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Bademoden-Treffer: Bravissimo Sienna Neckholder-Bikini / -Tankini bis J-Cup

Ich habe schon wieder einen Rant über Badeklamotten angefangen. Weil: nörgeln ist einfach meine allerliebste Freizeitbeschäftigung. *seufz* Es ging um den Mangel an Auswahl in meinem Größenbereich und die Problematik des Designs, das mich überhaupt gar nicht anspricht. Und dann bin ich zufällig auf ein neues Modell bei Bravissimo gestoßen und hatte einen kurzen Heureka-Moment. Den wollte ich einfach mal teilen. Weil das Wetter so schön ist und ich meine Optimismusübungen in letzter Zeit sträflich vernachlässigt habe:


Das ist die Sienna-Serie von Bravissimo (exklusiv). Zur Passform kann ich natürlich noch nichts sagen, aber das Design ist schon ganz gut, oder? Der Wechsel zwischen kleinen und großen Polka-Dots ist IMO nicht so hundertprozentig gelungen, aber das ist Jammern auf hohem Niveau: solche Designs gibt es sonst meistens nur bis (höchstens) G-Cup.
Das Short-Unterteil finde ich besser als das Röckchen, aber es ist großartig daß es Auswahl gibt, auch was die Oberteile betrifft. Ich bin erst seit letztem Jahr zu den Bikiniträgerinnen übergelaufen. (In einem Anfall von: Ach egal!)
Nach meiner Frustration über die ganzen Blumenmuster und andere Muster-Gräßlichkeiten ist der Sienna wirklich ein Lichtstreif am Horizont.

Sienna Tankini: Größenspektrum 30E-J, 32-36DD-J, 38DD-HH, £42
Sienna Bikini: Größenspektrum 28-30E-J, 32-36DD-J, £34
Zwei Unterteilformen XS-XL, £22

(Das Größenspektrum könnte natürlich noch deutlich besser sein; was mir nicht gefällt ist die Implikation, daß man mit UBB 38+ keinen Bikini möchte und mit UBB 28 keinen Tankini und: größere und kleiner Unterteile wären sicher auch noch ne gute Idee. Aber jetzt ganz schnell zurück zum Optimismus!)



Habt ihr auch schon was im Auge, das euch gefällt?
Oder seid ihr noch gut ausgestattet mit Badeklamotten?
Wenn ja, was sind eure Schätzchen?

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Och nö, echt Leute?! Das muß doch nicht sein!

Also, es gibt diese Parodie auf die Kampagne "Gleichberechtigung statt Gleichmacherei" der AfD Jr.  von der Alternativen Jugend für Deutschland, unter der schönen Adresse facebook.com/wirhabenjanichtsgegenauslaenderaber

Wie üblich wenn sich Leute an Satire versuchen sind ein paar Sachen sagen wir eher weniger gelungen. Und gerade eins dieser weniger gelungenen Beispiele, ausgerechnet das, hat es in die TAZ-Fotostrecke Kampagnen für die Junge AfD geschafft.

"Ich bin kein Feminist, weil ich mehr Oberweite als Hirn habe."

Kann mir mal irgendjemand erklären, was an diesem Bild kritisch sein soll? Anyone?

Also ja, wir wissen natürlich aufgeklärterweise, daß Intelligenz in keiner Relation zu körperlichen Attributen wie Brüsten steht. Aber wird die Sache dadurch alleine schon lustig? Wie kommt denn die Distanz zur Aussage zustande? Kommt sie überhaupt zustande?

Ich würde sagen nein.
In meinen Augen wird hier das misogyne Stereotyp  "große Brüste = dumm" einfach nur verdoppelt, indem genau das nicht passiert, was eigentlich die Zielsetzung der Kritik sein sollte: eine Reflexion auf den sozialen (sexistischen!) Kontext von Antifeminismus zu ermöglichen. Die Aussage wie sie da steht heißt nicht: "Ich bin keine Feministin weil ich ein sexistisches Klischee affirmieren möchte" sondern "Ich bin keine Feministin, weil ich dumm bin."

Abgesehen von dieser Reproduktion des sexistischen Stereotyps: Ich dachte eigentlich, daß Dummheit grundsätzlich keine Ausrede ist und sie daher auch nie als Vorlage für eine Kritik taugt.

Es gibt noch ein zweites Bild nach diesem Schema, diesmal unterschreiben mit "Ich bin gegen Feminismus, weil ich Feministen nicht allein mit meinen Titten beeindrucken kann." Das ist jetzt zwar auch nicht besonders smart, aber es bringt wenigstens im Ansatz die erforderliche reflexive Struktur mit, genau wie die ebenfalls nicht überragenden aber immerhin besseren Beiträge: "Ich bin keine Feministin, weil ich sexuelle Belästigung total geil finde." oder "Ich bin keine Feministin, weil ich in die Küche nicht in die Öffentlichkeit gehöre."

Zur verfehlten Message des oben gezeigten Bilds kommt dann dummerweise auch noch, daß die mutmaßliche Schöpferin des Spruches glaubte ihre Möppies zur Untermalung mit in die Kamera halten zu müssen. Vielleicht als ironische Brechung, die im Text selber keinen Ausdruck gefunden hat? Nach dem Motto: "Hey guck mal, ich würde das doch nicht über mich selber sagen."

I don't get it.

Aber immerhin hat es offensichtlich gereicht um in die Fotostrecke zu kommen. Weil, Sex sells. Ne, TAZ?

Sonst naja, kann man zur Kampagne vermutlich sagen, daß sie gut gemeint war - an die Absurdität des Originals (Realsatire deluxe) kommt sie aber nicht ran. Außer vielleicht im Fall von "Ich bin keine Feministin, weil ich mag Toastbrot."

Könnt ihr dem Bild was Kritisches/Lustiges abgewinnen?

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Spring Break and Link Love...

Ja, mich gibt's noch. Momentan bin ich nicht so mitteilungsbedürftig, daher nur mal schnell so eine Zwischenmeldung.

Die letzten Wochen hab ich eher in der Psychosphere (True Detective) als in der Boobosphere zugebracht. Die einzigen BH-relevanten Themen waren eigentlich a) das altbekannte Bademoden-Problem (keine Modelle die mir gefallen und/oder passen in meiner Größe), darüber muß ich wohl noch mal extra nörgeln und b) daß ich unglaublich viel über das abgebildete Modell nachgedacht habe. Keine Ahnung, warum ich es so toll finde; ich denke es ist die beerige Farbe in Kombination mit dem kommenden Frühling. Jedenfalls hab ich zu Demonstrationszwecken mal einen creepshotartigen Schnappschuß in meinen Katalog getätigt. I proudly present: die Cleo Lily in der Spätfrühlingsvariante. Die Frühfrühlingsvariante in babyblau/rosa ist schon raus, gefällt mir aber nicht mal halb so gut.

Lily ist ein George-Schnitt, den es schon im Herbst mit Papageienmuster gab. :)

Cleo Lily, magenta/orange, Sommerkollektion 2014, soweit ich weiß ab Mai erhältlich
Apropos, Cleo George, Anne-Luise hat eine Review zum Fliegenpilz-BH "Minnie" von Cleo (auch einem George-Abkömmling) verfaßt, falls euch das interessiert.

Ich hatte mir schon vor einer Weile überlegt, daß es eigentlich nett wäre, ab und zu mal eine Linksammlung zu Beiträgen zu posten, die wir irgendwie interessant oder wichtig finden. Eigentlich betrifft das fast alles, was in der "internationalen Boobosphere" so geschrieben wird - aber ich bin ja selber oft zu faul oder anderweitig beschäftigt um alles zu lesen, deswegen ist mir ein unvollständiges "Reader's Digest" natürlich lieber als gar keins. Vielleicht geht euch das auch so? Hier also mal ein paar Links mit den besten Absichten, nach völlig willkürlichen Auswahlkriterien. (Falls euch noch was einfällt: einfach an mich mailen, tweeten (@drueber_drunter) oder unten drunter kommentieren...)

♥ Die deutschsprachige Boobosphere
Neben der Minnie-Review hat Anne-Luise auch  ihr neues BH Lounge-Studio vorgestellt. Dazu auch ein Bericht auf dem Life Style Blog Just Blossom.
Manuela hat Anfang des Monats den Only Her-Laden in Berlin-Spandau eröffnet - Bilder gibt's bei Facebook
Denocte hat - schon vor einer Weile - (allerdings auf Englisch) über den neuesten Aufreger in Lingerie Business, den Kewi-Bra berichtet und
Celina stellt auf ihrer Fabulösen BH-Welt den Cleo Bella vor (ebenfalls eine George-Tochter).

Busipanda ist von uns allem am fleißigsten - wer Tips zu BHs für Männern mit Gynäkomastie sucht (oder selbst in den Größenbereich 85E/38DD fällt), sollte auf jeden Fall regelmäßig auf Männerbusensupport vorbeischauen!
Ach ja, und Anja hat was über die aktuelle Panache-Kollektion fürs Dessous Diary geschrieben.

♥ Die internationale Boobosphere - willkürliche Auswahl:
Geeky: the Bravengers Assemble
Informativ: ein Beitrag aus dem letzten Sommer bei The Lingerie Addict über Bra Fitting Advice für muskulöse Frauen. | die letzten drei Beiträge von Butterfly-Collection zu How Height Can Affect Your Bra Fit, Skin Irritations and Bra Fit sowie Bra Fit Tips for Top Heavy Breasts | Bratabase hat eine neue Größensystemvergleichsmethode entwickelt
Interessant: der dritte Teil der 'Small Bust Reihe' des Lingerie Journals besteht aus einem Interview mit The Lamb, Toots, Marielle und Denocte. | auf Stanikomania kann man bereits die Winterkollektionen der Panache-Marken bewundern: Panache Superbra, Cleo, Sculptresse, Masquerade EDIT: und heute ganz neu - Curvy Kate A/W 2014  | eine ältere Stellungnahme von Kiss Me Deadly zur Wahl ihrer Model

 >> mehr Lesestoff siehe Blogroll. :)


♥ Ohne Bezug auf Bra Fitting - ebenso willkürlich
Naekubi von Danger Bananas hat uns einen Blog-Award verliehen. Vielen lieben Dank! :-*
Ich hätte sie auch unbedingt so erwähnen müssen, denn sie schreibt auf ihrem Blog über Alltagsrassismus (v.a. in Deutschland) - unbedingt mal reingucken!

Auf Kleiner Drei gab es einen sehr krassen, erschütternden und wichtigen Gastbeitrag Gezeugt, geboren und begraben (Achtung: Triggerwarnung!)

Ein Beitrag beim K_einen Unterschied darüber wie man von Prokrastination loskommen kann. (Ahem)
Kennt ihr schon die Fatty Fashion Challenge? Alle zwei Wochen coole Outfits zum jeweiligen Thema. :)

❤️❤️❤️

Bekanntlich hat d&d zwar keine Facebookseite, dafür aber einen tumblr und einen Twitter-Account, den ich mir in letzter Zeit hauptsächlich zum Smalltalken angeeignet habe - ihr könnt mich also jederzeit anquatschen, wenn euch danach ist. :)

Last but not least ein völlig bezugloses Video - hat mich total entspannt. Ich wünsche euch einen entspannten Wochenanfang (bißchen spät, ich weiß) und falls euch was einfällt, laßt mir doch Lesetips oder sowas in den Kommentaren! :)

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[Brabarella-Plausch] Warum uns Bra-Fitting wichtig ist...

Die nächste Frage in der Reihe unserer kleinen Auto-Interview-Gesprächsrunde...

MiaRose: Warum ist Brafitting euch wichtig?

Anja: Als ich selbst anfing, passende BHs zu tragen, bei denen ich meine BHs nicht mehr stündlich nachjustieren musste, hat mir das einen sehr großen Schub an Selbstvertrauen, Freiheit und Unbefangenheit wiedergegeben. Selbstvertrauen, dass es nur am mangelnden Angebot und nicht an meinen Brüsten lag, dass die BHs früher nicht saßen. Und auch das Selbstvertrauen, jetzt auch mal etwas tiefer ausgeschnittenes zu tragen ohne ständig nachkontrollieren zu müssen, ob noch alles gut sitzt. Freiheit und Unbefangenheit, weil ich jetzt wild tanzen kann, ohne dass mir die Brüste wehtun. Oder mich auch ohne Vorsichtsmaßnahmen z.B. vorbeugen kann (früher habe ich mir dann immer die Hand vor den Ausschnitt gehalten, damit meine Brüste nicht aus dem BH fallen), ich mich also unbefangener bewegen kann. Diese Veränderungen bei mir selbst zu erleben - das möchte ich auch gern an andere Frauen weitergeben. Außerdem berate ich gern, was ja auch ein Teil des Brafittings ist.

george: Für mich war Bra Fitting vor allem ein Hintertürchen in die Praxis - ich komme eigentlich aus sehr abstrakten politisch-theoretischen Zusammenhängen, hab also immer "von oben nach unten" gedacht. Daß ein passender BH bei vielen Frauen so einen fundamentalen Unterschied im Körpergefühl ausmachen könnte, hätte ich mir nicht träumen lassen. Besonders schön finde ich, daß den meisten Frauen durch die Bra Fitting Community erst bewußt wird, daß nicht sie selbst irgendwie komisch sind, sondern daß viele, viele Frauen ähnliche Erfahrungen machen. Mit dieser Überschreitung der individuellen Perspektive eröffnen sich dann auch andere feministische Themenfelder rund um Diversity, Körpernormativität, Schönheitsideale...

MiaRose: Für mich ist es ein bisschen eine Mischung aus beidem. Es war ein unglaubliches Aha-Erlebnis endlich passende BHs zu tragen. Kein Zerren, weniger Ziepen, kaum Zuppeln mehr. Aber primär ist es auch die Erleichterung, dass man nicht anders, nicht irgendwie falsch ist. Das es anderen genauso geht. Das eines nicht besser ist als das andere. Dieses Gefühl möchte ich gerne weitergeben. Brafitting ist für mich ebenfalls ein feministisches Thema und hat mir noch mehr den Zugang zu anderen Themen wie eben Diversität, einem positivem Körpergefühl und Selbstbild, konstruierter Schönheitsideale etc.

Wie ist das bei euch? Interessiert ihr euch für Bra-Fitting?
Oder vielleicht für ein ähnliches Thema? Los! Erzählen! :)

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FAQ: Wie vermesse ich meine Brust?

In der Regel werden zur Bestimmung einer BH-Größe  zwei Meßwerte gefordert: einmal soll unter der Brust gemessen werden, indem man das Maßband relativ straff zieht, und dann noch einmal  locker an der umfangreichsten Stelle über der Brust (im BH).

Theoretisch setzt sich also jede BH-Größe aus zwei Faktoren zusammen: der Unterbrustbandweite (also dem Brustkorbumfang) und der Körbchengröße (dem Volumen der Brust). Die Idee dabei ist, daß man die Bandweite direkt 1:1 vom Brustkorbumfang ablesen kann, d.h. 75cm Umfang = 75 UBB, und daß die Körbchengröße sich dann aus der Differenz zwischen (Über-)Brustumfang und Unterbrustumfang ergibt, z.B. 94cm – 75cm = D-Körbchen.

Das ist auch der Grund, weshalb eine Körbchengröße nur in Verbindung mit dem Unterbrustband aussagekräftig ist: eine 65D ist beispielsweise drei Größen kleiner als eine 80D (sowohl im Cup als auch im Unterbrustband!).

Auf dieser Form der “Berechnung” aus zwei Werten basieren die meisten Tabellen und Größenrechner, die man im Netz so findet. Wenn es so einfach wäre, wäre ja alles prima, aber: [Spoiler] so einfach isses halt nicht.

Wenn man genauer hinsieht, dann wird es schon theoretisch schwierig, wenn die Zahlen nicht so glatt sind – welche BH-Größe wäre nun bei 73/95 die richtige? Und welche bei 77/93? Und praktisch blamiert sich diese “Berechnung” meistens völlig. So müßte ich z.B. soetwas wie eine britische 36 (80) FF tragen oder eine europäische 85G. Tatsächlich brauche ich aber eine 32 (70)J!

Im folgenden versuche ich mich an einer Erklärung, warum das so nicht funktioniert. Wem das jetzt zuviel theoretisches Rumgelaber wird >> hier geht's zum Fazit

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Die Problematik mit dem Messen 'an sich'

Problematik No 0:
Ganz unabhängig vom Messen gibt es kein für alle BHs einheitliches Größensystem, auch wenn Maßtabellen etwas anderes suggerieren. Am konsistentesten hat sich bisher das von den meisten britischen Marken verwendete System erwiesen, d.h. hier fallen BHs verschiedener Marken tatsächlich einigermaßen gleich aus, so daß sie zum Bra Fitting deutlich besser taugen als die sog. "europäischen Marken". Das schon mal vorneweg.

Problematik No 1 ist das Unterbrustband:
Hier stellt sich ziemlich schnell heraus, daß ein 75er Band für einen 75er Brustkorbumfang in der überwältigenden Mehrzahl aller Fälle a) bereits im Ruhezustand zu weit und b) auch noch zusätzlich elastisch ist. Die unterstellte Gleichsetzung von Meßwert und Bandweite funktioniert schon mal nicht.

Problematik No 2 ist der Brustumfang:
Eigentlich liegt es schon auf der Hand, daß aus einem Umfang ein Volumen bestimmen zu wollen irgendwie schwierig sein muß. Ein Mensch ist ja keine geometrische Figur. Nyad hat dazu in der Anfangsphase von drüber & drunter mal einen Beitrag verfaßt, der ganz gut illustriert, wo die Probleme liegen: Warum zwei Maße nicht ausreichen

Man sieht daran schon, daß die Meßergebnisse unterschiedlich zu gewichten sind: die Volumenbestimmung ist deutlich problematischer als das Ermessen des Unterbrustbandes – das eine ist ein theoretisches Problem, das andere eher ein praktisches; d.h. während die Korrelation zwischen Brustumfang und benötigtem Körbchenvolumen und dann noch sehr stark unterschiedlich ausfallenden Cups als Laie schlecht herzustellen ist, kann man bei der Bandwahl relativ leicht mit einbeziehen, daß BHs weiter ausfallen. Dazu muß man keine größeren theoretischen Überlegungen anstellen. Ein Band dehnt sich in der Regel um die 10, 15 Zentimeter, d.h. wenn man herkömmlich 75cm Unterbrustumfang mißt, kann man je nach Brustgröße auf jeden Fall ein 70er oder ein 65er Unterbrustband probieren. (Achtung: das bezieht sich jetzt nicht auf eine Meßung nach BF-Standard aka “so eng wie möglich”)

Zum Vermessenwerden im Fachgeschäft
- ein Qualitätsmerkmal für die Beratung?

Gegen das Ausmessen des Unterbrustumfangs kann man erst mal nicht viel sagen, sofern der Meßwert nicht 1:1 übertragen wird. Allerdings sprechen da auch meine eigenen Erfahrungen gegen die Verwendung eines Maßbandes: Als Brafitterin habe ich das mit dem Unterbrustumfang vermessen ein paarmal versucht, allerdings fand ich es für alle Beteiligten eher unangenehm - man  muß an die Person, die man vermißt, sehr nah herangehen und um sie herumgreifen, wobei sie entweder nur einen BH anhat oder gar keinen. Das empfand ich sehr stark als Eindringen in persönlichen Raum. Gleichzeitig muß man auch darauf achten, daß das Maßband dort entlang läuft wo es soll, plus, man kann gar nicht so dolle anziehen, weil man ja einer völlig fremden Person keine Schmerzen zufügen will. Ergo muß man vom eher locker gemessenen Ergebnis dann noch einige Zentimeter abziehen; zu einem solchen Ergebnis kommt man in der Regel auch über Augenmaß.

Wenn dagegen “live” (also in einem Geschäft) versucht wird, die Körbchengröße mit einem Maßband zu bestimmen, deutet das nicht unbedingt auf besonderes Know How hin. (Euphemismus) Gerade bei kleinen oder großen  Brüsten ist das Volumen oft nicht ‘ermeßbar’.

Als Frau ohne (theoretischen) Brafitting-Hintergrund ist das natürlich erst mal nicht bekannt. Ganz im Gegenteil gilt das Vermessenwerden quasi als “Non Plus Ultra” des BH-Anpassens und deswegen wird man als Live-Fitterin auch ganz oft von Frauen gefragt, ob man sie vermessen könne – den Zahlen wird dabei eine geradezu magische Qualität zugesprochen, was angesichts des undurchschaubaren, ja willkürlichen Wirrwarrs von Größen auch irgendwie verständlich ist. Das Dumme ist nur, daß sich zwischen Werten und Größe kein zwingender Zusammenhang herstellen läßt; die Wahrscheinlichkeit daß die Größe eines passenden BHs einen besseren Anhaltspunkt gibt, ist deutlich höher als daß man aus Meßwerten die richtige Größe eskamotiert, ableitet.

Es ist selbstverständlich nicht völlig unmöglich – die Frage ist nur, warum man in einem BH-Geschäft das Pferd so dermaßen von hinten aufzäumen sollte: wenn es ein einigermaßen ordentliches Sortiment gibt, kann man die richtige Größe doch viel leichter durch Ausprobieren finden. Es ist ja so, daß man beim Bra Fitting mit Konfektionsgrößen arbeitet und nicht - wie die deutsche Übersetzung BH-Anpassung suggeriert - maßanfertigt. (Ich denke, daher kommt die Idee bzw. das Mißverständnis mit dem Vermessen hauptsächlich).

Interpretation der Meßwerte und Online-Beratung

Hat man kein Fachgeschäft vor Ort und ist auf eine Beratung und eine Bestellung im Internet angewiesen, sieht die Sache natürlich gleich ganz anders aus. Die Brafitterinnen bei den Busenfreundinnen haben deswegen über die Jahre ein System ausgeklügelt, das Erfahrungen unterschiedlicher Größenbereiche mitberücksichtigt und daher ganz passable Ausgangsgrößen ergibt. 

Diese Ausgangsgröße ist dabei allerdings auch nur eine Schätzung, die sich meist aufs britische Größensystem bezieht (das einzige einigermaßen einheitliche, das uns bekannt ist, siehe Bemerkung oben und vgl. auch Lost in Translation) – ein Startpunkt von dem aus man sich zur richtigen Passform (optimale Kombination aus Größe und BH-Schnitt) vortasten kann.

Also auch bei den Busenfreundinnen wird nicht mit der Kristallkugel die einzig wahre Größe prophezeit sondern nur das gemacht, was eine Offline-Brafitterin auch tut: eine mehr oder weniger akurate Einschätzung abgeben, von der aus man dann per Trial & Error die eigentliche Suche beginnt.

Vielleicht ist es einleuchtender, mal wieder einen Schuhvergleich zu ziehen (ich liebe Schuhvergleiche!): man könnte alle Füße nach spezifischen Eigenschaften aufschlüsseln, bevor man sich ans Schuhe kaufen macht (und wer sog. “Problemfüße” hat, der*die muß das in der Regel auch tun): wie lang sind die Füße im Verhältnis zur Breite, wie hoch ist der Spann, wie dick die Fessel, wie sind die Zehen angeordnet etc. pp. Statt dessen geht man normalerweise in einen Laden (oder ist mutig und bestellt im Netz) und probiert. Mehr oder weniger unermüdlich in den üblichen Schuhgrößen (bspw. zwischen 40.5 und 39.5) bis man etwas gefunden hat, das paßt. Mit guter Beratung geht es evtl. schneller, aber ums Probieren kommt man nicht herum.

Dazu sagen müßte man vielleich auch noch, daß zur theoretischen Problematik der Interpretation der Werte auch noch ganz banal dazu kommt, daß es keine objektiven Standards für Meßwerte gibt. Als ich relativ frisch bei den Busenfreundinnen gelandet war, hab ich mich natürlich auch vermessen - und dann ein paar Wochen später Aqua (die Gründerin und Administratorin) persönlich getroffen und die hat meine Werte, vor allem die Unterbrustwerte, noch mal ganz ordentlich korrigiert. > D.h. Meßtechniken sind auch erst mal sehr individuell. Gerade wenn man selber mißt, ist es schwierig auf alles gleichzeitig zu achten: leere Lungen, volle Lungen, daß das Maßband gerade verläuft, an welcher Stelle man es ansetzt etc. 

Also, lange Rede, kurzer Sinn: Fazit

★ Wenn man die Möglichkeit hat, sich durch mehrere Größen durchzuprobieren ist das dem Messen immer und unbedingt vorzuziehen!

★ Wenn man bereits einen halbwegs passenden BH hat, ist es sinniger, sich durch eine Checkliste zu hangeln, um festzustellen wo die Probleme liegen (z.B. hier auf dem Blog: Woran erkenne ich ob ein BH paßt?  oder bei Lace.de)

★ Leider sind viele Marken scheinbar nicht in der Lage, Größen zu produzieren die mit denen anderer Marken vergleichbar sind. D.h. es kann gut sein, daß man je nach Marke völlig unterschiedliche Größen braucht.

★ Wenn man zur Inspiration, zum Vergleich oder aus Neugier eine Einschätzung haben möchte, die auf Meßwerten beruht kann man sich nach der Anleitung der Busenfreundinnen vermessen und
1. die bereits erfolgten Beratungen durchsuchen (Hier wird erklärt wie das geht: Alternative zur Erstellung eines Erstberatungsthreads)
2. einen Erstberatungsthread erstellen (Bitte nicht einfach aus Spaß, sondern nur wenn man’s ernst meint)
oder 3. die Daten in die SizeEmApp einfüttern. (Ein recht fortgeschrittener BH-Größenrechner von Ana und Vee, zwei BraFitting-Geeks aus Kroatien, wenn ich das richtig verstanden habe. Ach ja... die internationale "Boobosphere" ist schon toll.)

So, ich hoffe, mein Geschreibsel war einigermaßen überschaubar und mein Punkt ist einigermaßen rübergekommen: Don't trust the Tape Measure!

Bra Fitting ist trotzdem kein Buch mit sieben Siegeln. Man kann es auch einfach umdrehen und feststellen, daß es viel einfacher ist, sich mit einem Passformleitfaden durchzuprobieren.


Wie steht ihr zum Messen? Seid ihr skeptisch oder eher Anhängerinnen der Zahlen? 

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Blabla und: Jetzt noch schnell den Leo-Jasmine kaufen!

An dieser Stelle müßte eigentlich ein Blogbeitrag mit dem Titel folgen “Warum wir nicht bloggen”… In anderen Worten: das ist doch mal wieder die typisch – einen Fillerbeitrag mit bißchen mutiger Aussage (Warum wir bloggen) gepostet und schon erfüllt sie sich, negativ sozusagen, und es passiert gar nichts mehr auf dem Blog. Tja. 

Warum ich gerade nicht schreibe ist relativ einfach zu beantworten: ich bin uninspiriert und habe anderes zu tun und zu denken. (Gilt afaik für uns alle drei) 

Jede, die schon mal gebloggt oder überhaupt geschrieben hat, kennt dieses dunkle Loch der Uninspiration vermutlich: den berühmten Writer’s Block. Man sitzt mit der festen Absicht etwas zu schreiben vor einer leeren Seite und guckt gefühlt alle zwei Minuten in die Twittertimeline, aufs tumblr-Dashboard, in den Bloglovin Feed oder auf einen Newsticker. Tausende wichtige und interessante und aufwühlende Dinge da draußen in der Welt, aber kein lingerie-relevantes. Passend übrigens zur “Sauren Gurken-Zeit” im Business; der Februar ist häufig so ein bißchen langsam. So sagt man zumindest – bei dem Brimborium das um den Valentinstag gemacht wird, kann ich mir das fast nicht vorstellen. (Meine Abneigung diesbezüglich hat bereits Anne-Luise sehr schön auf den Punkt gebracht. Sonst vgl. auch Reblogs auf unserem Tie-In-tumblr. Ich sag jetzt dazu einfach mal nix weiter als “His eyes are as greeen as a fresh-pickled toad…”)

Theoretisch habe ich natürlich eine lange Liste von Themen, zu denen man noch mal was sagen könnte, aber praktisch bin ich zu faul sie mir rauszusuchen. (Unglaublicherweise handelt es sich hier um eine Sammlung von Zettelchen… Ja, ich weiß, wir haben 2014…) Statt dessen hab ich mal kurz ins Forum (Busenfreundinnen) geguckt und festgestellt, daß es mal wieder eine Frage zum Vermessen gibt, was die perfekte Gelegenheit darstellt eine vergessene Kategorie wiederzubeleben: die Fragen und Antworten.

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Offizielles Bild von Panache: Jasmine Balconnet (Early Spring 2014)

Daran setze ich mich jetzt gleich mal, bevor mich wieder was ablenkt… nebenbei sei zu bemerken, daß ich vorgestern beim Treffen mit zwei Ex-Kolleginnen (wink) informiert worden bin, daß der großartige Jasmine in Leoprint (Liiiebe) bei Panache bereits ausverkauft ist. Wer also noch ein Exemplar ergattern möchte, sollte sich beeilen – derzeit gibt es noch eine okaye Größenauswahl bei Bravissimo, Figleaves und bei ASOS. (Sonst noch irgendwo?)

Tips für Schnäppchenjägerinnen: für Figleaves gibt es oft Rabatte (einfach mal googlen oder in den Schnäppchenfred bei den Busenfreundinnen gucken). Gleiches gilt für ASOS. Zusätzlich kann man hier sparen, indem man die Website von Euro auf Pfund umstellt – der Umrechnungskurs von PayPal oder Kreditkarte ist auf jeden Fall günstiger als der von ASOS!

Für alle die zu spät dran sind – der Jasmine kommt im nächsten Herbst noch mal mit Animalprint, diesmal Schneeleopard. (Bild von Stanikomania)

Außerdem kommt der Jasmine noch in der frühlingshaften Farbkombi ivory/floral (Bild bei Sophisticated Pair); es soll ja auch Menschen ohne Blümchenphobie geben.Winking smile

Mehr d&d-Posts zum Modell findet ihr unter dem Tag Panache Jasmine.

Wie steht ihr so zu Animal-Prints?
Yay or nay?

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[Brabarella-Plausch] Warum wir bloggen...

 In letzter Zeit hat sich herausgestellt, daß Bloggen gleich noch viel mehr Spaß macht, wenn man sich nebenbei ein bißchen austauscht. Da es hier auf dem Blog manchmal ein wenig anonym (=gesichtslos) zugeht, dachten wir daß es vielleicht auch für euch interessant sein könnte, uns ein bißchen besser kennenzulernen. Deswegen unternehmen wir einen Versuch mit einer neuen Kategorie, dem Brabarella-Pläuschchen, einer Art Unterhaltung mit uns selbst. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr uns selbstverständlich auch Fragen stellen (entweder als Kommentar unter dem Text, per Email an drueberunddrunter ät gmx pünkt net oder auch per Twitter @drueber_drunter).

MiaRose: (@george) Wie ist denn eigentlich die Idee zum Blog entstanden?

george: Eigentlich wollte ich ursprünglich im Rahmen der Busenfreundinnen bloggen, da ich da sowieso schon sehr aktiv war. Ich dachte ein Blog wäre eine tolle Ergänzung des Forum für alle, die keine Zeit oder Lust haben, den verschiedenen Diskussionen zu folgen. Technisch war eine Blog-Integration bei BF aber im Winter/Frühjahr 2011 nicht umsetzbar, also hab ich mich selbstständig gemacht - in der Hoffnung, daß vielleicht ein paar Busenfreundinnen mitmachen wollen. Und da seid ja ihr. Insofern kann ich die Frage direkt zurückgeben: Warum habt ihr euch denn entschieden unter die Bloggerinnen zu gehen?

MiaRose: Ich hatte schon immer ein großes Mitteilungsbedürfnis und schreibe gerne. In der Uni wurde dieses Verlangen fast erstickt, da ich mir beim akademischen Schreiben zu viele Gedanken darüber mache, dass ich etwas falsch machen könnte und Angst vor 'Plagiat-aus-Versehen' etc. habe. Außerdem verstauben meine Essays und Hausarbeiten nur auf den Festplatten und in den Schubladen einiger weniger, während das Gebloggte, so hoffe ich, doch eine breitere Leserschaft erreicht. Und Menschen vielleicht sogar weiterhilft.

george: Oh ja, das kenn ich. Dieses stupide Wiedergeben der Texte anderer Menschen mit möglichst lückenlosem Nachweis, daß man bloß keinen eigenen Gedanken dazu gefaßt hat, das ist echt ein Kreativitätskiller. Und wie ist/war das bei dir, Anja?

Anja: Ich schreibe und lese einfach gern und hatte früher schon einmal vor, einen Blog zum Thema "Vegane Rezepte und Musik, die ich toll finde" zu machen. Während meines Studiums war ich noch stark mit Musik beschäftigt, seit letztem Jahr hat sich meine Neugier auf Neues und dem Sammeln von Wissen aber von der Musik auf BHs verlagert. Letzten Sommer (also 2012, falls der Text mal ohne Datum irgendwo stehen sollte) wurde ich gefittet und seitdem hat sich mein Wissensdurst und Forscherdrang mit meiner Lingerieleidenschaft verbandelt und ist kaum aufzuhalten.

Und ihr, liebe Leserinnen - wie steht es um euer Mitteilungsbedürfnis? 
Schreibt, bloggt oder twittert ihr auch?

Virtuelle TeaTime (Bild von Rgaudin via Wikicommons)

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[English] Big Cup Bras and Pricing Policies

Hello again, dear non-German speaking people. I know it's been a while that I wrote sth in English. As you may know, once upon a time I thought bilingual postings would be a brilliant idea only to realise a short while later that I did not even have the energy for writing a post once, let alone twice and since there are already so many great anglophone bra fitting blogs around, I decided to stick with German. So why this posting now? Simply because I feel like answering to some sort of discussion that took place on Twitter a couple of days ago, concerning the prices of bras in larger cups sizes.

Before I discovered British brands I had tried a lot of companies that were (and are) more commonly available in German shops. Of these, the only one I was satisfied with regarding style, shape and support was Prima Donna, a big cup brand by the Belgian Van de Velde-group. For one bra I paid on average 70€; non-sale-items were usually a bit more expensive (rangeing from 80 to 110€) whereas when you were lucky, you could buy a barely worn second hand bra on eBay for about 40€.

I used to joke that my bras were my most expensive piece of clothing, often even more expensive than my shoes or my winter coat. 

Then, even before I found my beloved Busenfreundinnen-forum, I realised that you could buy bras in larger cups sizes for a lot less money on eBay UK. After that I also discovered Brastop and all the regular (non-sale) online shops like Figleaves and Bravissimo, Bras Galore and Bras & Honey etc. The prices were about half the price I’d pay in a German lingerie store – even if purchased online – and I was in heaven.
After realising that a 32HH would be a much better sizing choice than my initial 36FF/G, some of the newly found delight about the paradisiac amount of choice was taken from me since many styles were not available above a G-cup.  And of the remaining styles many did not appeal to my taste (I really don’t like colourful flower patterns) or simply did not fit. 

This is one of the reasons, why I’m so focused on bra fitting and rather indifferent to all the stylish, fashionable lingerie out there. I see a bra first and foremost as a piece of functional clothing. That does not mean that I do not understand the frustration of many of my big boobed blogger collegues who complain about the limited choice and the rather high prices. Which now, finally, brings me to the topic…

Starting points of the discussion seemed to have been a couple of statements and complaints about the limited size range of brands and the prices for big cup bras. 

I think everyone who has ever had anything to do with bra fitting, especially above or below a certain breast size, got an impression of how difficult it must be to construct a proper fitting bra. There are so many aspects to be considered as breasts differ a lot in characteristics. (Breast root, form, volume etc.) Plus there are features not directly connected to the breast size like narrowness of shoulders, ribcage width etc. So building a bra that actually works for many women of the targeted size range requires extraordinary craftsmanship, a lot of advanced engineering and therefore quite a bit of money.

I totally get why new or small brands cannot afford this effort.

But, and this is the large BUT, the bold but, the but of buts:

Most of the large companies (especially the high street giants) that offer lingerie would – in theory – have the funding but they simply don’t care about offering a proper size range which would – indeed – cost money because they think they can get away with it. They cater to an imaginary majority of ‘normal’ women and they can count on the fact that so many women feel guilty about not being ‘normal’ enough to not make a stand when it comes to questions of supply and demand and companies acknowledging their needs.

That’s why I think the example used on twitter, by Cora of the Lingerie Addict, was not the best of choices. She said “For example, I'm thinking of @Busts4Justice famous campaign targeting bra pricing at @marksandspencer. Knowing what I know now I wish that campaign had addressed WHY full bust bras cost more. It's not arbitrary. They are legitimately more expensive to produce.” (click here for the whole thread)

In my opinion it is a bit naive to think that the extra £4.50 were charged because the sizes were more expensive to produce and therefore it was logical to pass on the extra-cost to the customer. More likely the people responsible thought they could pull it off because the shopping options for their target group were rather limited as it is and M&S bras were already cheaper than bras of other brands. 

Speaking from my experience with the lingerie business sellers count very much on the fact that women who are outsized by the main market and desperate are willing to pay a lot more than customers who could easily go to H&M or any other clothing chain. Once there is no real competition you can set the price as you like and women will have to pay it because they’ve got no alternative.

This statement does not deny the fact that developing big cup bras is expensive, that it is still considered a niche market and therefore the sales potential is not as it reasonably should be, that – as a store - stocking a large range of sizes is expensive, that employing bra fitters is expensive (more or less at least, depends on the wages), that a small shop/brand can’t live off cheap products because the less they produce and sell, the more money one piece has to fetch etc. pp. There’s a whole logic, we as customers never bother to think about and I think it’s important that to some degree we do – otherwise we do not understand what’s going on.

But still our interests as consumers do differ from those of the ones selling the bras and that’s not something you can reason away. It’s simply how it is. 

So the question would be what can be realistically demanded from our point of view and I’d say, for one that would be mixed calculations when it comes to producing and selling “exotic” sizes. Once a company reached a certain size this should not pose that much of a problem. For me, considering needs outside of an idealised mainstream would be taking on a bit of social responsibility (I know this should also adress the questions of wages for workers in productions, which would go beyond the scope of discussion at this point, but I know for a fact that Anja’s been preparing a post on the topic of fair trade). At the moment it is just the other way around: the larger the company, the less choice there is – sizewise – because of a “special needs – special shops”-logic. 

This means that, basically, once you’re outside a certain size range, you have to slaughter your piggy bank and bite the bullet of spending about 4 to 5 times the amount of money on a bra than the “average customer”. I’m talking here about German shops, so I’m aware that this does not apply to other countries. £30-35 for a bra (which equals about 37-43€) would be a dream! 

Usually here you have to fork out between 50 and 80€ for the very same bras you can buy in the UK for a fraction of the price, which is, needless to say, a lot of money for one piece of garment you desperately and definitely need. I wrote a blog post on the topic a while back, when I was working as a bra fitter, after having experienced a lot of different reactions of customers: some did not care at all for their shopping’s total as they were happy with the service and the products and they had the money to spare, but there were quite a few who told me in all honesty that they could only afford one bra and had to come back the next month to get a second one. (The post is unfortunately only available in German: Ist passende Unterwäsche eine Luxusfrage? which translates to “Is fitting underwear a question of luxury?”). Many people weren’t that open about the issue and just acted over-picky to distance themselves from my enthusiastic reactions about the fit. I guess a lot of them knew very well how much better the new bras fit compared to the ones they were wearing but they also were not prepared to leave 130€ at the shop. (For two bras)

Often when it comes to money (and the lack of it) people focus on young girls and women, students mostly, which downplays the problem of poverty to a transitional stage – which sadly it is not. Germany has decided only last autumn on introducing a minimum wage of 8.50€ per hour which may shed light on the question of how wages are now in many jobs, especially of course in those associated with ‘female labour’. Unfortunately whether you need an exotic bra size does not depend on your income. 

So what am I saying here? 

Yes, I’m all for conscious and responsible consumption. I’m getting the point of fair trade and quality products. I only want to also emphasise that even in wealthy Western countries many people, especially women, do not have the luxury to consider these arguments. Their wages are calculated for consumption of mass production stuff and thereby I do not mean shopping frenzies at Ikea or Primark which is often implied to make an the argument for quality instead of quantity. (On this issue see also Sam Vimes ‘Boots’ theory of socioeconomic unfairness) It is about awareness of how simple and important things become issues of luxury and a sports bra or a bikini for a fullbusted teenage girl of a low-income-family can add immensely to how she experiences her puberty (which is probably already difficult, as puberties tend to be)

This also means that the initial BUSTS 4 JUSTICE campaign can not and must not be reduced to women being personally insulted in their shopping habits by objective facts. For me it’s a stand for solidarity will all women regardless of size and income and educational background (which allows you to order in international online shops and educate yourself on bra fitting). I really wished we had something comparable to this campaign in Germany which still remains a bra fitting wasteland. 

So, that’s my 5p of associative thoughts. Thanks for bearing with me. 
Comments, critique etc. are always highly welcome :)

PS for those among you who are willing to use Google Translate or do understand German (which will be, probably, most of you) - I wrote a longer posting at Busenfreundinnen a while ago about the perspective of a salesperson which reflects on some insights I got of the business while working as a bra fitter (and also sympathising a lot more with the professional side of bra fitting than I do now. ;-))
Eugène Delacroix - La liberté guidant le peuple via Wikipedia Commons
Because I'm a drama queen. ;-)

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(Don't) Ask Alice: Kleine Brüste vs. große Brüste

Das mit Alice Schwarzers Feminismus ist sowas wie eine schwierige Sache – als ich noch dachte, die Geschlechtergleichheit sei schon durchgesetzt und Feministinnen latzhosentragende Relikte der 80er Jahre, war Alice Schwarzer als das Aushängeschild des deutschen Feminismus, Emma und so, nicht gerade eine Sympathieträgerin. Später, als mir klar wurde, daß Sexismus leider immer noch an der Tagesordnung ist und halt nicht mehr einfach als patriarchale Unterdrückung von Frauen durch Männer daherkommt, sondern als quasi-unsichtbares Netz von Stereotypen und Privilegien, steckte ich schnell so tief in poststrukturalistischer Theorie, daß für eine Auseinandersetzung mit Alice Schwarzer wieder keine Zeit oder Gelegenheit blieb. Einmal Stempel “überholt” drauf und das war’s. Ich war schon fast ein bißchen stolz darauf, mich da in Gleichmut zu üben und der Falle entkommen zu sein ihr vorzuwerfen, nicht bereits in der Vergangenheit den aktuellen StatusQuo der Kritik vertreten zu haben. Das Privileg des “Ausblendenkönnens”… (ich meine, man sieht recht deutlich daran, daß ich mich nicht mal über ihre Kopftuch-Aussagen so richtig aufregen konnte, daß ich davon nicht selber betroffen bin bzw. mich nicht angesprochen fühle.)

Kürzlich verwies Anne Luise (von der BH Lounge) in einer Email auf eine Antwort aus der Emma-Kategorie “Ask Alice” zum Thema Brustvergrößerung, die wirklich so unterirdisch war, daß ich erst mal eine Weile wie ein Goldfisch vor meinem Laptop saß. An dieser Stelle mal eine Triggerwarnung für alle, die empfindlich auf körpernormative Aussagen (im Themenfeld kleine vs. große Brüste) reagieren. 

Die fast 18-jährige Fragestellerin Anna schrieb über die Unzufriedenheit mit ihren Brüsten, die sie als “unterentwickelt” empfände. Aufgrund von negativen Reaktionen von Verwandten, Mitschüler*innen, Verkäufer*innen und auch Love-Interests überlege sie nun eine Vergrößerung vornehmen zu lassen, wenngleich sie Angst vor den Risiken einer Operation habe. 

Soweit ist das leider keine Besonderheit – viele Frauen fühlen sich unzulänglich, weil sie glauben oder sogar so gesagt bekommen, daß sie das gängige Brustgrößenideal nicht erfüllen und deswegen “gar keine richtigen Frauen seien.” Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll, so bescheuert finde ich das; also diese gesellschaftliche Zumutung. Aber naja, bei genauerem Hinsehen würde mir wohl eine Menge besseres einfallen als Alice Schwarzer, die das absolute Supernogo vollbringt, alle körpernormativen Aussagen aufzufahren, die man sich so vorstellen kann: 

Sie unterstellt, daß Anna natürlich eine knabenhafte Figur haben muß (denn nur superzierliche Frauen haben kleine Brüste) und vergleicht sie deswegen gleich mit Audrey Hepburn. Geschmacksurteile folgen der Imagination auf den Fuß: Sie, also Alice Schwarzer selber, mit ihren “normalen Brüsten” [sic!] fand auch immer “diese aparten Mädchen mit den flachen Busen toll, an denen die Kleider so schick runterfallen.” Damit ist ja schon mal viel gewonnen.

Im Gegensatz zu diesem Ideal von Androgynität behauptet Alice Schwarzer, es gäbe eine Mode der “Riesenbusen”, der “grotesk betonte[n] oder gar künstliche[n] Oberweiten”, der “Push-up-Titten”, die sie “ehrlich gesagt, immer eher an Milchkühe denken” ließen. [SIC!]
Auch dazu muß ich erst mal sagen: WHAT. THE BLOODY. FUCK?!!
In diesem Zusammenhang machen mich so pseudo-nachdenkliche Sätze wie
“Haben wir nicht eigentlich dafür gekämpft, dass die Männer uns endlich auch in die Augen schauen statt nur ins Dekolletée? Und wie kann es überhaupt sein, dass wir es hinnehmen, dass Attraktivität über BH-Größen definiert wird – statt über ein Lächeln, einen Blick, eine Silhouette?”
dann erst so richtig wütend. Ich meine, hallo? Wer sieht den performativen Widerspruch? Ja, ihr könnt die Hände jetzt wieder runternehmen. Offensichtlich jede die bis drei zählen kann.

Nun, ehrlich, ich fühle mich von solchen Aussagen natürlich persönlich beleidigt. Ich hab mir nicht ausgesucht so auszusehen wie ich aussehe, ich finde es unglaublich, daß mich jemand der sich Feministin schimpft aufgrund eines körperlichen Attributs  mit einer Milchkuh vergleicht und mir obendrein die Schuld dafür unterzuschieben will, daß mir Männer ständig ins Dekolleté sabbern - sorry, wie ist das denn kein Minirock-Argument?! Das geht so einfach nicht! Denn, auch wenn sich "Anna" jetzt vielleicht besser fühlt - ich mich sicherlich nicht. Damit verschiebt sich eigentlich nur, *wer* gerade eins in die Fresse bekommt, daß jemand eins in die Fresse bekommen muß, wird dabei überhaupt nicht in Frage gestellt.
Man kann nicht die eine Seite aufwerten, indem man die andere abwertet und dabei überhaupt nicht die Grundlage dessen unter die Lupe nehmen, auf der solche Unterscheidungen überhaupt nur Sinn machen: die Voraussetzung nämlich, daß Attraktivität den Kernpunkt weiblicher Identität bildet. 

Wir kriegen alle von klein auf an beigebracht wie wichtig es ist, hübsch zu sein, gepflegt, schlank, kurz: begehrenswert. Und gleichzeitig erfahren wir von Anfang an, wie unmöglich es ist, die Zielwerte zu erreichen – wir vergleichen uns mit anderen und egal wie “schön” wir schon sind, die anderen sind immer schöner oder wenigstens Teile von ihnen. Wie die Werbung zerstückeln wir Menschen in schlanke Waden, in straffe Schenkel, in gerade Nasen und geschwungene Lippen, in voluminöses Haar und die ideale Brustgröße. In unseren Köpfen sind wir alle Frankensteins Monster, zusammengeflickt aus den perfektesten Attributen die wir finden können und das führt oft dazu, daß wir uns gar nicht mehr als Ganzes wahrnehmen können. Ich will jetzt nicht irgendwie ins Esoterische abdriften, aber viele Frauen stehen vor dem Spiegel und sehen nur eine Ansammlung von Makeln, während sie gleichzeitig ihr reales Aussehen in gar kein Verhältnis zum gesellschaftlichen Schönheitsideal setzen können. Soll heißen, gerade die Frauen, die am meisten an sich zweifeln, sind häufig am nähesten dran. Ein Maßstab macht ja auch nur dann Sinn, wenn er irgendwie realistisch erscheint. Daß die ganze Anlegenheit mit einem realistischen Anspruch nichts zu tun hat, demonstrieren immer wieder die Superretuschierungen von sowieso schon überirdisch schönen Berühmtheiten, wenn sie denn mal bemängelt werden wie bspw. von Beyonce oder Kate Winslet. Wie geht der Ausspruch von Cindy Crawford? “I wish I looked like Cindy Crawford.”?!

Jedenfalls, mein Punkt wäre, daß es wirklich an der Zeit ist, das Schönheitsthema mal auf die Ersatzbank zu verweisen. Zumal es bisweilen auch echt seltsame Blüten treibt. Kürzlich las ich (irgendwo auf tumblr, ich hab es leider nicht wiedergefunden) etwas über die Darstellung der Schönheit von dicken Frauen unter dem Aspekt “50s-Retro-Babes”, also daß auch dicke Frauen gesellschaftlich als schön anerkannt werden, wenn sie halt einen großen Aufwand betreiben, fancy Kleider tragen und sich ausufernd schminken; die angeschlossene Forderung war, daß man ja aber auch schön sein können müsse, wenn man dick sei und keine massive “Ausgleichsarbeit” für diesen Makel betreibe. Und ja, ich stimme dem zu, ich finde auch, man sollte erst einmal jedem Körper positiv gegenübertreten und ihn einfach so nehmen wie er ist, aber ich finde es auch kritisch, daß alles immer am Begriff “Schönheit” hängt. Jede muß qua definitionem schön sein. Irgendwie beschreibt diese “Schönheit” dann auch gar nichts mehr, wenn der Begriff sowieso für alle gleichermaßen gelten soll. Warum kann man das Konzept dann nicht einfach zur Seite packen? Warum nicht mal über was anderes sprechen? Attraktivität ist z.B. für mich etwas anderes. Sexiness ist etwas anderes. Selbstausdruck ist was anderes. 

Ich will mir nicht ständig diese Vergleichsnummer Schönheitswettbewerb reinziehen müssen. Das sind reale Probleme, klar, aber man reproduziert sie auch, indem man sie ständig und ständig wiederholt. Das hat was Magisches, dieses Rezitieren von subjektivem Leiden unter den gesellschaftlichen Verhältnissen. Richtige Freiheit davon wäre, darüber nicht mehr nachdenken zu müssen, den “Spieglein-Spieglein”-Wettbewerb einfach abzustellen. Utopisch ich weiß, aber man kann immerhin Schritte in diese Richtung unternehmen statt sich mit dem bestehenden Zustand abzufinden.

Um noch mal den Bogen zum Aufhänger meines Postings zu spannen: die Debatte, wen es nun schlimmer träfe, die Frauen mit den kleinen oder die mit den großen Brüsten begegnet mir immer wieder und aufgrund meiner eigenen Voraussetzungen bin ich da natürlich auch vorbelastet. Meine Perspektive ist halt nicht die auf den Vorwurf Brett sondern auf die Bezeichnung Milchkuh, statt entfeminisiert fühle ich mich übersexualisiert, meine üppige Figur steht im Kontrast zu meiner Tomboy-Selbstwahrnehmung und Hell, würde ich gerne mal Hosenträger und Krawatte tragen! Ich sehe eine sehr große Tendenz zu Androgynität im Diskurs um Schönheit und ich bin dann entsprechend sehr verwundert, wenn ein Trend zu Kurven und großen Brüsten behauptet wird. Aber dann sind natürlich für mich “große Brüste” auch was anderes als vermutlich die meisten darunter verstehen.

Umgekehrt sehe ich natürlich auch die Argumente derer, die sich am anderen Pol der Skala befinden und was sie über ihre Wahrnehmung von Welt, Werbung und medial vermittelten Idealen und Normen berichten. Das vielzitierte "In die Kinder-Abteilung-schicken" beispielsweise, die abfälligen Bemerkungen von Familie, Freunden und Wildfremden... umso befremdlicher finde ich es, wenn man sich plötzlich in einem vermeintlichen Aufmerksamkeitswettbewerb wiederfindet.

Tatsächlich scheinen beide “Seiten” unausgesprochen um diesen ominösen “Normalbereich” zu kreisen, die imaginäre Gruppe der Frauen mit der perfekten Brust(größe), die den Luxus hat ihre “Probemzonen” woanders zu verorten. Dadurch stellt sich die ganze Debatte dann als Konkurrenz von zwei völlig marginalisierten Gruppen dar, und es geht offensichtlich oftmals darum, eine Art Contest zu gewinnen.
Entsprechend finde ich Aussagen, wie die bei The Lingerie Journal, im Bereich für Big Cups hätte sich ja so viel getan in den letzten Jahren, während die Small Cups immer noch hoffnungslos abgeschlagen wären, etwas schwierig, weil es versucht, zwei Bereiche gegeneinander auszuspielen. Zugegeben, es gibt im Bereich große Körbchen eine Angebotserweiterung. Aber nur weil Modell bis in große Cupgrößen produziert wird, heißt noch nicht, daß es der Trägerin gut paßt. Die BH-Anpassung im Bereich H-K-Cup ist einfach vielfach schwierig und ich kann echt nicht genug jubeln, daß mir Panache so gut paßt – sonst wäre ich ziemlich out of options. Aus der reinen Anzahl von Angeboten läßt sich daher noch nicht ablesen, wieviel davon wirklich funktioniert.

Das soll nicht heißen, die Forderung, es solle gefälligst auch 28A oder 30C oder 32A-BHs geben, sei irgendwie überzogen. Natürlich nicht! Klar muß es die Größen geben! Es ist eine Frechheit daß das so ignoriert wird. Aber... ja, eigentlich nichts aber.

Noch schnell ein paar Lesetips zum Thema kleine Brüste, als Kontrastprogramm zu oben verlinkten Text:
http://www.kurvendiskussionen.at - vor allem den #Smallbusters - Fairy Bra Mother Letter
Elfe's Klassiker Gedanken zur kleinen Breitbrust
Unser Kleine Größen-Tag - momentan haben wir leider keine Resident-Bloggerin mit kleineren Brüsten, falls ihr euch berufen fühlt, z.B. für einen Gastbeitrag, schreibt uns doch einfach ne Mail oder nen Comment. ;-)
Die Blogroll von Boosaurus bietet einen super Ausgangspunkt um Bloggerinnen mit einer ähnlichen/gleichen BH-Größe zu finden. 

Naja. Ich hab jetzt meinen Punkt gemacht and the time is up. Daher raus mit dem Beitrag. Kommentare, Anmerkungen etc. sind wie immer heiß ersehnt. ;-)

Wer sich noch nicht genug geärgert hat, kann sich noch die folgende Fotostrecke von Wonderbra-Werbeplakaten angucken. Gleich das erste ist ganz großartig. *wutschnaub*

Hier ein eher harmloses Beispiel. Achtung, Insider: Orange ohne Glas. :P
wonderbrafitsnaturally1

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BH-Größenrechner-Neuigkeiten: Den Figleaves-Bra-Calculator schon ausprobiert?

Vorhin bin ich bei Twitter (jaja, ich häng da gerade ausnahmsweise ein bißchen rum) über den Figleaves Bra Calculator gestolpert. Wie immer wenn ich sowas finde mußte ich ihn natürlich sofort ausprobieren. Bisher hatte ich den Eindruck, daß Size Em von allen mir bekannten Größenrechnern mit Abstand die besten Ergebnisse ausspuckt. Zu meiner großen Verwunderung kam bei diesem neuen Frage-Antwort-Spiel von Figleaves aber tatsächlich meine BH-Größe raus. Vielleicht probiert ihr's mal aus und laßt mir nen Kommentar da, ob es bei euch auch funktioniert?! Interessiert mich brennend... :)

http://www.figleaves.com/uk/fitting-room/bra-calculator/



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Der Fail der letzten Woche…

Nein, ich spreche nicht von Sherlock 3.3 (Moffat! *Faust gen Himmel schüttel* War die Doctor Who-Weihnachtepisode nicht schon schlimm genug?! Nicht auch noch Sherlock!) und auch nicht vom matt-schwarzen Nagellack von Astor Fashion Studio (Katastrophe!), sondern vom Panache-Twitterfeed. 

Der besteht nämlich nun schon seit Wochen fast ausschließlich aus “Sport-Tweets” : Workout-Routine, Fitness-Tips, die perfekte Playlist zum Joggen, Essensplanung für die Woche… alles unter dem Hashtag #supporteverymove. Das geht jetzt schon seit dem 1. Januar so und ich lese mittlerweile #supportnevermore.

nevermore-raven
Gibt's hier als schniekes Wallpaper

Ich kann’s nicht mehr sehen, echt. Am Anfang dachte ich, daß es aus Marketingperspektive völlig nachvollziehbar ist, auf den alljährlichen Gute-Vorsätze-Zug aufzuspringen. Aber doch nicht drei Wochen lang! Und kein Ende in Sicht! Niemand erinnert sich so lange an seine guten Vorsätze! Es ist Januar, wir wollen langsam Bikinis sehen (und kaufen)!

Na klar, der Panache Sport Bra ist toll. Freut mich für Panache, daß er sich so gut verkauft. Freut mich auch für die Besitzerinnen, die in der Regel superglücklich mit ihm sind. (Ich bin leider “out-sized”, es gibt ihn nur bis H-Cup, sonst hätte ich ihn sicher auch schon längst.) Gar keine Frage, Panache, mit dem Modell ist euch ein großer Wurf gelungen. Alle Daumen hoch für diesen BH. (Hier auch MiaRose's Review)

Trotzdem will ich nicht permanent mit diesem Fitnessquatsch bombardiert werden. Wenn es unbedingt sein muß, dann macht doch einfach einen neuen Twitterchannel nur für die Sportlinie auf, @LovePanacheSportsBra oder so. Vielleicht auch @actual_sportsbra (wie man das halt so macht, auf Twitter) – dann können euch die Sportbegeisterten und Fitnessfreaks folgen und ich kann hoffen, auch mal über das Sortiment informiert zu werden, nicht über anderer Leute Workoutplaylists oder Yogaübungen. Wie gesagt, die Bademode interessiert mich brennend. Oder auch ob das Größenspektrum des Sport-BHs mal erweitert wird – größere Cups und Unterbrustbänder vielleicht. Neue Modelle? Retweets von Reviews? Angebote von Partnern. Immer her damit!

Ich finde auch nicht, daß eine BH-Marke völlig wertneutral auftreten sollte – aber eigentlich dachte ich, daß eine gewisse Body Positivity gerade für die Big Cup Hersteller zum guten Ton gehört, Flaunt Your Curves und so. Passende Sport- und Bademode heißt dabei auch größtmögliche Bewegungsfreiheit. Aber so eine starke Fixierung auf das Thema Sport & Fitness hört sich für mich einfach nach Body Shaming an. Erst vorhin kam, ebenfalls über meinen Twitterfeed, der Link zu einem Beitrag in der New York Times der Internetsuchanfragen aufschlüsselt: offensichtlich halten Eltern ihre Söhne eher für hochbegabt und ihre Töchter eher für übergewichtig (via @larafritzsche). In so einer Welt will ich nicht auch noch von meiner LieblingsBH-Marke ständig aufgefordert werden, einen Neujahrsvorsatz durchzuziehen, denn ich so nie ergriffen habe.

Vielleicht sitzt da eine Frau am anderen Ende der Twitterleitung, die das für sich so entschieden hat: ich wünsche viel Erfolg! Ehrlich! Aber ich will es einfach nicht mehr lesen! (Ja, ich weiß, “unfollow” ist das Zauberwort)

Was meint ihr? Yey or nay?

http://www.pinterest.com/LovePanache/supporteverymove/
nevermore

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Dessous und Begehren: die Sexualisierung von Wäsche

Ich habe mich schon häufiger gefragt, wie ich mein Interesse für Bra Fitting so verpacke, daß bei “Nicht-Initiierten” richtig ankommt; die erste Reaktion wenn ich sage, ich beschäftige sich mit Unterwäsche, ist nämlich eher sowas wie peinlich berührtes Schweigen. So, als hätte ich – ungefragt – über meine sexuellen Vorlieben geplaudert. Ja, erm, Themenwechsel?!

Meine nachgeschobene Erklärung, es ginge um passende BHs für Frauen, was ein verbreites (gesellschaftliches!) Problem sei, und – naja – erst mal um Funktionskleidung, wird dann schon gar nicht mehr wahrgenommen; ist quasi dem Jugendschutzfilter zum Opfer gefallen. Und der kommt schon mit einem ganzen Set von Assoziationen (sonst würde das Filtern ja nicht funktionieren). Nach dieser Vorstellung ist dann auch Dessous-Blog = Bilder von sich für den ‘male gaze’ räkelnden, halbnackten Frauen in Häuchen von Nix. 

Verrückterweise ist für mich die ganze Angelegenheit mit den BHs ja in erster Linie feministisches Projekt – also ein Weg, Frauen zu einem besseren Körpergefühl, mehr Selbstvertrauen und optimierter Bewegungsfreiheit zu verhelfen. Man könnte also, provisorischerweise, sagen: das Gegenteil von dem was mir unterstellt wird. 

Mir ist es total wumpe, was eine Frau drunterträgt, so lange es hält und stützt und formt wie sie möchte und sie sich damit wohl fühlt. Es kann ein sog. Brustpanzer sein, ein T-Shirt-BH, ein durchsichtiges Stückchen Tüll oder ein bondage-inspiriertes Retroteilchen – I don’t care. Das ist – erst mal – persönliche Geschmackssache. Was ich mir wünsche, ist daß diese Vorstellungen des Ideal-BHs für alle Frauen, unabhängig von Körperform (in erster Linie), real umsetzbar sind, daß also der Markt ein Angebot bereitstellt, daß sich mit der realen Vielfalt der Frauen deckt (zumindest annähernd). Und dann können wir über individuelle Vorlieben im Design sprechen.

Diese Herangehensweise reflektiert natürlich stark meine persönlichen Gewichtungen: ich betrachte BHs eben erst mal als Unterwäsche, in diesem Sinne Funktionskleidung, und hänge einem gewissen “form follows function”-Pragmatismus an. Wie vermutlich der Mainstream der deutschen Frauen. Trotzdem möchte ich nichts tragen müssen, was ich selber unattraktiv finde; d.h. jenseits von Lingerie-Begeisterung in einem sexuellen Kontext muß ich mich in einem solchen ausziehen können, ohne das Gefühl zu haben irgendwie… äh… unpassend gekleidet zu sein. ;-)

Das ist natürlich ein sehr niedrigschwelliger Anspruch wenn es um die Kleidsamkeit von Lingerie geht, der nicht nur etwas mit dem Mangel an sexy Wäsche in meiner Größe zu tun hat, sondern auch mit meinem mangelnden Interesse am “sich in Szene setzen”. Umgekehrt zur eingangs erwähnten gängigen Unterstellung, muß ich mir nämlich oft selber auf die Finger klopfen, nicht in Tendenzen von Slutshaming zu verfallen.

Ja, richtig gelesen, Slutshaming. Oweia. 

Bei mir spult sich beim Stichwort “sexy Dessous” gleich der ganze Katalog von Vorurteilen ab: Standard-Porno-Optik mit Plastiktouch, kein Körperhaar, rote Plastik-Spitze, Beate-Uhse-Katalog. 

Mein Problem ist nämlich, daß ich – offensichtlich genau wie die Leute, die mir einen Wäschefetisch unterstellen – so krass geprägt bin von der üblichen Darstellung von Frauen in der Werbung, daß ich mir Dessous nur noch an gänzlich passiven Objekten männlichen Begehrens vorstellen kann: die gezeigte Person reduziert sich im Bild auf den reinen Körper, von ihrer Subjektivität bleibt quasi nichts übrig. Im Gegensatz zu einer explizit fetischisierten Darstellung, beispielsweise in einem BDSM-Kontext, in der die Unterwerfung gerade den Kink ausmacht, ist diese im Werbebild unmarkiert vorausgesetzt. Dazu kommt natürlich auch die Konsens-Frage: was in einem ‘Vanilla-Zusammenhang’ creepy und rapey ist, ist in einem s/D-Verhältnis abgesprochen und vereinbart. Vielleicht kann man es so erklären, was mich so extrem stört. Dieses ganze “Wickel mich aus, ich bin dein Geschenk”-Topos, das mit der Idee permanenter Verfügbarkeit und dem Diktat von sterilster Attraktivität daherkommt, das nervt mich einfach. Bäh.

Selbstverständlich sollte man aus der medialen Darstellung nicht ableiten, daß Frauen, die gerne schöne Wäsche tragen, sich damit automatisch zum willenlosen Objekt männlicher Begierde machen und sich damit irgendwie anti-feministisch verhalten. (Das war, was ich mit Slutshaming meinte.) Nicht nur, weil das Begehren auch ein nicht-normativ heterosexuelles sein kann, sondern auch weil Sexualität in ihren unterschiedlichen Ausprägungen sowieso kein Gegenstand von Wertung oder Beurteilung sein sollte. Es ist einfach wie es ist. Neben Slutshaming beinhaltet das auch Kinkshaming. Nur weil ich jetzt Lingerie nichts ungewöhnlich aufregendes abgewinnen kann, heißt das ja nicht, daß ich anderen das absprechen, schlechtmachen oder sonstwie "vorwerfen" sollte. Insofern weiß ich auch, daß meine eingangs erwähnte Abwehreaktion gegen die Unterstellung, ich hätte eine sexuelle Affinität zu Wäsche, alles andere als unproblematisch ist.

Es ist irgendwie schwierig...

Was auf jeden Fall schon mal ein Schritt in die richtige Richtung wäre, um aus der "Objektfalle" rauszukommen wäre eine andere Form von Präsentation. Ungefähr zeitgleich zu dem Beitrag, der den Denkprozess zu diesem Post anstieß (Diversity & Sexuality: Talking About the Way We Talk About Victoria’s Secret bei The Lingerie Addict), durchsuchte ich bei tumblr den “Red Lingerie”-tag – inspiriert von Anja’s Rote Wäsche zu Silvester-Zusammenstellung – und neben dem ganzen expliziten Material das ich fand (es ist halt tumblr!) war kaum ein Bild dabei, das ich jetzt guten Gewissens hätte rebloggen wollen. Dabei waren meine Kriterien eigentlich nicht so wirklich revolutionär. Ich wollte ein Werbebild, das mehr auf das Gefühl der Frau mit sich selbst abzielt als implizite Einladung zur sexuellen “Benutzung” ist, also eine Darstellung von Subjektivität, von Aktivität, von Empowerment, von Selbstaneignung, von Zufriedenheit, Spaß, was auch immer. Irgendetwas *in* der gezeigten Person als Individuum, wozu ich mich in Verbindung setzten kann…

Dazu gehört auch die vielzitierte Diversity, also eben nicht nur die Abbildung von jungen, schlanken, weißen, able-bodied CIS-Frauen mit 0815-Brustgröße, die man bis zur Unkenntlichkeit gephotoshopped hat, sondern Women of Colour! Transfrauen! Dicke Frauen! Behinderte Frauen! Kleinbrüstige Frauen! Großbrüstige Frauen! Frauen mit Tigerstreifen! Frauen über 40! In verschiedenen Konstellationen! Go! Go! Go!

So wie die Dinge gerade liegen, ist ein schlecht ausgeleuchtetes tumblr-Selfie ungefähr 3ooomal sexier als die üblichen Werbebilder. Tatsächlich habe ich festgestellt, daß es mir hilft, andere als die üblichen Werbe-Körper in Unterwäsche zu sehen, um aus dieser Gleichsetzung von Dessous=Geschenkverpackung rauszukommen und den Spaß nachvollziehen zu  können, den viele an schöner Unterwäsche haben. Denn darum geht’s ja letztendlich.

So, es ist zwar noch längst nicht alles dazu gesagt, aber hier ist jetzt erst mal Schluß mit Bekenntnis.

Wie immer interessiert mich eure Meinung! Her mit den Kommentaren!

agent provocateur
Rosie Huntington-Whiteley in the Commercial Love me Tender for Agent Provocateur,
one of my favourite brands when it comes to sexist cliches (see rant linked below)
Very male-gazey but at least with a surprising turn...
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OT: 2013 im Rückspiegel

Ja, ganz innovativ poste ich heute auch mal was zum Jahresende.  Widerstand gegen die Rückblick-Befindlichkeit ist zwecklos. Immerhin kann ich so, während mit fortschreitendem Abend die (Böller-)Einschläge näher rücken, an beschauliche Sommerabende denken… und mich darauf freuen, daß morgen endlich alles vorbei ist. (Lang lebe der Aberglaube!)

Dezember ist immer so ein unerfreulicher Monat. Dunkel, kalt und dann auch noch Weihnachten. Trotz erklärter Grinchitude kann ich mich vom weihnachtlichen Besinnlichkeits-Konsum-Stress-Zirkus doch nicht so hundertprozentig abgrenzen wie mir das lieb wäre. Und als wäre der Weihnachtsliederterror noch nicht genug, macht sich parallel zum “Frohen Fest” auch noch alljährlich Endzeitstimmung breit: Dinge müssen entweder dringend noch ‘dieses Jahr’ oder auf keinen Fall vor ‘nächstem Jahr’ erledigt werden, man muß unbedingt noch einmal X und Y treffen und natürlich ist es obligatorisch die vergangenen Monate noch einmal Revue passieren zu lassen und die 1001 Rückblicke  zu konsumieren mit denen die Medien das Nachrichtenloch stopfen. Es fühlt sich an, als ginge die Welt unter. (Auch in Jahren, für die das nicht prophezeit wurde.)

Wie alle Rituale hat natürlich auch die Rückblickszeremonie sein gutes: man nimmt sich wirklich mal kurz Zeit, über sein Leben nachzudenken, so oberflächlich das auch erst mal sein mag. Stichwort gute Vorsätze.
Also was soll’s? Dann meditiere ich halt auch mal über die mehr oder weniger sinnvolle Frage, ob nun 2013 ein gutes oder ein schlechtes Jahr gewesen sei. Daß ich bei einem klaren weder noch rauskomme, heißt vermutlich, daß es schon ganz okay war. Unscheinbare Jahre schlägt man es letzten Endes dann doch immer irgendwie der Positiv-Bilanz zu, weil: immerhin ist nichts außergewöhnlich Katastrophisches passiert.

Und sonst so? Mal smalltalkmäßig zusammengefaßt, habe ich folgendes:

|Gesehen| Im Frühjahr hat es meine beste Freundin nach acht Jahren (!) vergeblicher Versuche geschafft, mich zum Supernatural-Gucken zu verleiten. Über Monate haben wir uns zusammen 6einhalb Staffeln reingezogen; den Rest habe ich dann mit meiner Mitbewohnerin gesehen. (Süchte greifen um sich, ihr kennt das!) Macht 181 Episoden à 40 Minuten, also 120einhalb Stunden. Mein größtes Fernsehprojekt aller Zeiten. An der Stelle bin ich immer wieder froh, daß ich nicht auch noch Computerspiele spiele, die ja auch mal locker mit 80 Stunden zu Buche schlagen... 
Auf den zweiten Platz kommt die Bond-Filmreihe, mit der eigentlich alles angefangen hat und mit der wir  natürlich immer noch nicht fertig sind. Eine Reise durch 50 Jahre Bond, das ist schon auch, äh, abenteuerlich. Irgendwo zwischen Nostalgie (Als ich klein war wollte ich auch Geheimagentin werden) und Ungläublichkeit (Das hat er jetzt nicht gesagt/getan?!), mit einer ordentlichen Portion Alkohol zur besseren Verträglichkeit, war da auch ein bißchen kulturwissenschaftlicher Erkenntnisgewinn dabei – I swear!
Artiest Film: Leviathan | Enttäuschendster Film: Pacific Rim | Überraschendst guter Film: The Heat | Zeitaufwendigster Film: The Hobbit – Meine Fresse, hat dieser Film ein cooles Fandom! Ich war echt geflashed – nicht nur von der Fan Art, sondern auch davon, wie vielfältig und divers und progressiv viele Fans sind. Neue Serien hab ich mir auch zu Gemüte geführt, namentlich: Elementary, Hannibal, House of Cards, Ray Donovan, Vikings. Noch auf der To Watch-Liste: Orphan Black.

 |Gelesen| Zeitlich gesehen, also von der Zeit die ich investiert habe, liegt hier – neben Unmengen von z.T. brillianter Tolkien-Fanfiction - auch wieder ne Serie vorne (war ja klar) und zwar Sandman Slim von Richard Kadrey. Aktuell bin ich beim 5. Band. Angefangen hat es als leichte Urlaubslektüre und das zieht sich jetzt so durch. Nach meiner Enttäuschung darüber wie schlecht die Hunger Games geschrieben sind und daß City of Bones gar nicht lesbar ist, hat das Fantasy-Reihen für mich erst mal wieder gerettet. Inhaltlich hätte ich mir einen bißchen weniger superheldenhaften Protagonisten gewünscht, das hätte die Serie auch vertragen, aber naja, irgendwas ist ja immer.
Neben dem zeitlichen Aspekt (wieviel Zeit verwendet man zum Lesen) gibt es noch den Impact-Faktor, also was hat mich am nachhaltigsten beindruckt: Maps & Legends, eine Essaysammlung mit dem Untertitel Reading and Writing along the Borderlands hat mich im Frühjahr sehr gerockt und dazu geführt, daß ich noch mehr von Michael Chabon gelesen habe, z.B. Gentleman of the Road und The Yiddish Policeman Union. Einen ähnlichen Liebhaberstatus hat eher schon Ende des Jahres Something Wicked This Way Comes von Ray Bradbury gewonnen. Ich hab schon mehrere Sätze begeistert laut verlesen.
Sonst kann ich mich gerade an nichts erinnern, was einen bleibenden Eindruck hinterlassen hätte…  Wie immer wenn ich so drüber nachdenke, viele Zeit ich mit Fernsehgucken verbringe und wieviel mit Lesen, dann kriege ich ein furchtbar schlechtes Gewissen. Guter Vorsatz fürs nächste Jahr also mal wieder: mehr lesen!

|Geschrieben| Wenn ich schon nicht sonderlich viel Zeit in Lesen gesteckt habe, dann hab ich doch wenigstens relativ viel geschrieben dieses Jahr.  Für drüber&drunter ist dabei leider nicht so viel abgefallen, aber immerhin haben wir wieder eine gewisse Regelmäßigkeit in der Posting-Dichte etabliert und eine neue Brabarella an Land gezogen. (Yey @MiaRose & Anja!) Die stärkere interne Kommunikation hat dabei auch sehr geholfen. Deadlines und Feedback sind einfach unschätzbare Motivationsfaktoren. :)

|Gehört| Bleibendste Eindrücke und höchste Frequenz geben sich hier die Hand: Circle Takes The Square – eine US-amerikanische Screamo-Band und Ashborer – US-amerikanische Hipster Blackmetal Band, beide auch live. Welcome to Night Vale – Podcast, der vorgibt eine Lokalradiosendung der fiktiven Wüstenkommune Night Vale zu sein, in der allerhand Schräges und Surreales vor sich geht. (tumblr-Hype)

|Gegessen| Ich habe – wie wahrscheinlich viele – so Phasen in denen ich gewisse Nahrungsmittel in rauen Mengen konsumiere, nur um sie dann wieder zu vergessen. Dieses Jahr auf den Top-Plätzen: Tortillawraps mit Salat, Balsamico-Creme, Räuchertofu-Aufschnitt, Ofenkäse,  Schokopuffreis und Avocados. Gekocht habe, ich wie man daran sehen kann, total uneinfallsreich, was wiederum auch ein Vorsatz für 2014 ist: wieder Rezepte lesen, neue Inspirationen holen und umsetzen.

|Getrunken| Wie immer unfaßbar viel Kaffee, hauptsächlich Americanos aus zwei verschiedenen Espressomaschinen und zwischendurch meiner Bialetti Brikka. Allerdings quasi keinen sortenreinen Kaffee dieses Jahr, obwohl das doch meine geheime Leidenschaft ist. | Alkohol wieder moderater, vor allem nach bösartigen Bemerkungen meines Mitbewohners, daß Alkoholismus wohl schon zu den Berufskrankheiten meines Jobs gezählt werden könne. Also keine Sektchen mehr sondern lieber mal ein Bier oder ein Glas Wein. Zum Jahresende: Wodkavorräte dezimiert.

|Getragen| Die Frage muß ich jetzt natürlich BH-mäßig auslegen – vor allem Jasmine und Indina Balconette von Panache; gegen Jahresende quasi nur noch den Envy.
Dazu, as usual, Leggings, Shorts, Spaghetti-Tops, Schlauchschals, Bikerboots, Jerseyboleros und neuerdings Fleecejacken. Ich bin echt modefaul. Und das bei dem Blogtitel/thema… (ächz) Für 2013, oopsie, 2014 muß das natürlich heißen, steht mal wieder ein Make-Over an – langsam wird es sogar mir zu langweilig!

|Geärgert| Über die eigene Naivität, verschwendete Energie, unangebrachtes “Durch- und Aushalten”, Leute, die ihre Bedürfnisse nicht auf dem Schirm haben, und natürlich wie jedes Jahr, den kritischen Status Quo und alle möglichen linken politischen Projekte und ‘TheoretikerInnen’, die sowas von reaktionär sind, daß sich einem die Nackenhaare kräuseln.

|Gefreut| Daß mein Gehirn wieder ordentlich läuft. Zwischendurch hatte ich schon das Gefühl völlig zu verblöden und nur noch die Aufmerksamkeitsspanne einer Fruchtfliege zu haben. Außerdem: Tolle Menschen! Und natürlich: über den schönen Sommer!

|Gedacht| Interessant daß man immer wieder neue Erkenntnisse über sich haben kann, obwohl man sich doch schon so lange kennt. Konkreter: ich habe relativ viel über den Zusammenhang von Energielevel und Extro/Introvertiertheit nachgedacht und festgestellt, daß ich andere Menschen oft anstrengender finde als ich realisiert habe. (Ich bin nicht sonderlich schüchtern)

|Gewünscht| Daß es mir endlich gelingt, die Weltherrschaft an mich zu reißen. Oder mir ein guter Alternativplan einfällt. ;-) Sonst würde ich auch ein Haus am See nehmen. Oder einfach einen weiteren guten Sommer. *daumendrück*

|Gestaunt| Daß mein Interesse für den Blog und BraFitting noch mal wiedergekommen ist. Ich hatte das schon völlig abgeschrieben.

|Gekauft| Nach Jahren der Verweigerung endlich ein Smartphone, womit ich dann auch endlich im aktuellen Jahrzehnt angekommen bin. Uff! Ich kann auch ganz stolz berichten, daß sich meine selbstauferlegte Handy-Etiquette bewährt hat und mich immer noch ganz normal mit anderen Menschen unterhalten kann.

|Geklickt| Nachdem es lange Zeit ebenso an mir vorbeigezogen ist wie die Smartphone-Geschichte, hat mich 2013 das tumblr-Fever erwischt. Ausgangspunkt dabei war mein wiedererwachtes Interesse an Fanfiction (AO3) und die Erkenntnis, daß man heutzutage einen tumblr statt eines Livejournals hat (ja, ich war der Entwicklung etwas hinterher). Danach habe ich recht stupide aber mit wachsender Begeisterung schöne Bilder, lustige GIFs , interessante Zitate, politische Rundbriefe und amüsante Wortwitze konsumiert. Und dabei auch echt noch was gelernt. (tumblr can be so educational!)

Habt ihr auch so einen Jahresrückblick geschrieben?
Für den Blog, das Tagebuch oder allgemein die Nachwelt?
War 2013 für euch eindeutig gut oder schlecht?

sommerabend-liepnitzsee
Ein perfekter Moment: Sommerabend am Liepnitzsee

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