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Thought of the day – mein Gedanke zum Tag

Als ich neulich bei meiner Neurologin im Wartezimmer saß, lachte mich eine Ausgabe der Brigitte woman an. Ich mag diese Zeitschrift gerne durchblättern, weil es dort zwar auch, aber meiner Meinung nach nicht ganz so platt, um Schönheit, Figur und Mode geht. Die Zeitschrift richtet sich zwar an die Frau ab 40, aber auch ich als 28jährige fühle mich davon sehr angesprochen. Oft kommen Frauen zu Wort, die das ganze TamTam um Figur und Diäten aus einer anderen Perspektive sehen, weil sie die endlosen Hassdialoge mit ihrem Körper gegen Akzeptanz und Respekt ihren natürlichen Gegebenheiten gegenüber eingetauscht haben.

In besagter Ausgabe der Brigitte woman gab es einen Artikel über Figurtypen, in dem Frauen mit verschiedenen Formen zu Wort kamen. Überrascht hat mich eine “Birne”, die zugab, manchmal mit etwas Neid auf die “Apfelfrauen” zu blicken, weil diese so schlanke Beine hätten. Das hat meinen Blick auf mich selbst wieder geöffnet, weil ich in der letzten Zeit manchmal traurig war, dass ich als Apfeline nicht überall mit meinem Bauch und meinen Brüsten reinpasse, oder dass es dann zeltig wird, wenn die Bluse so weit über den Bauch herabhängt und die Hüften verdeckt. Manchmal habe ich dann auch neidisch auf die Birnen und Sanduhren dieser Welt geschaut. Der Artikel hat mich gelehrt, dass man an jeder Figur etwas Schönes finden kann. Man sollte versuchen, nicht nur auf die Problemzonen zu schauen, sondern auch mal auf das, was man an sich hat.

Bildquelle:  Wikimedia

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Evans macht in Äpfeln und Birnen

Der britische Übergrößen-Shop Evans ist vielen sicher schon als Onlineshop http://www.evans.co.uk/ bekannt. Ich war kürzlich in London und konnte mir die große Filiale auf der Oxford Street (gegenüber von Primark) ansehen. Vor ein paar Wochen ist ihre neue Kampagne „it’s about shape, not about size“ gestartet und ich hab’ extra für euch das Schaufenster geknipst:



Neu ist daran, dass sich Evans um die verschiedenen Figurtypen bei übergewichtigen Frauen kümmert – etwas, das mich an „normalen“ Läden für große Größen immer massiv stört, ist nämlich, dass es dort hauptsächlich zwei Arten von Kleidung gibt: Sackartige und zeltartige. Und welche mit Gummizug. Brrr. Ich schaue z.B. regelmäßig in einem Outletstore von Ulla Popken vorbei. Ab und zu finde ich da sogar was, aber das meiste ist meiner Meinung nach für viele pfundige Frauen einfach untragbar, weil es sie noch dicker aussehen lässt.

Evans stellt vier Typen vor: apple, pear, hourglass und busty und gibt auf der Onlineseite jede Menge Tipps für Do’s und Don’ts. Richtig gut fand ich aber, dass im Ladengeschäft einzelne Outfits mit Hinweisschildern versehen waren, welcher Figur die jeweiligen Sachen am besten schmeicheln. Im Online-Katalog findet frau das auch, garniert mit Stylingtipps.
Inwieweit die Klamotten für Frauen mit mehr Oberweite geeignet sind, kann ich leider nicht sagen. Ich schätze aber, nicht so wirklich… aber vielleicht kommt das ja noch. (Die BH-Auswahl beginnt übrigens bei 38D und endet bei 50 (!) G.) Ich kann mir vorstellen, dass diese Figurtypen-Einteilung Frauen hilft, die es leid sind, sich in Zelte zu hüllen, aber nicht wissen, was sie ändern können.
Super Sache: Accessoires und Schuhe sind ebenfalls auf etwas größere Mädels abgestimmt: Schuhe in verschiedenen Weiten, Armbänder, Reifen und Ringe größer dimensioniert als üblich. Toll!
Ganz vereinzelt finden sich auch durchaus ungewöhnliche Sachen, die man in einem plus size Laden eigentlich nicht erwartet, zum Beispiel eine Palazzo-Hose mit Polka dots


Sienna Couture Polka dot palazzo trousers
Bildquelle: Evans

Lovedrobe animal print tunic top
Bildquelle: Evans
oder eine Leoprint-Tunika
Ehrlich gesagt, ist der Rest für meinen Geschmack nicht so der Bringer – ich würde mir pfiffigere Sachen wünschen. Ich habe nichts gefunden außer einem schwarzen Kurztrench, dafür war der mit 35 Pfund auch hübsch runtergesetzt. Schade!

Lesenswert finde ich auch durchaus den Evans-Blog http://blog.evans.co.uk/, in erster Linie weil er regelmäßig Bloggerinnen von der Übergrößenfront vorstellt.

Kommentare nach dem Jump.


  • george
    Ich find die Vorschläge für verschiedene Figurtypen an sich super - allerdings bin ich immer noch skeptisch, ob die Klamotten dann auch wirklich für die Bedürfnisse zugeschnitten sind. Da müßte man mal die Probe aufs Exempel machen - d.h. mal testen gehen. :P
  • Ich hätte gerne verschiedene Schnitte für die unterschiedlichen Figurtypen in ALLEN Größen, das wäre traumhaft!
    Die Polkadothose würde ich aber auch sofort nehmen. Die ist ja echt total cool.

    Kennt ihr noch andere Marken, die sowas anbieten? Außer der allbekannten Levis Curve ID?
    Ich vermisse sowas zB total bei Kleidern. Ich kann gar nichts von der Stange kaufen, da ich ganz unterschiedliche Größen bräuchte oben und unten...
    My recent post Instant Prinzessinnenfeeling, aah!
  • popinnie
    ich find es auf jeden fall begrüßenswert, dass es immer mehr shops und marken gibt, die das größenspektrum auch um die figurtypen erweitern. auch wenn es langsam voran geht. besser als gar nicht. ich warte nur sehnsüchtig darauf, dass es mehr nach deutschland überschwappt und sich nicht zu 90% im UK abspielt.
    My recent post schuhpost

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Apfel-Birne-Sanduhr-Salat und die Uneindeutigkeit der kurvigen Figur...

.........Paradoxe Sanduhr ..........     
(Quelle)
Ich lese in letzter Zeit immer häufiger die Bezeichung "kurvig" im Zusammenhang mit Mode. Es scheint selbst so eine Art Mode zu werden was dazu zu schreiben: kurvige Frauen, Mode für Kurven, usw. Gerade habe ich über Luziehtan eine entsprechend Unterkategorie "Street Style für kurvige Frauen" bei Jolie.de entdeckt.
Was nun die Entdeckung unterschiedlicher Figurtypen sein könnte, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als gemeinsamer Nenner, unter den alle Frauen subsumiert werden, die keine Modelfigur haben. Also es gibt "normal" (superschlank, supergroß, keine ausgeprägten Kurven, also das was man nach der Figurtypenkategorisierung unter Säule einordnet) und dann gibt es "kurvig", das sind alle anderen. Vor allem natürlich die, die eigentlich zu füllig sind, um nach gängigen Idealen als schön zu gelten.
Aber - fortschrittlich-fortschrittlich - jetzt dürfen auch die Pummelchen raus aus den Schränken und ein bißchen mitspielen, also sich auch mal in was anderes als Sack und Asche kleiden. Wenn sie ihre Sache gut machen, dann bekommen sie auch ein kleines Minderheiten-Eckchen zugewiesen und werden von einschlägigen Modemagazinen erwähnt. Wow! (Achtung Ironie!)

Warum ich deswegen schon wieder so vor mich hinbrummle?
Naja, weil damit ja keinem weitergeholfen ist!
Also statt die Vielfalt weiblicher Figuren irgendwie realistisch abzubilden und mal zuzugestehen, daß Mode eben nicht nur einem "Typ Frau" vorbehalten sein sollte, werden alle abweichenden Figur-Merkmale kurzerhand in einen Topf geworfen und raus kommt dann ein mit "kurvig" ausgezeichneter Einheitsbrei. Auf die unterschiedlichen Bedürfnisse an z.B. Klamotten wird dann gar nicht mehr weiter eingegangen, weil "kurvig" ja schon Spezialfall genug ist. Daß nun aber eine Frau, die in der Körpermitte rundlicher ist, ganz andere Schnitte braucht als eine, die eine schmale Taille hat, fällt dabei völlig unter den Tisch. Und daß eine sehr schlanke Frau eine "kurvige" Figur haben kann auch. Kurven, das ist irgendwie verbandelt mit Plus-Size, nicht mit Frauen die Taille *und* weibliche Rundungen haben.

Wenn man den einschlägigen Studien glauben darf, ist die Taille auf dem Rückzug - die Begründungen sind viel- und bisweilen einfältig (evolutionsbiologischer Quatsch und so). Fest steht, daß die Zeiten in denen 90-60-90 Traummaße waren, längst vorbei sind. Wer heute noch stolze Besitzerin einer altmodischen Taille ist, sollte viel Geld in Gürtel investieren, am besten Vintage-Kleider shoppen oder bei den paar vereinzelten Modelabels, die sich auf "Kurven" spezialisiert haben.

Ich fände es jedenfalls angebracht, endlich mal ein bißchen mehr Vielfalt zuzulassen und das Angebot  explizit auf verschiedene Figurtypen zu erweitern, den momentan ist Mode für jemanden, der aus dem Konfektionsgrößenraster der Durchschnittsmaße signifikant rausfällt, eine fast unbewältigbare Herausforderung. Ich glaube mich zu erinnern irgendwo gelesen zu haben, daß Evans einen Schritt in die Richtung unternehmen wollte?


Was haltet ihr von den "Kurvendiskussionen"?
(An der Stelle liebe Grüße an denocte, die ihrem Blog diesen genialen Namen gegeben hat) 
Was ist eure Problemzone No 1 beim Klamottenkaufen?


EDIT: Nachtrag zur Problemzone - damit meine ich nicht, daß es da ein objektives Problem gibt, sondern daß die Klamotten nicht darauf ausgelegt sind. Ist eigentlich selbstverständlich. Wollte es nur vorsichtshalber noch mal dazu sagen, damit es keine Mißverständnisse gibt. ;)



Beispiele für Blogs über Mode und Kurven:
Curves are the new Black
Fuller Figure, Fuller Bust
Lu zieht an

Und hier die Modezeitschriften-Varianten:
jolie.de: Street Style für kurvige Frauen
vogue.it [EN]: Curvy (eigene Homepage für andere Figurtypen)

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