Anregungen, Tips und Fragen zum Thema…

Elomi Jocelyn, Herbst/Winterkollektion 2013

Posted in , , , , , , | 2 Comments

Search

Swedish Greys - a WordPress theme from Nordic Themepark. Converted by LiteThemes.com.