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D/E: Normal ist Anders / Body Shaming

In English after the jump,
Vielleicht ist einigen von euch schon aufgefallen, dass hier im Gegensatz zu anderen Blogs aus der Boobosphere keinen Post zum Thema 'Große/Kleine/Mittlere Brüste sind schön' gibt. Nicht, weil wir Brüste nicht mögen oder schön finden, sondern weil wir versuchen wertende Beschreibungen zu vermeiden. Wir möchten mit unserem Blog Menschen primär helfen, sich in ihrem Körper wohl zu fühlen, egal wie dieser beschaffen ist.

Vielleicht habt ihr auf Social Media Seiten schon dieses Meme gesehen:

"Wann wurde das ... heißer als das?" (Quelle unbekannt)
Oberflächlich betrachtet scheint dieses Bild ein Protest gegen den 'Magerwahn' zu sein, bzw. die gesellschaftliche Tendenz sehr schlanke Frauen* als wenn auch nicht unbedingt die Norm dann doch als Ideal zu propagieren. Diese Bild wurde dann auch entsprechend kommentiert: "Wer fährt denn schon auf solche Klappergestelle ab?!", "Das ist doch ungesund." und "Gruselig, da sieht man ja jeden Knochen". Problematisch wird es allerdings dadurch, dass hier ein Ideal gegen ein anderes ausgetauscht wird und die andere Seite geschmäht und lächerlich gemacht wird. Die Konsequenzen des Anderssein lasten hier dann eben auf den Schultern der schlanken Frauen*. Während es im medialen Main Stream, bzw. auf der Straße, dann doch die dickeren Frauen* sind. Wieder wird bewertet welche Körper 'gut' und welche 'schlecht' sind, statt Diversität zu akzeptieren und zu zelebrieren. Wieder zeigt sich, dass es okay und normal ist, den Körper von Frauen* zu bewerten, bzw. ihren Wert nach Äußerlichkeiten zu bestimmen und sie so zu objektivieren. Woher wissen wir denn, dass die Frauen* in der ersten Reihe an Essstörungen leiden und nicht 'natürlich' schlank sind? Vielleicht ist ihr Körpergewicht niedriger, weil sie dadurch mehr Cover, mehr Rollen, mehr Aufmerksamkeit bekommen und weil ihnen ihr Management im Nacken sitzt. Oder auch nicht. Und wer sagt uns, dass die Frauen in der unteren Reihe nicht auch dem Ideal ihrer Zeit entsprachen? Und vielleicht auch nicht unbedingt so aussahen, weil das ihr Wunschkörper war?

Es gab viele Blogger, die sich sehr kritisch mit dem oben genannten Meme auseinander gesetzt haben. Exemplarisch sei hier mal der Artikel bei der Mädchenmannschaft genannt (sicher gibt es noch mehr, aber ich bin schlecht mit bookmarken und auch nicht so 'drin' in der deutschen Blogosphere). Am Ende des Artikels findet sich ein Link zu diesem Bild:

"Wann wurde das ... heißer als das? Wurde es nicht. Sie sind alle wunderschön." Quelle: whirligigagogo.wordpress.com

Dieses Poster ist weit inklusiver als das erste Meme, da hier verschiedene Körpertypen als gleichwertig schön präsentiert und beurteilt werden. Wie einigen Kommentatoren des Mädchenmannschaftsartikels, geht mir dieses neue Poster nicht weit genug. Klar, es sind nun alles Frauen* einer Ära und es sich auch 'Women of Color' dabei. Ein Fortschritt keine Frage. Aber all diese Frauen* sind unter 50 (?), keine älter, alle wirken gesund, keine ist offensichtlich behindert, keine ist dick, keine ist ungeschminkt, alle tragen ‚sexy’ Klamotten, und schätzungsweise 100% sehen nicht so aus, wenn sie Samstags nach einer Partynacht vom Postboten um 8.00 Uhr aus dem Bett geklingelt werden. Bzw. wahrscheinlich auch nicht, wenn man sie im Discounter um die Ecke trifft. Sie werden also ebenfalls idealisiert dargestellt.

Jeder Mensch durchläuft nach seiner Geburt einen Prozess der Sozialisierung, bei dem bestimmten Werte und Normen in unsere Körper eingeschrieben werden und Teil des Rasters werden mit dem für uns die Welt begreifbar wird. Wenn wir immer wieder mit Bildern konfrontiert werden, die Frauen auf eine bestimmte Weise darstellen, werden diese normalisiert und zur Norm an der wir uns messen. Problematisch wird es wenn mensch dieser Norm nicht entspricht, was wenn mensch anders ist? Natürlich hinterfragen die meisten von uns diese medial simulierte Realität und den ungefilterten Effekt des Patriarchats und natürlich weiß jeder, auch ich, dass die wenigsten Frauen* diesem Ideal entsprechen können und das selbst bei vermeidlich perfekten Supermodels noch per Photoshop nachgeholfen wird. Aber manchmal hilft alles kognitive erkennen nichts gegen die kleine Stimme in meinem Unterbewusstsein, die anmerkt, wo meine 'Unzulänglichkeiten' liegen und die mich immer wieder mit anderen vergleicht. 



Maybe some of you have noticed that in contrast to other blogs in the boobosphere there is no post about ‘Big/ Small / Medium boobs are beautiful’ on our blog. That’s not because we don’t like boobs or do not find them beautiful but because we try to avoid evaluative descriptions. The primary purpose of our blog is to help people to feel comfortable in their bodies, no matter what it looks like or can/ cannot do.

Maybe you have seen this meme flowing around social media websites and blogs:
Original source unknown
On first glance, this picture seems to be a form of protest against the glorification of skinniness and slimming, in other words society’s tendency to present very skinny women* if not as the norm but as the ideal. When ever I see the image pop up somewhere, that’s not a feminist outlet, the comments are similar: “Whose into that kind of thing?”, “That’s unhealthy.” or “Creepy, you can see every bone.” What is problematic about comments along these lines is that one ideal is simply exchanged for another and the other side is ridiculed and bodyshamed. The consequences of being othered are then suffered by skinny women* while in main stream media or on the streets it's bigger women*. Again, there is judgment on which bodies are ‘good’ and which are ‘bad’, instead of accepting and celebrating diversity. Again, it seems to be okay and normal to judge women*’s bodies, respectively evaluating someone based on looks and thus to objectify them. How do we know that the women* in the first row suffer from eating disorders and aren’t naturally skinny? Maybe there body weight is lower because it allows them to get more covers, more roles, more attention and maybe there management is making them? Maybe, maybe not. Maybe it’s something else. How do we know that the women* in the lower column do not conform to the ideal of their times? Maybe they are looking the way they do, without that body looking the way they want?

There have been numerous bloggers who critically engaged with this meme (if you have a great link, please leave it in the comments). In one of the articles on feminist German blog ‘Maedchenmannschaft’ there is a link to the following meme that has been mentioned a couple of times elsewhere:

Source: whirligigagogo.wordpress.com

This is much more inclusive then the first meme, as we see different body types being presented as equally beautiful. However, as some of the commentators on the article at Maedchenmannschaft have pointed out this doesn’t go far enough for me. Sure, there are now women* from the same era and there are Women of Color. Progress, no doubt. But all these women* are below 50 (?), none older, all seem healthy, not one of them seems to be disabled, none is fat, all wear make-up, all wear sexy clothes and approximately 100% do not look like that when the mail courier rings their doorbell at 8 AM after a night out. Maybe not even when you meet them at your local supermarket. Again they are presented in an idealized way.

Every person after birth undergoes a process of socialization, in which certain norms and values are inscribed in our bodies and which in turn form of lens though which we perceive and filter the world. If we are time and time again confronted with pictures that present women* are certain way, this way becomes normalized and thus the norm we measure ourselves again. But what happens if you don’t conform to the norm, if you are different? Of course we all most of us challenge this media simulated reality and the unfiltered effect of patriarchy and of course, everybody knows that only very few women* conform to this ideal and that even supposedly perfect supermodels are ‘enhanced’ by Photoshop. But sometimes this conscious knowledge looses the fight against that nagging little voice in the back of my head, that compares me to others and criticizes the features of my body relentlessly.

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Wonderwoman oder: Wie viel Perfektion brauche ich wirklich?

Es ist Montagnachmittag, ein langes Lernwochenende liegt hinter mir, eine neue Lernwoche vor mir. Zunächst aber ein langersehnter Abend mit meinem Freund. Ich bin schon ganz aufgeregt. Eine Woche haben wir uns nicht gesehen, gerade müssen in meinem hübschen Köpfchen Formeln und Zeichen schwirren. So ein schöner Abend zwischendurch bringt mich dann doch ein wenig aus dem Konzept. Ich gehöre leider nicht zu denjenigen, die es aus dem Arm des Liebsten direkt an die harte hölzerne Realität des Schreibtischs schaffen. Irgendwie brauche ich immer so meine Nachbereitung, erstmal wieder aufs Alleinsein einstellen, das Vergangene noch einmal passieren lassen.


Pink Perfection Flower, fotographiert von Angie


Meistens zelebriere ich jedoch nicht nur ein Nachspiel - es bedarf auch einer gewissen Vorbereitung. Manche Dinge müssen einfach gemacht sein: Die Dusche ist Standard, ebenso Haare und Make Up, die passende Kleiderwahl dauert manchmal etwas. Ich will mich schließlich wohlfühlen an so einem Abend und das geht natürlich nur, wenn ich weiß, dass ich adrett und schmeichelhaft angezogen bin. Und nicht nur ich fühle mich wohler, sondern auch mein Freund. Er weiß dann, dass es für mich etwas besonderes ist, mit ihm den Abend zu verbringen, dass ich mich für ihn herausputzen mag.

Einige Stunden später. Ich bin mitten in der letzten Lerneinheit des Tages. Ich gehe in die Küche, hole mir ein Glas Wasser. Die Küchenuhr neigt sich langsam aber stetig gen Dienstag. Auf dem Rückweg ins Zimmer ein kurzer Blick in den Spiegel. Wie war das noch? Hübsches Köpfchen? Davon bin ich gerade mindestens eine Regallänge in der Kosmetikabteilung entfernt. Und die Nägel? Gehen eigentlich auch nicht, auch nicht gerade mal so. Der Urwald könnte auch einmal wieder einen Rasierer vertragen. Aaaaaahhhh! Dabei hatte ich mir alles so schön vorgestellt! Entspannt vom Tag runterkommen und in Düften schwelgen, dann ein kurzer Weg durch die Nacht zu meinem Liebsten. Sollte ich ihn noch länger warten lassen? Ganz absagen und auf morgen vertrösten?

Ich entschließe mich dazu, ihn einfach anzurufen, ihm zu sagen, wie es ist. Den ganzen Abend habe ich mich auf ihn gefreut, jetzt bin ich müde, will einfach nur seine Stimme hören. Als ich ihn frage, wann wir uns denn nun sehen, kommt die Antwort schnell: "Du setzt dich einfach auf dein Fahrrad und kommst her. Du musst dich nicht herausputzen, denn du bist doch immer schön. Und mal abgesehen davon... ich bin auch noch nicht unter die Dusche gekommen."

Der Abend ist wunderbar. Wir beschließen, dass wir einfach auch mal abgekämpft sein dürfen. Dass wir wir sein dürfen, nach einem langen Arbeitstag oder einem Tag voller Prüfungsangst und neuen Inhalten. Dass wir uns nun einfach ineinander fallenlassen dürfen.


Kommentare nach dem Jump.


  • MyOne
    Schön geschrieben ^^ Und den meisten Männern ist es wirklich fast egal, wie wir aussehen.. also meinem auf jeden Fall :)
  • george
    Ich kenn das auch - dieses total KO-Sein nach der Arbeit und einfach nur noch nen Film gucken und währenddessen aneinandergekuschelt einpennen. Längerfristig nicht so der Hit, aber manchmal einfach entspannt.

    Ich muß allerdings gestehen, daß ich jetzt neugierig auf dein Beautyritual geworden bin. Bekommen wir ne Fortsetzung? B)
  • beautyjagd
    Ach schön, genau so soll es sein! Die meisten Männer (die ich kenne) achten sowieso nicht so sehr darauf, ob ich gut geschminkt bin oder die Nägel frisch lackiert sind. Sowas macht man ja auch tatsächlich eher für sich.

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