D/E: Meine Herbstwunschliste/ My fall wish list

Passend zum offiziellen Herbstanfang möchte ich euch ein paar meiner persönlichen Highlights der kommenden Saison vorstellen:

Quelle: sweetnothingsnyc.com
Bisher waren Babydolls im DD+ Bereich Mangelware. In dieser Saison bringen gleich mehrere Marken eben diese auf den Markt: Cleo das Marcie Babydoll, Parfait by Affinitas das Honey Babydoll, Elomi das Betty Babydoll und ein Modell von Ewa Michalak (Vorankündigung auf Facebook).

Quelle: dd-atelier.com
Wie gerne würde ich diesen Mantel von DDAtelier mein eigen nennen. Und ich bräuchte auch wirklich einen neuen Wintermantel. Allerdings bin ich mir bei den Größen unsicher und habe nicht das Geld mir mehrere Größen zu bestellen.


Quelle: kissmedeadly.co.uk
Auch wenn es nicht ganz so neu ist, dieses Mieder (und auch die Idee dahinter) von Kiss Me Deadly ist einfach anbetungswürdig. Überhaupt sind die Sachen ein Traum. Vielleicht erbarmt sich ja der Weihnachtsmann.

Quelle: urkye.pl
Sowohl Urkye als auch Biubiu haben letzte Woche ihre neuen Blazer auf den Markt gebracht. Leider war ich krank und habe so meine Chance verpasst. Einzelne Größen sind aber noch da und jetzt heißt es Daumen drücken und hoffen, dass nachproduziert wird.

Quelle:undone-lingerie.com
Eine neue Marke deren Ästhetik mich sehr anspricht ist All Undone. Ich mag das leicht androgyne aber doch elegante Design und natürlich die Tatsache Bodysuits in Größe DD-GG zu finden. Leider sind die Stück außerhalb meiner Preisklasse. Die Webseite geht laut Facebook nächste Woche live.

Was steht denn bei euch auf der Wunschliste?




In lieu of a full blogpost, I'd like to showcase a few pieces that have really picked my interest and that I'd buy if I had the money:

Source: sweetnothingsnyc.com
Babydolls haven't been widely available before to the DD+ crowd, but several brands are currently trying to fill this void. Parfait by Affinitas, Elomi, Cleo and Ewa Michalak (information found on their facebook page) are all launching or about to launch their own take on babydolls. 

Source: dd-atelier.com
I adore this coat by DDAtelier and am seriously considering investing the money. However, I am not sure about sizing and don't have the funds to order multiple sizes. Winter coat shopping is the worst.

Source: kissmedeadly.co.uk
I love this girdle (and the idea behind it) by Kiss Me Deadly. In fact, I love all the girdles they make. Maybe for Christmas.

Source: urkye.pl
Both, Urkye and Biubiu launched their blazers last week. I was sick and didn't go online thus I missed it. Keeping my fingers crossed that they restock.

Source: undone-lingerie.com
All Undone is set to make a splash on the big bust lingerie scene. I love their modern and sleek aesthetic and there are bodysuits! They are out of my price range (information curtesy of Miss Underpinnings), but maybe some of you like to splurge.









What's on your wish list? 










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Der Panache Jasmine Balconnet Bra bekommt eine Standard-Sortiment-Schwester namens Envy…

Wie ihr vielleicht schon festgestellt habt, haben wir über die letzten Monate versucht wieder einen festen Blog-Rhythmus zu finden, so daß ihr wenigstens einmal in der Woche was Neues zum Thema BHs und Bra Fitting zu lesen bekommt. 

Nach einigen Jahren Busenfreundinnen, zweieinhalb Jahren Blog und einer ganzen Menge ‘RL-Fitting-Experience’ ist es aber oft gar nicht so einfach etwas zu finden, was es noch zu sagen gibt. Ich neige dann zu so riesigen Abhandlungen, die vermutlich niemand ganz liest. ;-)

Daher hab ich mir vorgenommen, zwischendurch auch mal wieder was Lockereres zu schreiben, einfach so ein bißchen Blabla. Heute mal wieder über mein Lieblingsmodell…

Über die Jahre hab ich einige Modelle angesammelt, trotzdem trage ich einige Exemplare ‘on heavy rotation’, einige ab und zu und viele fast gar nicht. Die Gründe dafür variieren zwischen: optimale Form/gutes Tragegefühl über zur Abwechslung ganz nett bis hin zu tendiert zum Pieksen/drücken oder zur ‘Brötchen-Bildung’. Abgesehen davon schwankt die Brustgröße ja auch mit dem Körpergewicht und seit Ende 2011 habe ich ca. anderthalb Körbchengrößen  zugelegt. Leider. 

Denn mit jeder Brustgrößenänderung geht die Suche nach einem guten Modell quasi wieder von vorne los. Ich habe zwar das Glück, mit vielen Panache-Designs sehr gut klar zu kommen: ich habe eine relativ große Brustbasis (sowohl vertikal als auch horizontal gesprochen), mittelweiches Gewebe und viel Volumen in Stegnähe – also Brüste die nah beieinander angewachsen sind und ‘nach vorne zeigen’. 

Über einen sehr langen Zeitraum war der Panache Ariza mein absoluter Favourit: das Unterbrustband und auch die Körbchen bei dem Modell sind so fest, daß an den Trägern wirklich kaum noch Gewicht hängt. Ich hatte lange Zeit ein Exemplar in 34H (75H) und dann eins in 32J (70J), das ich mit Verlängerer trug, weil 34HH breitere Träger gehabt hätte. (Jaja, die Eitelkeit)

Leider ist der Körbchenrand bei dem Modell eher flach, d.h. ca. ein, zwei Zentimeter unterhalb des Cuprandes ist die engste Stelle, die zum Einschneiden neigte. Glücklicherweise erschien letztes Jahr genau zum richtigen Zeitpunkt, soll heißen, der Pensionierung meines Ariza ein neues Modell, der Panache Jasmine (Begeisterungssturm ist hier nachzulesen).

Durch die elastische Spitze im Obercup in Kombination mit dem festen Unterkörbchen stellte sich der Panache Jasmine (nicht nur bei mir) als eine Art Passformwunder heraus. Neben der sich anpassenden Spitze ist auch der Side-Support großartig – während viele andere Modelle an der Stelle an der der Träger ansetzt die Brust merkwürdig abflachen, formt der Jasmine dort superschön rund.

Bekannte Probleme: neben den pieksenden Bügeln (Zeichen für Panache-Inkompatibilität und leider auch beim Jasmine noch nicht behoben), kann der Jasmine bei Frauen mit relativ wenig Volumen im oberen Bereich bzw. eher kleiner Brustbasis etwas spitz formen. 

Und dann wäre da noch… DAS DESIGN…

jasmine HW2012Jasmine FS2013Jasmine HW2013

Darf ich vorstellen: Winter 2012, Sommer 2013, Winter 2013

Nummer eins war wenigstens schwarz (das Modell besitze ich), die Blümchenwiese fand ich aber nun wirklich zum Davonlaufen und Nummer drei wäre so erträglich und ich hätte wohl eins von diesem Design erworben – wenn nicht Ende September endlich-endlich der Schnitt unter dem Namen Envy im Basissortiment erhältlich wäre. 

Trommelwirbel:
59-RGB-HR-7285_Envy_Balconnet Bra_Black_Front
Schlicht und ergreifend würde ich sagen… Neben schwarz steht auch noch beige zur Auswahl; weiß wäre vielleicht noch gut, ist aber bisher (soweit ich weiß) nicht in Planung.

Größentechnisch ist das Modell in 30-38D-K erhältlich, Unterbrustbandweite übersetzt = 65-85. Wenn das UBB wie beim Jasmine eher fest ausfällt, ist das ein ganz ordentliches Größenspektrum…

Neben des dezenteren Designs hat der Envy natürlich den Vorteil als Standardmodell saisonsunabhängig erhältlich zu sein – d.h. man muß nicht schnell zuschlagen um noch ein Exemplar zu ergattern, sondern man kann sich mehr oder weniger darauf verlassen, daß man es immer bekomme kann – auch dann wenn die Waschmaschine mal wieder in hungriger Stimmung war oder man dringend noch mehr BHs braucht.
Interessanterweise produziert Panache als passendes Unterteil  neben einem Standard-Slip auch ein Shapewear-Ungetüm, das so aussieht:Envy Shaping Brief_Med

Mad Men-Retro-schön-und-gut, ich finde das Teil noch nicht mal häßlich, aber ich befürchte ein Röllchen-Desaster-Deluxe – irgend muß das ganze weggedrückte Gewebe ja hin und ich sehe da eigentlich nur die Option daß es über den Höschenrand und unter das Unterbrustband flüchtet. Vom sich möglicherweise einrollenden Rand ganz zu schweigen. Wie dem auch sei: idealiter soll es dann wohl so aussehen.

16-RGB-HR-Envy_7285_7284_Black_full cup bra_shaping brief


Seid ihr auch Mitglied im Jasmine-Fanclub und gespannt auf den Envy?
Was haltet ihr vom Unterteil-Design?

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D/E Vielfalt in der Lingerie Werbung / Diversity in Lingerie

English after the jump,
Wenn man sich die Werbung für Lingerie so anschaut, könnte man den Eindruck gewinnen, dass diese nur von schlanken, weißen, jungen Frauen ohne körperliche Beeinträchtigungen getragen wird. Natürlich wissen wir, dass das nicht der Fall ist und umso erstaunlicher ist doch der Mangel an Diversität. Wir haben schon öfters über dieses Phänomen berichtet. Das Argument für diese einseitige Perspektive scheint zu sein, dass Menschen einkaufen weil sie so sein wollen, wie die Menschen in der Werbung und weil wenn Werbende andere Wege geht, die Waren nicht mehr gekauft werden. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Es gibt aber einige Hinweise, dass das nicht der Fall ist und solche Werbung negative Konsequenzen für die Konsumenten hat. Hier und hier zum Beispiel (leider nur auf Englisch, für Hinweise auf deutschsprachige Quellen wäre ich sehr dankbar).
June von Braless in Brasil hat daher mit Hilfe vieler anderer Blogger zur Kampagne #DiversityInLingerie aufgerufen. Sie schlägt vor, dass ihr ein (unbearbeitetes) Foto von euch postet und irgendwo den Hashtag  #DiversityInLingerie einbaut um zu zeigen, dass ihr willig seit auch weiterhin Lingerie zu kaufen wenn das Spektrum der gezeigten Frauen erweitert wird und ich freuen würdet wenn jeder Mensch, die Möglichkeit hätte sich in manchen der gezeigten Models wiederzukennen.
Ich bin mir bewusst, dass ich in einer privilegierten Position bin, denn ich bin eine weiße, dünne und junge cis-Frau. Und auch wenn ich nicht genau aussehe wie die Frauen in der Werbung, so sind sie mir doch ähnlich. Menschen mit anderen Identitätsmerkmalen jedoch sind gar nicht repräsentiert oder stark unterrepräsentiert. Etwa werden Menschen anderer Hautfarbe, geschlechtlicher oder sexueller Identität, mit Behinderung oder solche die älter oder jenseits von 36 Kleidergröße sind, nicht gezeigt. Selbst kleinere Abweichungen fernab des Ideals wie Narben, Tattoos, Celluilite oder Brillen werden oft nicht abgebildet oder per Photoshop unsichtbar gemacht.
Viele Blogger haben zu diesem Thema einen (oder mehrere) Posts verfasst und mir damit sehr interessante Perspektiven eröffnet. Unter Junes Post zum Thema gibt es auch eine Linksammlung, die ich euch sehr ans Herz legen möchte. Wenn ihr kein Foto posten möchtet, aber trotzdem eure Unterstützung für Vielfalt zeigen möchtet, dann könntet ihr zum Beispiel bei Verkäufern und Designern kaufen, die dies tun. Eine solche Liste findet ihr bei Lingerie Addict. Oder aber ihr lasst die Lingerie Industrie wissen, dass ihr euch freuen würdet, wenn sie die Realität der Vielfalt auch in ihrer Werbung abbilden. Die meisten Marken sind heute per Social Media erreichbar und legen Wert auf ein Image, das sie als konsumentenfreundlich und nahbar darstellt und reagieren vielleicht.
Von mir gibt es auch ein Foto, dass eines meiner körperlichen Charakteristika zeigt, das selten zu sehen ist, obwohl es ungefähr 1,1% der Weltbevölkerung betrifft, nämlich Skoliose:


 



If you take a look at lingerie advertisement (or most fashion advertisement for that matter) you could believe that lingerie is only worn by thin, white, healthy women below 30. While most people are consciously aware that this is far from reality, the message still has an effect on people. It glorifies certain type of bodies while disregarding others. The argument from sellers, designers and others in the fashion industry seems to be that their sales drop when they stray from this path. If that is true is debatable and as I am not an expert on marketing I cannot comment. However, I found this article very informative and this one give links to the actual studies that show the negative influence of marketing lacking diversity and disapprove those claims.  
Recently, there has been a wonderful initiative by a huge number of lingerie & brafitting blogs that I like to bring to your attention. The campaign #DiversityInLingerie was launched by June from Braless in Brasil last week and aims at increasing the diversity in lingerie.  In June's words:
"From now on, if you want to join me take a picture of yourself (can be with or without your face, in lingerie or clothes- whatever you feel comfortable with!) and somehow fit in the hashtag #DiversityInLingerie.  You're welcome to either post it on twitter with the hashtag or email me and I'll put it up in  a post on my blog. Starting today (August 21st) other bloggers will becoming out with their own posts and pictures so check back to this post for the links! I'll post them as they come out. I'd encourage women of ALL walks of life and appearance to join in.  By participating you can show the lingerie industry that, yes, you'd buy lingerie from a diverse group of models, not just the ones currently shown.  I want to be clear that this is nothing against the body types currently shown and I don't want to get into a "real women" debate. We're all real women.  I just want a bigger pool of models so that ALL women can see someone like them and say 'hey, she looks like me and that bra looks awesome on her, it could look awesome on me too!'. -
I am very privileged in that I am a cis woman who is white, below 30, able-bodied and relatively thin. Thus while I don't exactly look like the models in lingerie ads they look like me in many aspects. But there are tons of people who are not represented. Woman of color,  trans* women, women with disabilities, older woman, men with gynaecomastia or woman with different body types. And its not only those major identity categories that are only narrowly defined, but even minor characteristics of people such as scars, cellulite, tattoos or glasses that are not shown or photoshopped to oblivion.
A number of people have offered their perspective and were much more vocal about this then I ever could be, so I urge you to explore the links given at the end of June's post. However, even if you don't want to post your picture to the internet, you can choose to support retailers that embrace diversity as suggested by the Lingerieaddict or let retailers and lingerie companies know what you'd like to see in their advertisement. Today most of them have an active social media presence and even make an effort to interact with customers. This is not a call to harass them but to make your wishes for more diversity known.
I am going to leave you with a not photo-shopped image of myself that shows off a bodily quirk of mine that is not seen in advertisement despite affecting roughly 1 out of 100 people in the general population to some degree, scoliosis:


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Das Größendilemma mit den EU-Marken

Im September 2011, also vor ziemlich genau zwei Jahren habe ich unter dem Titel ‘Lost in Translation’ eine kleine Abhandlung über BH-Größensysteme verfaßt und die Problematik einer ‘Übersetzung’ wie sie natürlich von allen die sich mit Bra Fitting befassen immer wieder versucht wird.

Ich arbeite ja nun schon eine Weile als Brafitterin und sehe seither was Frauen so tragen. In den meisten Fällen kaufen sie ihre gefühlte BH-Größe, d.h.  bei großen Brüsten entsprechend große Unterbrustbänder, also etwa von 80 bis 95 und dann in den erhältlichen Cups. Oftmals D oder E, schon seltener F oder G und ganz ganz selten kommt mal jemand mit einem H oder J-Cup.  Getragen werden “mitteleuropäische'” Marken versteht sich, also was man so im Handel üblicherweise im ‘Big Cup Bereich’ bekommt: Günstige Versandhaus-Eigenmarken, BHs von Hunkemöller, die gut aufgestellten deutschen Traditionsmarken (z.B. Anita, Triumph) aber auch die eher hochpreisigen BHs von Prima Donna, Chantelle oder Empreinte…

Die Passform und die Qualität der Stücke variiert sehr stark – und das gilt auch für das Volumen der Körbchen, soweit man das bei den meistens (nicht immer!) falsch gewählten Größen sagen kann. Mein vor zwei Jahren eher an Aussagen bei den Busenfreundinnen gewonnener Eindruck, daß die meisten Marken ihr doch sehr kleines Größenspektrum damit aufbessern, daß sie die Cups umso größer machen, hat sich auf jeden Fall erhärtet.

Besonders Prima Donna oder auch Empreinte fallen vergleichsweise riesig aus. Das heißt auf der einen Seite natürlich erst mal, daß eine Kreuzgrößentheorie der Art wie 80A = 75B = 70C = 65D (körbchenvolumen-mäßig) nicht mehr hinhaut. 

Auf der anderen bedeutet es aber auch, daß man tatsächlich eher andersherum denken muß, als das bisher bei den BF der Fall war: eine britische Größe fällt in vielen Fällen kleiner aus als die einer kontinentaleuropäischen Big-Cup-Marke. D.h. wenn ein getragenes D-Cup zwar zu klein aber nicht völlig katastrophal zu klein ist, kann man davon ausgehen, daß die gleiche Größe bei einer UK-Marke den Effekt einer Großbäckerei erzielen würde: Brötchen (rausquellendes Brustgewebe) überall. 

Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, das auch so zu erklären: daß das britische, feiner unterteilte Größensystem unter anderem dazu führt, daß man meist einen größeren Buchstaben benötigt. Das ist, wie gesagt, häufig noch nicht mal gelogen. Und auch wenn erzeugt es eine Art von Entspannungsmoment, denn Buchstabenphobie ist doch bei vielen Frauen ein großes Problem. (Ich weiß nicht, wie oft “Doppel D” verstanden wird, wenn ich “Doppel G” gesagt habe… man verzeihe mir also eine solche psychologische Rumtrickserei.)

Selbstverständlich hat das mit dem größeren Buchstaben auch viel mit einem ursprünglich schon zu kleinen Körbchen und einem zu großen Unterbrustband zu tun. So gibt es die klare Tendenz, daß jemand der seine BH-Größe als 85D einschätzt eigentlich eine 34FF/G benötigt. Das sind zwei Bandgrößen weniger, aber auch (zumindest theoretisch) zwei, drei Cups mehr.

Wie auch schon vor zwei Jahren festgestellt, hebt sich das Verhältnis bei größeren Cups dann meist wieder auf. Ein Empreinte-H-Cup entspricht ca. einem UK-GG-Cup und bei BHs der Marke Change, kann man von einem J-Cup getrost wieder auf ein UK-G-Cup heruntergehen. 

Bekräftigen möchte ich mit dem heutigen Beitrag auf jeden Fall meine alte Position: die totale Unsinnigkeit des Versuchs anhand einer Tabelle die Größen ineinander zu übersetzen. 

So pi mal Daumen kann man sagen, daß die meisten herkömmlichen Marken im Bereich um D und E-Cups herum deutlich größere Körbchen produzieren als die einschlägigen UK-Marken (Bravissimo, Curvy Kate, Eveden, Panache) und die Differenz darüber unterschiedlich je nach Marke und Konstruktionsqualität ausfällt. 

Marken die eigentlich nur ihre auf E-Cups ausgerichteten Minimiser-Schnitte hochziehen bis zum G-Cup, kann man entsprechend für größere Brüste, die sich nicht mehr einfach platt drücken lassen, vergessen weil das Volumen ziemlich deutlich nicht ausreicht. Dagegen gibt es auch spezialisiertere Marken, die auch ab F-Cup noch ordentliche, gut passende BHs konstruieren, beispielsweise Empreinte, Prima Donna und Ulla.


Meine Erfahrungen mit europäischen Marken sind immer noch sehr begrenzt – mehr als einen Eindruck kann ich also nicht liefern. Wenn man richtig damit arbeitet und auch noch britische Marken zum Vergleich hat, kann man vielleicht doch ein genaueres Übersetzungsschema erstellen. Derzeit wirkt es aber auf mich immer noch so, als würde jeder Hersteller ein Potpourri von willkürlichen Größen produzieren, was nicht nur Kundinnen sondern auch Verkäuferinnen heillos durcheinander bringt. Insofern ist es wohl nicht nur sachlicher Unkenntnis zuzuschreiben, warum so viele Frauen sagen, sie probieren jedes Mal gefühlte hundert Modelle an, bevor ihnen eins paßt und wenn sie ein gutes Exemplar gefunden haben, dann kaufen sie das auch immer und immer wieder…

In Zeiten von Selbstbedienung (kaum ein Geschäft bietet eine individuelle Größenberatung an) und Online-Shopping sind solche Abweichungen eigentlich nicht so besonders smart respektive geschäftsfördernd. Denn wenn man nicht an einem spezifischen Modell hängt (weil man es im Fachgeschäft mal angepaßt bekommen hat) bzw. dieses nicht mehr produziert wird (passiert ja selbst bei den traditionellsten aller Hersteller) oder man einfach rausgewachsen ist, dann kann man die Markenbindung eigentlich auch vergessen, oder?

Schon mich als quasi-Profi und ex-Bra-Nerd mit meinen über vier Jahren Bra Fitting-Meditationen nervt die Tatsache, daß ich nicht nur auf Schnittkompatibilität sondern auch  noch ganz banal auf “Größeninterpretation” achten muß, wenn ich einen BH anpassen will. Für jemanden, der eigentlich gar keine Lust hat, auf mehr zu achten als auf Farbe oder Schnittführung (also auszusuchen ob man einen T-Shirt-BH oder sexy Lingerie haben möchte), stellt die Problematik eine beinahe unüberwindbare Hürde zum “BH-Glück” dar.

Letzten Endes wirkt die Größenverwirrung beinahe wie eine absichtliche Strategie, Frauen in einem Zustand von Unmündigkeit zu halten, in dem sie völlig von der Kompetenz einer Fachverkäuferin abhängig sind. (Ähm ja, Verschwörungstheorie…)

Für mich ist jedenfalls die logische Konsequenz, mich mit EU-Marken gar nicht weiter zu befassen, sondern mich einfach an die (deswegen auch in der Online-Bra Fitting Szene so beliebten) UK-Marken zu halten…

Wie haltet ihr's so mit den Größen? Seid ihr marken-treu? Kauft ihr immer das Modell, von dem ihr wißt, daß es paßt?  Oder seid ihr experimenteller?


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D/E: Eigentlich finde ich Lingerie gar nicht so toll/ Perhaps I am just not that into lingerie

In den letzten Wochen ging es in der amerikanischen Brafitting & Lingerie Blogosphere viel um Curve NY und Lingerie Fashion Week bei der die neuen Kollektionen für die nächste Frühjahrs- und Sommerkollektionen vorgestellt werden. Für einen exzellenten Überblick über die Neuerscheinungen im DD+ Bereich empfehle ich die Berichte der wunderbaren Cecily von Miss Underpinnings. Zwar gibt es bei uns auch hin und wieder neue Kollektionen zu bestaunen, aber ist das doch eher selten. Natürlich hat das auch etwas damit zu tun, dass die größten Messen zum Thema außerhalb von Deutschland stattfinden und das ich mich auch nicht hauptberuflich mit dem Thema beschäftige, aber eigentlich ist es so, dass es mich schlicht einfach nicht so interessiert. Das hat viel mit meinen Prioritäten zu tun, wenn es um das Thema Unterwäsche geht. 
Ich begann mich eingehender mit Unterwäsche zu beschäftigen, da ich auf der Suche nach BHs bin, die passen und nicht weil ich sie so ansprechend finde. Meine Geschichte ist die Typische: Bänder rutschten, ich trug oft eine ganze Bäckerei mit mir herum und Rückenschmerzen hatte ich auch. Ich war so glücklich als ich die Busenfreundinnen fand und dort erste Empfehlungen bekam und nach meinem ersten richtigen Fitting bei Bravissimo hätte ich gut und gerne ein Tänzchen in Covent Garden aufführen können. Endlich verrutschte nichts mehr, ich hatte zwei runde Brüste unter der Kleidung statt vier und Sport war wieder schmerzlos möglich. Ob ich den BH vom Design her ansprechend finde, war mir damals ziemlich schnuppe. 
Für mich ist eine gute Passform fast gleichbedeutend mit Komfort, ein weiteres wichtiges Kriterium. Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen es als angenehmer empfinden, gar keinen Bh zu tragen. Wenn das so ist warum nicht (Okay, ich weiß blöde gesellschaftliche Konventionen). Für mich ist das allerdings oft nicht der Fall. Ich habe sehr weiche und hängende Brüste (einen Stift drunter einzuklemmen, ist gar kein Problem) und finde es schon unangenehm ohne BH schnell mal die Treppe rauf und runter zu flitzen. Einen BH dagegen, der sehr gut sitzt, merke ich eigentlich gar nicht und finde es oft bequemer als ohne.
Ein anderes Kriterium ist die Funktion. Ein Sportbh soll meine Brüste beim Sport davor schützen wie Dreijährige in einer Hüpfburg rumzuhüpfen. Ein trägerloser BH soll unter einem Kleid nicht zu sehen sein und meine Brüste unterstützen. Ein Bikini muss auch ein intensiveres Schwimmen überstehen. Das Aussehen ist dabei nebensächlich.
Das soll nicht heißen, dass es mir völlig am Allerwertesten vorbeigeht, wie ein BH aussieht, solange er gut sitzt und seine Funktion erfüllt. Wer diesen Blog schon länger liest, weiß, dass ich eine große Abneigung gegen Xena-Panzer, Beige und spitze-formende BHs habe. Das sind natürlich minimale Anforderungen und inzwischen erwische ich mich dabei auch mal dabei wie ich bei Etsy Korsetts anschmachte oder darüber nachdenke warum Dunkelblau eine derart vernachlässigte Farbe ist wenn es um Lingerie geht. Auch schaue ich mir gerne neue Kollektionen an und würde mir liebend gern einmal ein Teil von 'What Katie Did' und 'Kiss Me Deadly' (die Girdles!) können. Leidenschaftlich bin ich allerdings nicht dabei und so entscheide ich oft ganz emotionslos, dass ein Stück zu wenig Nutzen bringt oder einfach zu teuer für mich ist.
Das führt mich zu zwei anderen Faktoren, die wahrscheinlich eine Rolle dabei spielen, dass mein Interesse nicht zur Leidenschaft wird: das Größenspektrum und das liebe Geld. Viele Unterwäschestücke, die mich besonders ansprechen sind einfach weit außerhalb meines Budgets.
Viele der unabhängigen und kleineren Designer, die innovative Designs, bzw. solche die mich besonders ansprechen, produzieren leider nur für ein sehr eingeschränktes Größenspektrum (75-85 UBBs und B-D Körbchen). Das macht einerseits Sinn da, die meisten Menschen in diesem Größenspektrum kaufen. Andererseits, ist es meiner Meinung nach, auch einfacher. Es ist sicherlich viel schwieriger einen BH für eine 34H zu konstruieren der perfekt passt als für eine 34B. Das soll natürlich nicht heißen, dass es in dem Bereich keine Probleme geben kann (Stichwort Kleine Breitbrust).
Viele Dinge gibt es schlicht in meiner Größe nicht. Viele Menschen die innerhalb dieses engen Größenspektrums fällt, haben das Privileg sich an der Ästhetik des Stückes zu erfreuen OHNE Abstriche bei Passform und Komfort machen zu müssen.
Ich möchte mit diesem Post keinesfalls zum Ausdruck bringen, dass ich Menschen, die ihre Prioritäten anders setzen, kritisiere oder andere Perspektiven nicht willkommen heiße, eine solche findet ihr zum Beispiel hier. Aber ich bin eben jemand dem Brafitting mehr am Herzen liegt als Lingerie.

Also wie seht ihr das?



Over the past weeks there's been a lot of coverage of events such as Curve NY and Lingerie Fashion Week in the American blogosphere which introduced the new lingerie collections for Summer & Spring 2014. For a concise overview of the new collections in the DD+ I'd recommend Miss Underpinnings. Even though there are those rare occasions when we do that, it's far from regular coverage. While this is due to neither of us making a living of blogging and the fact that the major trade shows take place outside Germany, I am also not that interested and it made me think about my personal preferences when it comes to lingerie.
My main reason for getting into lingerie in the first place, was my quest for bras that actually fit. My story is pretty much the standard one, bands that were riding up, a case of quadroboob and back pain. I was super excited when I found Busenfreundinnen and figured out that my boobs weren't weird and I still remember how happy I was after my first fitting at Bravissimo. Finally, no more wiggle and cups that actually didn't cut my boobs in half but gave a nice, rounded shape. Back then looks were really not my priority.
The thing is they still aren't on top of my priority list. The most important part for me when deciding if a bra is for me is the fit, which for me pretty much equals comfort. While I can imagine that some women prefer going braless for maximum comfort and are mostly held back by social conventions, that is often  not the case for me. I have really soft breasts (holding a pencil is not an issue) and start to feel uncomfortable when I do more than lounge around the house. A bra that fits so well that I barely notice it is much more comfortable for me than going braless when I have to move around.
Another criteria is function. A sports bra has to prevent my boobs from behaving like 4-year-olds in a bouncy castle. A strapless bra has to provide support without being seen. A swimming set has to survive a swim in the ocean. If a garment doesn't do that, then I won't keep it, even if it's strikingly pretty.
That's not to say that I don't care about aesthetics. I have always been vocal about my dislike for beige and preference for a very rounded shape. I still appreciate novel or innovative designs, because after a while you get bored looking at the umpteenth collection of lingerie incorporating flowers, lace and the color black (not that these have to be boring). I have also spend quite a bit of time looking at well-made corsets on Etsy or salivating over the latest collection of Kiss Me Deadly and What Katie Did. However, I don't feel as passionate about that as I am about bra fitting, feminism or apple pie for that matter.
There are two factors that also influence me that have less to do with personal preference, money and sizing. Many of the pieces I like are simply outside my budget or I deem them to have unfavorable cost-benefit ratios.
The other thing that is somewhat preventing me from really getting into it, is the very limited size range of many pieces by smaller and independent designers (as well as many, many major brands). Mind you, that makes sense because most women still by a very limited number of sizes. But is also easier to design for a smaller bust or so people might think. I venture to say that is more complicated to construct a bra that works for a person wearing a 34B than a 34H. Many things simply aren't available in my size. People falling into this limited size range have the privilege to enjoy both the design and fit while for me it would be an either-or-decision.
This post isn't to say, that I don't value people who have different perspectives on this issue (for an interesting one, see:  http://www.thelingerieaddict.com/2013/05/why-im-not-a-bra-fit-blogger-and-why-thats-okay.html ) or try to convince them of the error of their ways. I am simply more interested in other aspects of lingerie than them.  

So what are your priorities?


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Ist passende Unterwäsche eine Luxusfrage?

Als ich vor ca. fünf Jahren entdeckte, daß das Unterwäsche-Angebot in Großbritannien deutlich besser ist als hier, war ich nicht nur von der Auswahl begeistert sondern auch von den Preisen. Für um die 20£ bekam man schon einen BH im Sale, manchmal sogar für weniger. (Meine ersten BHs lagen mit 36FF/G noch deutlich mehr im Mainstream als meine momentane 32J)

Geht man in Deutschland in einen Unterwäscheladen liegt der Preis für einen BH locker bei 60€ und darüber. Als Grundausstattung für eine neu gefittete Frau würde ich minimal kalkulieren:

Drei gut sitzende Alltags-BHs, wenn möglich unterschiedliche Modelle, um eine bessere Bequemlichkeit zu gewährleisten (wie Schuhe sollte man BHs zwischendurch mal wechseln, damit die Belastung nicht immer an der gleichen Stelle ist. Außerdem muß man sie ja auch mal waschen…), pro Stück zwischen 50 und 70€ = 150 - 210€, ein Sport-BH à 50-60€ und ein Badeanzug/Bikini für ca. 80€
Das macht zusammen zwischen 280€ und 350€. Ein stolzer Preis für eine absolute Minimalausstattung finde ich. 

Eine Überschlagsrechnung von britischen Preisen läßt mich bei Standard-BHs à 30£, einem Sport-BH für 35£ und einem Bikini für 60£ nur auf einen Minimalpreis von 215€ kommen. Das ist immer noch saftig, aber immerhin mehr als 60€ weniger als der ‘deutsche’ Preis.

Warum ich hier so rumrechne? Weil ich finde, daß passende Unterwäsche keine Luxusfrage sein sollte. Klar sind das Summen, die viele Frauen zu zahlen bereit sind, die viele Frauen vielleicht auch einfach so für was anderes ausgeben würden. Es gibt aber genug sozial schwache Familien oder auch Einzelpersonen, die sich das so einfach nicht leisten können. Und ich meine damit nicht unbedingt die üblicherweise als Paradebeispiele genannten Studentinnen. Vergleichsweise zu Schülerinnen, Azubis, alleinerziehenden Müttern mit geringem Einkommen, überhaupt Familien aus prekären Verhältnissen und natürlich ALGII-Empfängerinnen sind Studis finanziell meist ganz gut gestellt. (Sonst könnten sie sich, so traurig das ist, das Studieren auch einfach nicht leisten.)

Die weit verbreitete Idee ist, daß man BHs für nen Zehner vom Grabbeltisch kaufen kann und 25, 30€ sind schon das Maximale der Gefühle. Alles darüber sind ‘sündhaft teure Dessous’, die selbstverständlich ein ‘Hauch von Nichts’ zu sein haben. Sowas schmachtet man in Hochglanz-Frauenzeitschriften ebenso an wie Taschen von Chanel oder ein Kleid von Prada. 

Mit der Realität hat das wenig zu tun – die Wäsche vom Kaffeeröster, Versandhaus oder der Textilkette des Vertrauens ist zwar günstig, aber die Größenauswahl ist klein, die Passform oft nur so lala und häufig ist auch die Qualität nicht besonders gut. (Im letzten Jahr habe ich ganz schön viele Unterbrustbänder gesehen, die eher die Konsistenz von Kaugummi hatten als die eines stützenden Kleidungsstücks.)

Für Frauen, die ‘exotischere’ Größen brauchen und das ist typischerweise schon recht schnell der Fall, denn meist gibt es ja nur 75-85ABCD, sind die niedrigpreisigen Stücke gar keine Option. Entsprechend ist auch die Idee, bei BHs könnte es sich um einen Luxusartikel handeln, der unter Mode oder Körperschmuck läuft, ausgesprochen lächerlich.

BHs sind in erster Linie Funktionskleidungsstücke und zwar derart daß man sie vielleicht am ehesten noch mit Schuhen vergleichen kann. Und schon dieser Vergleich hinkt, weil zwar Füsse auch sehr unterschiedlich geformt sind und oftmals billige Schuhe nicht ausreichend Support geben, aber im Vergleich zu der Vielzahl von BH-Größen, die man für ein vernünftiges Fitting braucht, wäre auch eine Schuhsortiment in fünf Weiten pro Größe zahlenmäßig noch nicht vergleichbar…

Na, ich schweife ab. Worauf ich hinaus wollte ich die Problematik, daß passende, qualitativ hochwertige BHs de facto ein Luxusprodukt sind und diese Fehlinterpretation was ‘Dessous’ in der Regel sein sollen durch eine gesellschaftliche Reduktion von Frauen auf Modepüppchen, deren Lebenszweck es ist sich für Männer aufzuhübschen, auch immer noch reproduziert wird. 

Ein BH soll ganz profan die Brust stützen, Bewegungsfreiheit ermöglichen und Rücken und Schultern entlasten. Das heißt nicht, daß man nicht auch viel Geld für einen Hauch von Nichts bezahlen kann oder soll. Wer Lust auf ‘schöne Wäsche’ hat und es sich leisten kann, kann sich ja welche kaufen, so wie man auch Sneaker oder High Heels oder sonstwas sammelt. 

Der springende Punkt wäre aber IMO eine Anerkennung der Problematik von passender Wäsche und niedrigem Einkommen, also bspw. die Einrichtung eines staatlichen Topfs aus dem man einen Zuschuß beantragen kann, überhaupt ein stärkeres Bewußtsein für die Funktionalität von Unterwäsche und eine bessere Berücksichtigung des objektiv vorhandenen Bedarfs.

Je länger ich mir angucke, wie viele Frauen sich mit schlecht sitzender Unterwäsche herumquälen und statt dem Markt, unqualifizierten Verkäuferinnen, eine misogynen Stimmung in der Gesellschaft usw. die Schuld daran zu geben, diese ständig nur bei sich selber und in der Fehlerhaftigkeit ihres eigenen Körpers suchen, desto wütender werde ich. 

Die Sache mit der falschen BH-Größe stellt sich so als ein wirklich grundlegendes feministisches Alltragsproblem dar, in dem sich widerspiegelt wie marginalisiert die Bedürfnisse von Frauen in unserer Gesellschaft doch eigentlich sind und wie stark sich die Wahrnehmung von Frauenkörpern auf Attraktivität und Schönheitsidealen fokussiert. 

So, Rant Ende.

(Sorry, ist mal wieder ein wenig unausgegoren, die ganze Sache, ich hab das jetzt einfach so runtergetippt…)

Yoda Hulk-Meme zur Untermalung meiner Stimmung...

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Wo bekomme ich 110D? BHs für dicke Frauen.

In letzter Zeit wurde ich häufiger mit der Frage nach großen Unterbrustbändern konfrontiert, also sagen wir mal so ab ca. Bandweite 90 bis hoch auf 110, 120, verbunden mit einer generellen Klage darüber, daß man diese Größen nirgends bekäme.

Nun hatte ich natürlich theoretisch auf dem Schirm, daß das Angebot über 90 oftmals miserabel ist. Nicht umsonst kann man die drei großen Probleme des deutschen Dessous-Markts zusammenfassen mit: Es gibt keine kleinen Unterbrustbänder, keine großen Unterbrustbänder und keine großen Körbchen. Besonders schlecht zu bekommen sind – wie man sich vorstellen kann - die Kombinationen der ‘exotischen’ Unterbrustbänder mit den großen Körbchen. Also, theoretisch ist das klar, aber so konkret scheint die Gruppe der großen UBBs eher wenig ‘Lobbyistinnen’ zu haben und fällt immer etwas ‘hinten runter’. 

Zu einem ganz großen Teil liegt das, man kann es nicht anders sagen, am ‘Fat Shaming’: wer in die ‘normalen’ Größen nicht reinpaßt und ‘Übergrößen’ braucht (echt, wie ich das Wort hasse!), der ist doch irgendwie auch selber schuld. (Das ist selbstverständlich ironisch gemeint) Und das läßt man die betroffenen Frauen ggf. auch deutlich spüren.

Der Besuch eines Dessousgeschäfts ist daher häufig nicht nur vergeblich sondern auch frustrierend: Nicht nur orientieren sich die meisten klassischen Fachgeschäfte am Größen-Mainstream, auch bekannt als des Kaffeerösters Wilde 13, sie reagieren auch nicht selten mit – sagen wir mal euphemistisch – Unverständnis, wenn sie mit in ihren Augen außergewöhnlichen Wünschen bzw. ‘Nicht-Norm-Körpern’ konfrontiert werden. Kaum eine Kundin muß sich so oft anhören “Das geht eben nicht besser.” oder “Haben wir nicht.” oder noch schlimmer “Gibt es nicht.” Die Message ist ganz klar: du mußt dich ändern um in die BHs zu passen, nicht umgekehrt, der BH muß zum Körper passen.

Nun finde ich, sollte die allererste Regel des Bra Fitting sein, eine Frau erst mal so zu nehmen wie sie ist. Keiner Verkäuferin steht es zu, ein Urteil über einen Körper oder Lebensentwurf zu treffen. Darum geht es doch wirklich nicht! Im Gegenteil, die Aufgabenstellung ist, eine individuelle Lösung zu finden, sonst könnte die Frau doch gleich in ein Kaufhaus gehen oder online bestellen und nicht ein sogenanntes FACHgeschäft besuchen.

Und genau diese Konsequenz ziehen auch viele, vielleicht die meisten (dicken) Frauen aus ihren Erfahrungen mit dem Wäschebusiness: Wer ein Unterbrustband über 90 braucht, dem bleibt häufig wenig anderes übrig als im einschlägigen Versandhandel (z.B. Otto) bzw. bei den ‘Plus Size’-Shops im Internet zu bestellen, namentlich Ulla Popken, Sheego, Simply Be oder Evans.
Das ist auf subjektiver Ebene verständlich, ändert aber nichts an der Marginalisierung der “dicken Minderheit” auf dem Markt der “Normalgrößen” und führt in den meisten Fällen dazu, daß Frauen eine völlig falsche Größe tragen.
Dicke Frauen glauben genauso wie alle anderen auch, daß sie viel größere Unterbrustbänder und kleinere Körbchen brauchen als tatsächlich der Fall ist. Erst kürzlich habe ich eine Dame von 110B auf 95F gefittet, d.h. drei Unterbrustbandgrößen größer und zwei Körbchen größer. (100B entspricht 105C, 100D und 95DD – zumindest bei britischen Marken. Da kommt erst DD, dann E und dann F. Daher ist ein F zwei Cups größer. Vgl. auch Beitrag Die Sache mit den Kreuzgrößen…)  

Solche Vorher-Nachher-Verschiebungen sind übrigens ziemlich häufig, man könnte sogar sagen die Regel.

Woran liegt das? 

Zum einen an einem falschen Verständnis des Verhältnis zwischen Unterbrustumfang und Bandgröße – es wird immer noch behauptet, aus dem Wert den man per Maßband ermittelt wenn man den Brustkorbumfang unter der Brust mißt, könnte man direkt die passende Unterbrustbandgröße ermitteln. D.h. 110 cm gemessen heißt man braucht ein 110er Unterbrustband. Nun ist es aber so, daß sich ein BH-Band ganz ordentlich dehnt, so daß ein 110er für einen Umfang von 110cm auf jeden Fall zu weit ist. (Weitere Infos dazu gibt es im verlinkten Beitrag.)

Zum anderen kaufen viele Frauen ihre BHs nach subjektivem Brustgrößenempfinden: eine A ist klein, eine B schon so mittel, eine C eher groß und ab D wird es dann richtig groß. In der Welt des Bra Fitting ist dann u.U. eine F das neue B-Körbchen; einfach deswegen, weil man ein paar Unterbrustbandgrößen weniger wählt (vgl. die Sache mit den Kreuzgrößen) und die Brust doch etwas größer ist als gefühlt. Vier Körbchengrößen sind nämlich für die reale Vielfalt von Brüsten einfach nicht ausreichend und sogar das als riesig verschrieene DD ist eigentlich noch relativ klein.

So, was heißt das nun für die praktische Frage nach der richtigen BH-Größe?
Am besten geht man mal die üblichen Kritierien für einen passenden BH durch und schaut, wie gut die eigenen BHs sitzen:
- Das Unterbrustband sollte fest und stabil sitzen und nicht nach oben hoch rutschen. (Durch Rückenschokoladenröllchen ist eine Parallele zum Boden häufig nicht zu erreichen, aber ob es fest ist, merkt ihr ja auch so.)
- Wenn es sich um ein bügelloses Modell handelt, sollten die Seitenstäbchen hinter der Brust liegen – so wie ein Bügel auch, und das Unterbrustband sollte unter der Brust durchführen. D.h. wenn man oben am Träger zieht sollte unten keine Brust rausgucken!
- Die Träger sollten nicht rutschen aber auch nicht das ganze Brustgewicht tragen! Der Löwenanteil des Halts muß immer vom Unterbrustband kommen!
- Die Bügel sollten um die Brust herumlaufen und nicht auf der Brust aufliegen, das heißt: Auf ausreichend breite Bügel achten! Der Bügel muß außen/unter dem Arm hinter dem Brustgewebe liegen. Zu schmale Bügel werden von evtl. vorhandenem Seitenspeck zur Seite weggedrückt was zu dem häufigen Problem der pieksende Bügel führt.
- Der Bügel muß unter der Brust in der Brustfalte liegen und nicht weiter oben auf der Brust. (Siehe auch oben: Wenn man am Träger zieht und die Brust unten rausguckt, ist der BH nicht richtig angezogen und/oder im Cup zu klein.) Wenn der Bügel nicht unter der Brust in der Brustfalte ‘einrastet’ dann liegt weiterhin Haut auf Haut, was zu erhöhtem Schwitzen, Pickelchen und im schlimmsten Fall Entzündungen führen kann. Außerdem drücken die Bügel so häufig auf den Magen/Bauch, weil der BH nach vorne runterrutscht.
- Der Steg (BH-Mittelteil) sollte zwischen den Brüsten aufliegen und sie voneinander trennen.
Und ja, mit einem gut sitzenden BH lassen sich alle diese Punkte erreichen!
Wie aber kommt man nun an dieses Traumwäschestück?

Am besten und einfachsten wäre natürlich eine gute Beratung in einem Wäschefachgeschäft. (vgl. Kleiner Leitfaden für den Besuch im Fachgeschäft) Hier kann es Sinn machen, sich bei den Herstellern zu erkundigen, wo ihre Produkte angeboten werden. (Z.B. Elomi Store Locator oder Ulla Händlersuche; Elomi hat eine sehr gute Passform und liegt preislich etwa bei der Hälfte eines Ulla-BHs, weswegen ich die Marke wirklich wärmstens empfehlen kann. Panache hat kürzlich auch eine neue Untermarke speziell für große Unterbrustbänder auf den Markt gebracht – Sculptresse.)

Eine weitere Möglichkeit ist natürlich das gute alte Online-Shoppen. Dazu würde ich dringend eine Beratung bei den Busenfreundinnen ans Herz legen. Anhand von fünf Messwerten wird dort eine Ausgangsgröße ermittelt und die Suche nach dem passenden BH weiter mit Tips und Ratschlägen begleitet.

Bei den Busenfreundinnen gibt es auch Berichte zu diversen Läden und selbstständigen Bra Fitterinnen in Hannover, Magdeburg und Berlin, sowie die Option eines der regelmäßig stattfindenden Treffen zu besuchen und dort Direkthilfe zu bekommen.

Vielleicht als Abschluß zu meinem Rundumschlag (sorry, war vielleicht ein bißchen viel auf einmal) noch ganz kurz ein Wort zu der häufigen Frage nach BHs die die Brust vergrößern oder pushen. Oft ist schon ein richtig passender BH ein ordentlicher “Booster”. Wem das aber nicht reicht, könnte mal Halbschalen (Halfcups) von Evans ausprobieren.

So, das war’s erst mal von meiner Seite.
Wie immer freue ich mich über Kommentare, Anregungen, Tips und Fragen zum Thema…

Elomi Jocelyn, Herbst/Winterkollektion 2013

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