No Shave November - ein Mißverständnis

Vor ein paar Wochen stolperte ich auf dem tumblr der Kurvendiskussionen über ein Foto unrasierter Frauenbeine und eine flammende Rede gegen die Forderung, daß Frauen doch bitte nicht am No Shave November teilnehmen möchten. (Link zum Beitrag)
Ist ja interessant, dieser No Shave November, dachte ich mir, eine Aktion gegen das Enthaarungsgebot für Frauen und praktischerweise auch in einer Jahreszeit (in unseren Gefilden), in der es eh keinem auffällt. Ohne drüber nachzudenken hatte ich schon mitgemacht - denn meine Beine haben schon seit Monaten keine Rasierklinge mehr aus der Nähe gesehen. 

Eigentlich ein schönes Thema für den Blog, dachte ich weiter und setzte es auf meine imaginäre "Sachen über die ich noch mal was sagen könnte"-Liste. Der Monat neigte sich dem Ende, das schlechte Gewissen über meine trotz aller guter Vorsätze nicht steigenden Posting-Dichte wuchs und so tippte ich brav die Schlagworte in die Suchmaschine um der Sache mit dem Rasierstreik auf den Grund zu gehen.

Gefunden habe ich etwas, womit ich gar nicht gerechnet hatte: auf der Seite no-shavenovember.com erwartet mich ein bärtiges Symbol mit Hut. Bärtig wie Mann. Hut auch wie Mann. Eindruck: Jetzt bin ich verwirrt.
Das Ziel von No-Shave November sei, steht da zu lesen, Aufmerksamkeit für Krebs zu schaffen, indem man sich die Haare wachsen läßt, die KrebspatientInnen verlören. Das Geld das man sonst für Rasieren ausgebe solle man für Aufklärung und Vorbeugung usw. spenden. Die Webseite ist Teil einer Awareness-Kampagne der American Cancer Society. Daß man sich auch als Frau trotz bärtigem Hütchen-Symbol noch angesprochen fühlen darf, verrät der Subtext, also Aufforderungen wie "skip that waxing appointment" und "let those legs get mangly" ("Mangly" sagte mir gar nichts, nach dem Urban Dictionary zu urteilen, könnte es sich da um ein Portemanteau aus 'manly' und 'ugly' handeln.) Soweit mir bekannt ist Waxing und Beine rasieren immer noch zu großen Teilen Frauensache.

Zwei weitere Klicks weiter (bei Wikipedia und auf der Website movember.com) erfahre ich, daß es den sogenannten Movember bereits seit 2004 gibt und mit dem Stehenlassen von Schnurrbärten Aufmerksamkeit für das Thema männliche Gesundheit, spezifischer Prostata- und Hodenkrebs, erzeugen möchte. Tatsächlich ist Movember auch mehr als ein Portemanteau aus November und Mustache (Schnurrbart) - nämlich eine weltweit operierende NGO, die Movember Foundation. MoSisters sind hier explizit nur noch die Frauen die Schnurrbärte lieben und die Männer aka MoBros supporten. Na, dankeschön!

Meine vierte Anlaufstelle beim Urban Dictionary dann auch angekommen am Tiefpunkt des Rumgemackers - da wird (keine Ahnung wie selbstironisch) das Abfeiern von Maskulinität qua Nicht-Rasieren als Hintergrund des NoShaveNovembers festgehalten. Tja... soviel zu nicht-rasierten Frauenbeinen.

Damit erschloß sich mir dann auch der Zusammenhang zum Mitmachverbot: Körperhaare stehen lassen ist natürlich keine 'weibliche' Sache, wie konnte ich das nur mißverstehen?! Frauenhaare sind eklig und unhygienisch und auch in Fällen einer politischen Kampagne nicht vertretbar. 

Was soll ich sagen?! Ich bin ein bißchen enttäuscht. (Euphemismus) Was ich da naiverweise für eine progressive Aktion für mehr Diversität verstanden hatte, ist trotz natürlich irgendwie sinnvollem Hintergrund (Cancer Awareness) weitestgehend doch nur so eine Mainstream-Veranstaltung, die an der bestehenden (Geschlechter-)Ordnung festhält und das 'subversive' Unterlaufen der Kampagne ist leider nur eine Randerscheinung.

Fest steht für mich jedenfalls, daß ich nächstes Jahr bewußt mitmache! Ein Hurra auf hairy legs!
Und wie haltet ihr's so mit der Rasierklinge?







Posted in , , , , | 1 Comment

D: Faktoren die die Passform beeinflussen

Auch gute Größenrechner liegen mal daneben. Warum ist das so? Ich weiß noch, wie ich am Anfang meiner Fittinggeschichte auf einen Rechner stieß der sehr oft empfohlen wurde und dann dachte prima, endlich kann es losgehen. Ganz so einfach war es dann aber doch nicht. Denn es gibt viele Faktoren die den Sitz eines BHs und die Größe beeinflussen, die wenig mit dem gemessenen Unterbrustumfang (UBU) oder Brustmaß zu tun haben. Das erklärt auch warum auch zwei Frauen mit exakt gleichen Maßen im selben BH unterschiedliche Größen tragen.

(Kopflose und armlose) Vogelperspektive -
oben eine breite, unten eine schmale Brustbasis
Breite der Brustbasis: Die Brustbasis ist die Fläche auf der das Brustgewebe am Oberkörper ansetzt. Eigentlich ist es ganz einfach: Eine breite Brustbasis, also eine solche die horizontal viel Platz auf dem Brustkorb einnimmt, braucht breite Bügel. Wie weiß mensch denn aber ob mensch eine breite Brustbasis hat? Zieh deinen BH aus und drück deine Brust mit der Hand leicht gegen den Brustkorb und dann in Richtung Achsel. Es sollte sich eine Falte bilden. Mal diese nach. Wo verläuft diese Linie im Vergleich zum Abdruck des Bügels? Wenn der Bügel vor der Linie liegt ist er zu schmal. Liegt er dahinter ist er zu breit. Tendenziell sind kleine Brüste eher Breitbrüste, während große Brüste oft eine schmale Brustbasis haben. Eine breite Brustbasis braucht auch oft flachere Körbchen, weil sich das Volumen auf einer größeren Fläche verteilt, während eine schmalere Brustbasis tiefere Körbchen braucht. Allerdings kann auch ein Mensch mit schmaler horizontaler Brustbasis ein relativ flaches Körbchen brauchen, wenn die Brustbasis sehr hoch reicht.





  Höhe der Brustbasis - Gleiches Volumen, unterschiedliche
Volumenverteilung; Oben von links: mehr, gleich viel,
wenig Volumen im oberen Bereich; Unten von links:
Wenig und viel Volumen im oberen Bereich
Höhe der Brustbasis: Hier geht es darum wie hoch das Brustgewebe reicht, bzw. wie groß die vertikale Brustbasis ist. Wenn ich meine Brust anhebe und leicht gegen den Brustkorb drücke, dann fühle ich Brustgewebe bereits kurz unter dem Schlüsselbein. Es entsteht außerdem eine Wölbung nach außen. Ich habe also eine hoch reichende Brustbasis, bzw. mein Brustvolumen ist im oberen Bereich. Bildet sich eine prominente Falte, ist das meiste Volumen wahrscheinlich im unteren Bereich. Brüste mit viel Volumen im oberen Bereich brauchen offene Schnitte. Das heißt Halfcups und Plunges und einige Balconettes funktionieren, Full Cups dagegen schneiden oft ein. Diese funktionieren dafür oft gut an Brüsten mit viel Volumen im unteren Bereich. Eine andere Methode um die vertikale Verteilung des Brustgewebes auszumachen ist es die Form der Brust in Relation zu der Position der Brustwarze zu setzen. Brüste mit großer vertikaler Ausdehnung sind klar tropenförmig. Die Brustwarze befindet sich in der unteren Hälfte des Tropfens.  Brüste die eher schanzenförmig aussehen oder Brüste bei denen die Nippel in der oberen Hälfte sitzen haben mehr Volumen im unteren Bereich. 

Quetschbarkeit des Brustkorbs/Lungenvolumen: Diese beeinflusst maßgeblich das Maß des UBUs. Dickere Frauen haben oft mehr Gewebe am Brustkorb und brauchen daher oft kleinere UBBs (Unterbrustbänder) als ihre Maße vermuten lassen. Sie sind also quetschbar. Muskulöse oder sehr schlanke Frauen haben dagegen oft wenig Gewebe, das sich quetschen lässt. Sie fühlen sich öfters mit UBBs wohler die gleich oder sogar größer als ihr UBU ist. Lungenvolumen spielt häufig ebenfalls eine wichtige Rolle, wenn es um das Messen des UBUs geht. Viele Rechner verlangen, dass man ausatmet beim messen. Ausdauersportler aber haben ein weitaus größeres Lungenvolumen als andere Menschen. Wenn so jemand ausatmet und misst wird der Umfang deutlich geringer sein, als bei anderen Menschen. 

Konsistenz des Gewebes: Menschen haben unterschiedliche Verhältnisse von Drüsen- zu Fettgewebe in der Brust. Manche Brüste sind daher fester als andere. Weiche Brüste können stärker komprimiert  werden. Meine weichen Brüste stören mich zum Beispiel gar nicht wenn ich auf dem Bauch schlafe. Weiche Brüste tendieren dazu aus Plunges herauszufließen und verlieren gerne mal den Kampf gegen die Körbchenkonstruktion. Außerdem verändern sich Brüste im Verlauf des Lebens zum Beispiel während und nach der Menopause.  

Empfindlichkeit: Manche Menschen ertragen auf Grund verschiedener Erkrankungen (z.B. Fibromyalgie), wegen einer Operation oder des Alters keine engen Bändern. Anderen dagegen entlockt ein enges Band nur ein müdes Lächeln. 

Persönliche Präferenz: Menschen mögen unterschiedliche Dinge und legen unterschiedliche Maßstäbe an. Manche mögen enge UBBs, manche nicht. Manchen ist Ästhetik wichtiger als Funktionalität, machen nicht. 

Schwanger/Stillend: Hier habe ich selbst keine Erfahrung, aber Brüste verändern sich rasant in der Schwangerschaft und danach. Brüste die zum Stillen genutzt werden, verändern Größe und Konsistenz ja fast stündlich. Einen wunderbaren Text zur Thematik hat Nyad im Busenfreundinnenforum verfasst: Entwicklung der Brust in Schwangerschaft und Stillzeit

Marken/Modelle: Gleichzeitig sollten auch nicht vergessen werden, dass Marken und selbst Modelle der selben Marke unterschiedlich ausfallen. Ich trage in Ewa Michalak zum Beispiel meist 34E (aber auch 32F) in Freyas auch gerne mal 30G.

Das ist eine verkürzte Darstellung und natürlich . Sicherlich könnte mensch zu jeder dieser Variablen noch einen eigenen Blogpost verfassen. Außerdem können die Faktoren natürlich interagieren. 

Habe ich, eurer Meinung nach, irgendetwas vergessen? 

Posted in , , , , , , , , , , , | 1 Comment

D/E: Neue Autorin an Bord/ New author joined in

English below.

Liebe drüber & drunter Lesende,

ab heute gibt es auch von mir auf d&d etwas zu lesen und ich freue mich, dabei zu sein! Meine Leidenschaft für schöne Unterwäsche war schon immer vorhanden, wurde aber jahrelang von einem Gefühl der Frustration begleitet, weil ich dachte, dass es für mich keine passenden BHs geben würde. Im letzten Jahr kam – vermutlich überrascht euch das wenig, werden sie hier doch desöfteren erwähnt – dank der Busenfreundinnen die Kehrtwende, ich entdeckte meine BH-Ausgangsgrößen und das überwältigende Angebot der britischen und polnischen Hersteller in meinem Größenbereich.

Was sind denn meine BH-Ausgangsgrößen fragt ihr euch vielleicht? Und wieso nenne ich das überhaupt Ausgangsgröße und nicht einfach BH-Größe? Zunächst: Ich trage meist 30GG oder 32G bei britischen Herstellern und 65G-I bzw. 70F-H bei interkontinentalen Herstellern. Wie ihr v.a. bei den Größenangaben zu den interkontinentalen Herstellern sehen könnt, gibt es große Schwankungen, wie die BHs ausfallen. Ist das Unterbrustband eher dehnbar oder nicht, wie groß oder klein fallen die Körbchen aus. All das spielt mit rein, weswegen ich nicht sagen möchte, dass ich eine bestimmte BH-Größe trage, sondern eben eine BH-Ausgangsgröße.

Seit letztem Jahr haben im Rücken hochrutschende Unterbrustbänder und vorn herausfallende Brüste also endlich ein Ende. Schluss mit ständigem Nachjustieren meiner Brüste im BH. Her mit den gut sitzenden und dazu auch noch ausgesprochen hübsch anzusehenden Büstenhaltern (und dem neuen Selbstvertrauen)! Bei meiner Lingerie-Leidenschaft konnten endlich ungehemmt die Sicherungen durchbrennen und hier ist sie:


Meine BH-Sammlung

Zumindest der Teil, der mir momentan passt. Nicht dabei sind schätzungsweise 20-25 BHs, die mir entweder nicht mehr passen oder nicht mehr gefallen und zur Zeit in einer Schublade ihr Dasein fristen müssen. Auf Seidenpapier gebettet versteht sich! ;)


Erkennt ihr einige der BHs auf dem Foto? Zu welchen BHs würdet ihr euch eine Rezension wünschen? Und: Wieviele BHs befinden sich denn in eurer Sammlung, falls ihr eine habt?



Dear readers of drüber&drunter,

From now on you can also read some stuff from my side at d&d and I’m really happy to be here! My passion for beautiful underwear has always been a part of me - but it was also connected with a feeling of frustration as I thought there would be no suitable bras for me. It was last year when I got to know the German Busenfreundinnen-community and learned a lot about my Bra-starting-sizes and the awesome offerings from British and Polish producers in my size range.

You might be asking „What are your Bra-starting-sizes“ and “Why do you call it Bra-starting-sizes at all (and not simply Bra-size)”? At first, I usually wear a 30GG or 32G in British bras and 65G-I respectively 70F-H in bras from other (non-British) European manufacturers. As you can see, there can be a huge variability in the sizing of a bra. How far you can stretch the band, if it’s more flexible or rigid, do the cups run true to size or not, all these things come together when I choose the right size for a bra. Therefore, I don’t say I’m wearing a certain size or “I am a 30GG” and prefer to say that I have some Bra-starting-sizes which I use when trying a bra.  

Fortunately, since last year bands that climb up my back und breasts that fall out of the cups are things from the past. No more readjusting every hour! Now it’s time for well fitting and – yeah! – also good looking bras (and a new found confidence)! Finally, my passion for lingerie could totally break through and I proudly present:



 My Bra-Collection

I admit, it’s only the part of my collection that currently fits me. Not shown are about 20-25 bras that no longer fit or please me. Until I find new homes for them, they live in a drawer, hardly seeing daylight. But they spend their time on tissue paper. ;)


Do you recognize some of the bras shown in the picture? Which bras would you like to be reviewed? How many bras do you have in your collection (if you have a bra-collection)?
 


Posted in , , , , , , , , , , , , | 5 Comments

D/E: Evollove New Beauty + Bright Flight

Heute möchte ich euch eine relativ junge australische Marke vorstellen: Evollove. Die Marke gehört zur Bendon Gruppe, zu der unter anderem auch Pleasure State und Fayreform gehören, die ebenfalls BHs im DD+-Bereich anbieten. Beide Marken sind in Europa jedoch schwer zu bekommen. Evollove gibt es unter anderem bei Enamora, Asos und Figleaves. Die Evollove BHs sind günstig und sollen wohl eher jüngere Frauen ansprechen,  das Design ist oft bunt und verspielt. Das Größenspektrum ist mit BHs im Bereich 30-38 D-G eher durchschnittlich. Es gibt außerdem KEIN FF. Ich habe im Netz nur wenige Reviews gefunden und diese waren doch eher durchwachsen. Allerdings konnte ich nicht widerstehen als ich im Sale bei Asos wieder über die Marke stolperte. Viele Größen waren schon ausverkauft aber ich konnte mir den Bright Flight in 30G (durch Fehlen des FF-Körbchen eigentlich UK-Größe 30FF) und den New Beauty in 32G (UK-Größe 32FF) schnappen. 

Bevor ich ins Detail gehe, noch ein paar Worte zu meinen Brüsten. Ich habe weiche Brüste mit viel Volumen im oberen Bereich, die mitteltief auf meinem Torso sitzen und eng zusammenstehen. Außerdem habe eine mittelbreite Brustbasis. Meine Größe schwankt zwischen 30FF und 32FF. Mein am besten passender BH ist ein Cleo Marcie in 32F.


Nun aber zu den BHs. Der Bright Flight in 30 G ist nicht nur eigentlich ein 30 FF, sondern fällt zu allem Unglück auch noch kleiner aus. Ich würde sagen 1/2 bis 1 Körbchen. Das UBB ist größengetreu. Er ist mir dadurch sowohl im UBB etwas zu klein und deutlich zu klein im Körbchen. Die Bügel sind mittelbreit und das Körbchen eher flach. Der Halt ist sehr gut, die Brüste werden etwas angehoben, jedoch wenig zur Mitte gebracht. Die Träger sind leider nur zur Hälfte regulierbar. Die Qualität ist okay, die Nähte sind sauber vernäht, aber am Steg stehen Fäden ab, wie mensch im Detailfoto sieht. Mehr kann ich leider nicht sagen, da der BH zu klein ist.





Der New Beauty (anderswo unter Beauty Blaze zu finden) hat mir auf der ersten Blick sehr gut gefallen. Princess Blue ist ein leuchtendes Kornblumenblau und der BH passt mir auf den ersten Blick auch gut.
Das UBB ist größengetreu und das Körbchen ein knappes 1/2 Körbchen kleiner.
Der Halt ist sehr gut, die Brüste werden etwas angehoben, allerdings kaum zur Mitte gebracht. Die Form ist rund. Der Steg liegt an, was mich doch überrascht hat. Ich vermute, dass passiert, da meine weichen Brüste in dem BH Ausweichmöglichkeiten haben und zur Seite gedrückt werden, beziehungsweise die weiche Spitze sich auch zu einem gewissen Maße meinen Brüsten anpasst. Der Ost-West Look hält sich allerdings in Grenzen.
Der BH hat von den Messwerten eher breite Bügel, die jedoch sehr wenig flexibel sind. Zusätzlich läuft der Bügel steil aus und nicht wie bei Cleos in Form eines 'Nike'-Hakens. Durch den Verlauf und die Steifigkeit des Bügels ist der BH trotz der Maße nicht für Frauen mit einer breiten Brustbasis geeignet.
Der BH hat einen dreiteiligen Schnitt und ist doch eher bedeckend, aber es ist kein Full Cup. Ich hoffe, dass mensch auf dem Bild mit dem Shirt sehen kann, wo der Cup endet.
Die Spitze ist weich und anschmiegsam, jedoch sind die Nähte auf der Innenseite unsauber verarbeitet.
Ich wäre geneigt den BH auf Grund des hohen Tragekomforts und der tollen Farbe zu behalten, allerdings habe ich ein großes Problem mit den Trägern. Sie sitzen zu weit außen und schneiden dadurch in die Achseln, was auf Dauer schmerzhaft ist.

Der Bh ist sicher einen Blick wert für Frauen mit einer mittelbreiten Brustbasis, mit Volumen im mittleren Bereich, die einen bequemen BH für jeden Tag brauchen. Mehr als 35 Euro würde ich allerdings auf Grund der Verarbeitungsmängel nicht dafür ausgeben. 



Kennt ihr die Marke? Spricht sie euch an? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Today I like to introduce a fairly young Australian brand: Evollove. The brand belongs to the Bendon group who also produce two other DD+ brands, Pleasure State and Fayereform. Both are not widely available in Europe and brand image wise Evollove seems to be geared towards younger women as they come in louder colors and brighter designs. They are also fairly cheap.
I had read mixed reviews about them and was kind of wary, but I couldn't resist when I stumbled upon them on Asos and they were on sale. While a lot of the sizes had already sold out I snatched up a Bright Flight in 30G and a New Beauty in 32G.
The size range isn't very impressive: 30-38 D-G. Even less so, if you consider that they DON'T produce an FF cup.
A few words on my breasts: They are soft and close set. I have medium-wide roots and upper fullness. My current size is anywhere between a 30FF and a 32FF. The bra that fits me best is a red Cleo Marcie in 32F.



The Bright Flight did not fit. In addition to the 30G being a 30FF, it runs a cup small. The band is true to size, though. While I could close the band it was too tight and the cups gave me quad boobs and smushed my boobs into a downwards and east-west facing form. I guess in the right size the support would be good and the form better, but it's hard to judge. The quality wasn't great, but okay. The lace and mesh weren't scratchy but there were some stray fabric strands on the center gore.






I like the New Beauty, which seems to be the same as the Beauty Blaze, quite a bit. The blue is a bright cornflower blue, which I adore (team *blue-and-green-bras*). The lace feels very soft and the shape is quite nice, rounded and uplifted. However, I have some issues with the strap placement. They are too far on the outside, which means they are painfully digging into my armpits. You see a hint of that when you look at the pics below. This is troubling as I don't have particularly narrow shoulders. The cups are true to size, maybe a bit on the smaller side. The band is true to size. If you look at the measurements of the bra, the bra seems to have rather wide wires. However, they are rigid and bend very little even if I strain them on purpose. They also end in a very steep curve. The wires very gently curve inwards and poke me a bit when worn. I quite like the form the bra gives me, it's very rounded and I feel supported. The New Beauty, however, doesn't not push the boobs together much, so you don't get an impressive cleavage. It provides a bit more coverage than other balconette style bras, but it is not a full cup. I am impressed that the bra doesn't give me quad boob due to the upper fullness of my boobs but the lace is quite forgiving. While the lace is soft, the seams on the inside of the cup are not very tidy.


I am curious to hear what your experiences with the brand are. Do your like their bras? Have you tried them?


Posted in , , , , , , | 6 Comments

Link-Tip: der BH-Lounge Blog, heute "Schwestermodelle"

Ihr könnt euch vielleicht an das Interview erinnern, das MiaRose Ende letzten Jahres mit Anne-Luise geführt hat? (Falls nicht, hier noch mal zum Nachlesen: BH-Lounge Teil 1 + Teil 2) - Anne-Luise hat sich vor einem Jahr als Bra Fitterin in Hannover selbstständig gemacht, ihr Projekt heißt die "BH Lounge" . Seit September schreibt sie auch einen Blog, den ihr unter


findet und auch direkt über Blog Lovin' abonnieren könnt.

Nun gibt es extrem wenige Frauen, die sowohl über praktische Erfahrung im Live-Fitten als auch den theoretischen Hintergrund der Busenfreundinnen verfügen - und schon deswegen möchte ich euch den Blog sehr ans Herz legen. Wir auf drüber&drunter haben eine sehr ähnliche Herangehensweise ans Thema und wir freuen uns sehr, daß wir nun noch eine neue Perspektive in der deutschen Blogosphere begrüßen dürfen. (An der Stelle auch noch mal ein Hinweis an die anderen beiden Bra Fitting Blogs, denocte's Kurvendiskussionen und BraBerliner's Gynäkomastie-Blog)

Apropos familiäre Beziehungen:
Der neueste Beitrag auf dem BH Lounge-Blog ist eine Erklärung der Begrifflichkeit Schwestermodelle, die in der Kategorie BH Lexikon gepostet worden ist. Ich gehe daher mal davon aus, daß das eine Reihe wird. Yey! :)

Ganz im Ernst, das ist wirklich total hilfreich. Gerade wenn man sich nur in der Online-Community herumtreibt, verliert man oft den Bezug dazu, wieviel eine Frau, die sich noch nie damit beschäftigt hat, über das Thema BH-Anpassung weiß, nämlich meistens nicht sehr viel. Nun ist nicht nur das Thema an sich schon ziemlich komplex, häufig werden Infos dazu auch so vorgetragen, daß man erst mal nur Bahnhof versteht: Brötchen? Orange im Glas? Buchstabenphobie? WHAT?!!

Im Lauf der Zeit, mit fortschreitender Theoretisierung und Analyse von Bra Fitting und Passform, haben sich bei den Busenfreundinnen immer mehr Fachbegriffe etabliert, die für den Laien z.T. völlig unverständlich sind. Regelmäßig festzuhalten, was nun was bedeutet ist aber nicht nur für eine Außenstehende wichtig, die sich zum ersten Mal mit BH-Passform und richtiger Größe beschäftigt, sondern auch zur Selbstvergewisserung notwendig: nur so kann man überprüfen ob Theorie und Praxis überhaupt noch übereinstimmen oder man theoretische Versatzstücke mit sich herumschleppt, die praktisch längst widerlegt wurden. (In eigener Sache: auch wir haben in letzter Zeit wieder ein bißchen an unserem Glossar gebastelt.)

Aber ich drifte schon wieder ab. Noch eine weiter Anmerkung zum Thema "Basiswissen":
Im Oktober hat Anne-Luise schon eine kleine Reihe zum "Pink October" veröffentlicht, zu dem auch ein Beitrag zum Brust-Abtasten gehört, den ich euch wärmstens empfehlen möchte: Brustkrebsvorsorge auf dem Sofa – eine Anleitung

Habt ihr auch manchmal Probleme mit dem BF-Vokabular?
(Fragen sind übrigens jederzeit willkommen... :))

http://blog.bhlounge.de
BH Lounge - Endlich passende BHs
Brafitting und Passformberatung in Hannover
Website: http://www.bhlounge.de
Blog: http://blog.bhlounge.de
Twitter: http://twitter.com/bh_lounge

Posted in , , , , , , | 3 Comments

OT: 50 Shades of Nude - Foundation und Diversity


“Winter is coming”… und die Catchphrase macht das auch nicht wirklich besser. Zumal sie im Frühjahr deutlich witziger ist, denn streng genommen ist nach dem Winter natürlich vor dem Winter und Winter ist am schönsten, wenn er noch weit weg ist. Finde ich. Wie dem auch sei… langsam ist das schöne bunte Laub verschwunden und die Tage werden kurz und zu kalt ist es sowieso – also ist es kaum noch zu leugnen daß wir in der kalten Jahreszeit angekommen sind. Spätestens jetzt wäre es an der Zeit, sich mit der Anschaffung von Anschaffung von neuen Winteraccessories über das Unvermeidliche zu trösten. Konsumkick gegen Herbstdepression.

Neben Mütze, Schal und Handschuhen steht bei mir jedes Jahr noch ein weiteres “Drüber-Item” auf der Anschaffungsliste:  die “Winterfoundation”, also ein (Flüssig-)Make-Up, das mich durch die kalte Zeit begleiten und erst unter Beimischung der Sommerfarbe und irgendwann pur einen ebenmäßigen Teint vorgaukeln wird – aller Heizungsluft, Kälte und fehlender Sonne zum Trotz. Also habe ich etwas gemacht, was ich schon seit fast zwei Jahren nicht getan habe: Kosmetikblogs gelesen und Swatches (Farbklekse) gegoogled, denn so ein Foundation-Kauf will gut recherchiert sein. Winking smile

Neben der Problematik von Textur, Deckkraft und Verträglichkeit stellt sich für mich vor allem die unerfreuliche Frage nach der passenden Farbe. Ich habe eine – in meinen Augen für mitteleuropäische Verhältnisse nicht außergewöhnlich seltene – Hautfarbe, die im Sommer relativ schnell auf ein mittleres Gold-Gelb bräunt, im Winter aber auf Wandfarbe mit ausgeprägt gelbem Unterton ausbleicht. Dummerweise ist offensichtlich vorgesehen, daß mein Hauttyp stets sommerbraun zu sein hat, denn mit fortschreitender Blässe wird es immer schwieriger ein halbwegs passendes Makeup zu finden:  Je heller die Haut, desto weniger verzeiht sie eine falsche Nuance und auf meiner Haut wirkt  dann irgendwann alles einfach nur noch rosa, selbst die neutraleren Beige-Töne.

Eigentlich kein Wunder, denn der deutsche Markt scheint auch im Bereich Foundation auf das altbewährte Prinzip “One fits all” zu setzen – üblicherweise findet man im Drogerie-Regal vier bis sechs Nuancen eines Make-Ups, die anscheinend mehr oder weniger auf gut Glück zusammengestellt werden und in der Regel im mittleren Farbspektrum rangieren; wer also hellere oder dunklere Haut hat oder eine andere Farbnuance benötigt, der guckt in die Röhre. Hurra Diversity! 

Ist es nicht schön, wie man bei jedem beliebigen Thema auf die Diskrepanz zwischen dem normalverteilten Mainstream-Angebot und den individuellen Bedürfnissen der konkreten Einzelperson zu sprechen kommen kann?

foundationquest
Weite Teile meines aktuellen "Malkastens"
Nun ist ja – wie immer – klar, daß Massenproduktion per definitionem heißt, daß Waren nicht auf persönliche Einzelbedürfnisse zugeschnitten sind, sondern die Hersteller versuchen einen Kompromiß zu finden, mit dem sie es möglichst vielen recht machen können. Im Idealfall kann man das Produkt so konzipieren, das es sich nach Bedarf etwas anpassen läßt – so wie ein höhenverstellbarer Bürostuhl z.B. Oder Klamotten mit hohem Elasthananteil. Oder Schnürstiefel. Alles ganz tolle Erfindungen.

Im Zuge dieser Idee der “Anpassbarkeit” werden in den letzten Jahren immer wieder Foundations mit dem Werbeversprechen auf den Markt gebracht, daß sich die Farbe dem Hauttyp anpassen, ja geradezu magisch damit verschmelzen würde. Schöne Idee. Theoretisch gibt es das angepriesene Produkt dann auch in vielen Nuancen. Praktisch aber nur in den USA. Weil wir hier in Mitteleuropa nämlich nur die besagten vier bis sechs Hautfarben haben. Das ganze Jahr hindurch. Das heißt schon mal ganz klar, daß der Anteil an Women of Colour offensichtlich im nicht (markt-)relevanten Bereich liegt; was selbstverstänlich nichts über die reale Anzahl der potentiellen Käuferinnen aussagen muß sondern in erster Linie etwas über ihre Wahrnehmung. “Hautfarben” das ist einfach für den deutschen Markt nur ein klitzekleines Spektrum von Nuancen, was man an Pflasterfarben sehen kann und daran welche BHs als “nude” ausgezeichnet werden. (Vgl. dazu den früheren Blog-Post: Hautfarbe = Hautfarben – die Problematik des passenden “nude”-BHs )

Läßt man die rassistischen Implikationen bei Seite (weißes Privileg) und guckt erst mal ganz abstrakt auf die ganze Sache, dann fällt einem schnell auf, daß es schon irgendwie komisch ist in einer Gesellschaft zu leben, in der Attraktivität sowas wie den Kernpunkt weiblicher Identität bildet und Millionen, ach was Milliarden!  mit dem Verkauf von Kosmetika verdient werden, während gleichzeitig die Bedürfnisse der Konsumentinnen nicht ernst genug genommen werden, um ein wirklich sinnvolles Angebot zur Verfügung zu stellen. 

Also was denn nun? Soll ich mich nun bemühen, wie ein retuschiertes Abbild meiner selbst auszusehen oder nicht?  Die Antwort liegt auf der Hand: Ja schon, aber bitte nur im Rahmen von  fünf  Hautfarbe-Nuancen. Alles andere wird für uns, die VerkäuferInnen zu teuer.  Lieber verdienen wir extra daran, daß ihr euch auf der Suche nach dem richtigen Makeup durch tausend Produkte probiert. 

Die Idee ist also, eine schier unendliche Produktpalette von unterschiedlichsten Texturen und Finishes von ultramatt bis superdewy und von extrem deckend bis megaleicht rauszubringen, aber halt nur in den Farben die “der deutschen Durchschnittsfrau” passen. Was die Makeupanbieter und –herstellerinnen dabei allerdings auch vergessen, ist daß es sich bei Deutschland nicht nur im figurativen Sinne um ein Land der Bleichgesichter handelt. Und selbige selbsternannte Blassnasen haben eine deutlich lautere Stimmung als marginalisierte Women of Colour. Nicht ganz unerwartet schallt daher beständig die Klage über die zu dunklen oder falsch getönten Foundations durch die Beautyblogs und –foren. 

Und ja, ich finde es auch seltsam wieso es nicht möglich zu sein scheint, standardmäßig hellere Foundations anzubieten und eben auch gleich noch dunklere. Und vielleicht, wo es schon produziert wird, in verschiedenen Farbnuancen für warme, kalte und neutrale Untertöne?! Ggf. wären ja schon eine Art Baukastensystem eine Lösung, dann könnte man sich einfach seinen passenden Ton selber zusammenmischen. Immerhin wechselt man ja auch nicht ad hoc von Sommerbräune zu Winterblässe und umgekehrt. Wo zur Hölle, lieber Einzelhandel und verehrte Kosmetikindustrie, liegt da das Problem?! Ich sehe ein, daß nicht jede Popeldrogerie das gesamte Farbspektrum anbieten kann, aber wenigstens die Hersteller könnten einen Onlineshop einrichten, in denen es auch “exotischere” Farbnuancen zur Auswahl gibt, die sie für den US-Markt ja sowieso produzieren. 

Das ist aber natürlich nur die eine Seite der ganzen Angelegenheit. Auf der anderen stehen die Konsumentinnen, die sich zumindest soweit zueinander solidarisch verhalten könnten, als daß sie nicht nur die eigenen Bedürfnisse wahrnähmen. Und da sehe ich das nächste Problem: Aus dem was ich bisher so gelesen habe, schließe ich, daß sehr viele schon keine Lust auf Rumgepantsche haben und lieber eine optimal passende Foundation straight from the bottle hätten. Ja, kann ich auch irgendwie verstehen. Andererseits wäre es da doch eine Überlegung, daß man das dann vielleicht unter Spezialinteresse verbuchen könnte und das dann an den sog. “Fachhandel” sprich die Parfümerien verweisen? Statt dessen wird aber leider oft versucht, die eigenen Interessen gegen die anderer Menschen argumentativ durchzusetzen, indem deren Bedürfnisse marginalisiert werden und die eigenen dafür unreflektiert ins Zentrum geschoben.

Fragwürdig: Der Hype des  “Alabasterteints”

Ich weiß gar nicht wie oft in Unterhaltungen über Makeup-Töne pejorative Aussagen getätigt werden, etwa man möchte ja nicht wie ein Schweinchen oder ein Indianer (sic!) aussehen, heißt es dann häufig, und sogar das N-Wort ist schon gefallen. Ja, wirklich! Gleichzeitig scheinen sich immer mehr Frauen bemüßigt zu fühlen zu betonen, daß sie Sonnenbräune ja gar nicht schön fänden und auf ihre Blässe richtiggehend stolz seien. Der “Alabasterteint” wird konsequenterweise dann auch ganzjährig mit SPF50 argwöhnischst vor jedem Sonnenstrahl geschützt.

Und das ist dann so der Punkt, an der die ganze Sache endgültig in eine Richtung kippt, die mir gar nicht gefällt. Bei aller Liebe zur Diversität und bei allem Vorbehalt gegenüber exzessivem Sonnenbaden und Solariumsbesuchen: das Ideal der vornehmen Blässe ist mir einfach zu krass mit rassistischen, klassistischen und kolonialistischen Ideen verbandelt, als daß ich solche Aussagen als bloßes Geschmacksurteil abtun könnte.

Mir ist schon klar, daß der “neue” Trend zur Blässe erst mal als Abgrenzung zum Diktat der '”gesunden Bräune” daherkommt und mit allem begründet wird, was man seit dem Kindergarten über Hautkrebsrisiko, vorzeitige Hautalterung  und die Gefährlichkeit des Ozonlochs gelernt hat.  Und natürlich ist es individuell unterschiedlich, wieviel Sonne die Haut verträgt und ob sie überhaupt relevant ‘bräunt’ oder eher verbrennt. Und selbstverständlich bin ich auch nicht der Meinung, daß man Blässe als unattraktiv abstempeln sollte. Aber den Spieß einfach umzudrehen, bedeutet wirklich überhaupt nicht aus einer subalternen Position  zu sprechen, wie sich das manche glaub ich gerne einreden möchten! 

Blässe läßt sich nicht einfach aus dem Kontext lösen, in dem es jahrhundertelang stand und immer noch steht: helle Haut symbolisiert nicht nur die Freiheit von harter körperlicher Arbeit (im Freien) und damit die Zugehörigkeit zu einer höheren Schicht (Adel, Bürgertum) sondern auch eine rassistische Überlegenheit, die als strukturelle Privilegiertheit von Weißen gegenüber People Of Colour leider immer noch besteht. Das ist auch der Hintergrund der sich in den letzten Jahren auch hier so großer Beliebtheit erfreuenden asiatischen BBCreams mit aufhellender Wirkung.

Deswegen könnte ich immer kotzen, wenn ich sowas lese wie “Ich bin stolz auf meinen Schneewittchenteint” und dann vielleicht auch noch mit angehängten Tips wie man wirklich kein bißchen Sonne an die Haut läßt. Klar,  zuviel ist schädlich, aber zuwenig auch! Schon mal was von Vitamin D gehört? (Ggf. bitte mal lesen: Wikipedia > Vitamin D (Cholecalciferol) > Einfluß auf die Gesundheit) Abgesehen davon bin ich ganz konservativ der Meinung, daß man nur auf (eigene) Leistungen stolz sein kann (sollte!) nicht auf Eigenschaften.

Mehr Vielfalt wär doch auch ne Lösung

Im Grunde ist es doch eigentlich ganz einfach:
Alle Menschen sind unterschiedlich. Das ist einfach so. KeineR sollte sich für seine*ihre Individualität  rechtfertigen müssen. Und im Zuge ganz basaler Eigeninteressen wäre es einfach schön, sich für mehr (Waren-)Vielfalt einzusetzen statt dafür daß man nur selber in seinen Bedürfnissen berücksichtigt wird.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß das grundsätzlich nicht funktionieren kann - auch wenn es erst mal unternehmerischen Vermarktungsidealen (möglichst kleiner Warenbestand, möglichst hoher Durchlauf, möglichst großer Gewinn) entgegensteht. In anderen Ländern geht es ja offensichtlich auch – oder warum sonst kann man in Großbritannien einigermaßen einfach und günstig BHs in Größen bekommen, die hier als supermegaexotisch gelten? Genauso muß das doch auch mit Foundations klappen. 

Ich verstehe einfach nicht, weshalb es in Deutschland so selbstverständlich sein kann, Konsumbedürfnisse die marginal vom Mainstream abweichen direkt an den “Fachhandel” abzuschieben. Du bist zu klein zu groß zu dick zu dünn zu hell zu dunkel? Naja, Pech gehabt. Nicht unser Problem. Echt, das ist so unfaßbar antidemokratisch, da könnte ich schon wieder in die Tischkante beißen. 

Ja, ich weiß, die Sache mit der Foundation ist auf ne Art ein Luxusproblem. Andererseits werde ich als Frau auch pausenlos mit Werbung beschallt, was ich nun wieder kaufen soll, um schöner zu sein blabla. Und dann, wenn ich brav tun will, was mir gesagt wird, dann gibt es gar nix für mich?! Und das obwohl mir das Produkt als “quasi für mich maßgeschneidert” angepriesen wurde?!  Ehrlich, da kann ich mich einfach nur total verarscht fühlen!
Zurück zu meinem persönlichen Problem mit der Foundation und der Frage: 

Gibt es nun die perfekte “Bodypaint-Nuance”?

Also, ich hab meine noch nicht gefunden. Ich bin aber auch nicht willens 30 Euro plus für das blöde Zeug auszugeben. Man weiß ja nie, ob man’s verträgt oder nicht. Am Schluß kriegt man Pickel oder trockene Stellen oder man sieht aus als hätte man sich in Panade gewälzt. Nicht zu vergessen der Oxidationsfaktor – d.h. eine Farbe, die erst mal passend wirkte, verändert sich auf der Haut in eine ungünstige andere Richtung. So sind mir auf dem Höhepunkt meiner Winterblässe die meisten Sachen einfach zu rosa. Das läßt sich hauptsächlich damit erklären, daß ich schon explizit gelbe Töne brauche und selbst neutrale Farben auf meiner Haut rosa wirken. Sagte ich ja oben schon. Oftmals erscheint das Makeup dadurch auch zu dunkel. Ich glaube ein sehr, sehr großer Teil der Foundation-Verwirrung, auch was die Helligkeit angeht, ist der Tatsache geschuldet, daß viele nicht wissen wie sie sich auf der warm-neutral-kalt-Skala verorten sollen. Ich habe auch ganz lange gebraucht um zu verstehen, daß ich gar nicht “so hell” dafür aber “so gelb” bin und sich deswegen die meisten Makeups farblich nicht so gut mit meiner Haut verbinden. Im Idealfall sollte Foundation ja überhaupt nicht als solche erkennbar sein  – wer also “angemalt” aussieht macht was falsch.

Entsprechend gilt die Sache mit dem Hautunterton aber natürlich auch für dunklere Typen – auch wenn der  Toleranzbereich größer ist, je mehr Eigenfarbe jemand mitbringt, ist er doch begrenzt… Ich habe vor einer Weile mal ein Werbevideo von L’oreal gesehen, das dokumentieren sollte welch unglaublichen Fortschritt die neuen Farben der “True Match” (in D “Perfect Match”)-Reihe gegenüber anderen Makeups darstellt. Obwohl das zum guten Teil Propaganda war, konnte man darin aber wirklich ziemlich deutlich zu sehen, wie künstlich eine falsche Nuance gerade bei dunklerer Haut wirken kann. Daran, daß das Video nur Women of Colour zeigt, wird auch klar, für wen eine solche überarbeitete Farbskala von 33 Farben in drei “Typrichtungen” (Warm, Kalt, Neutral) die größte Bedeutung hat – für die, die vom Markt extrem marginalisiert werden. Von den 33 Tönen werden in Deutschland aber nur 9 angeboten, in Großbritannien sind es immerhin noch 22.

So ginge das halt auch: True Match-Farb-
Überblick  bei colorconnection.yuku.com

L’oreal genießt aus unterschiedlichen Gründen (v.a. wegen Tierversuchen) in der “Beautyblogosphere” keinen guten Ruf;  allerdings scheint die L’oreal Marke Maybelline die erste zu sein, die eine richtig dunkle Drogerie-Foundation auf den deutsch(-sprachig)en Markt gebracht hat, siehe die beiden Video-Reviews zur Fit Me!-Foundation in 355  bei iilovefashion und Blackvelvet330. Als Referenzpunkte geben die beiden an NC50 bzw. NW45-47 bei MAC zu tragen. (MAC ist afaik die einzige gut erhältliche Marke, die in Deutschland dunkle Foundations anbietet. Preislich rangiert sie aber schon am unteren Rand des HighEnd-Bereichs) Und beide freuen sich sichtlich, auch mal vom Angebot berücksichtigt zu werden. Ist ja auch nicht weiter überraschend.

Im Verhältnis dazu relativiert sich natürlich die Klage übers mangelnde Angebot für sehr blasse Haut. Wenn ich ehrlich bin glaube ich, daß sich ein Großteil der “Nicht-Hell-Genug”-Probleme mit einem guten und günstigen Angebot an “Misch-Weiß” aus der Welt schaffen ließe. Soll heißen mehrere Varianten/Texturen, damit für alle was dabei ist und man vielleicht nicht so sehr nur eine Foundation damit aufhellen kann sondern vielleicht das Weiß eher auf die passende Tönung einfärben. Das müßte doch relativ easy möglich sein, oder? Plus, man könnte das Weiß auch einfach als Highlighter verwenden… Leider herrscht diesbezüglich auf dem deutschen Markt erst recht Ebbe; häufig wird die weiße Foundation von Star Gazer empfohlen, das ich aber von der Textur nicht so recht als Foundation durchgehen lassen würde. Es ist halt schon eher so eine Art “Grufti-Deckweiß”. Daneben gibt es noch zwei weiße Foundations von Illamasqua die man sich – ebenso wie übrigens dunkle Töne – aus UK bestellen kann, die Face & Body-Foundation von MAC und ein paar wirklich, wirklich helle Nuancen mit leichter Eigenfärbung. Der letzte Neuankömmling in dieser Gruppe ist das Easy Match Make Up von Manhattan in 30 Porcelain.

Infos zu hellen Foundations findet ihr beispielsweise unter dem entsprechenden Tag bei MagiMania und in der aktuellen Reihe “Foundation Friday” von Godfrina auf kalterkaffee.at

Für dunkle Haut hab ich im deutschsprachigen Bereich nicht so viel gefunden außer Youtube-Videos;  neben den oben genannten iilovefashion und Blackvelvet330 hab ich noch ergoogled: BeautybyMiry (MAC), MaryRoé (Maybelline, BobbyBrown), Sinra (Maybelline, NYX), Mama Afrika (Maybelline), Nellys Modeblog (Makeup Store, Maybelline). Die Marken reflektieren schon ganz gut die nicht-vorhandene Auswahl: hier wird nicht großartig rumverglichen, wer zwei Produkte hat, die einigermaßen passen kann sich offensichtlich schon glücklich schätzen.  Das Video “Great Foundations for a Woman of Color” der US-Amerikanerin shaneilh bespricht dagegen immerhin 10 Optionen. Daß das Angebot für WOCs auch in den USA deutlich (!) kleiner ist als für Weiß darf man natürlich nicht vergessen. Aber sogar davon sind wir hier noch Lichtjahre entfernt.

So danke fürs Zuhören. :)


Seid ihr auch Anhängerinnen im Fingerfarbenclub? Oder schon ausgewachsene Beauty-Junkies? Oder gehört ihr zu denen die höchstens eine Wimperntusche und einen Puder besitzen?




Posted in , , , , , | 6 Comments

BH-Passform-Probleme: Orange im Glas - Reloaded

Bei den Busenfreundinnen wurde diese Woche über einen “Klassiker der BHlogie” diskutiert: die Orange im Glas.

Der Begriff stammt aus der polnischen Bra-Fitting-Bewegung und ist ein Bild für ein Passform-Problem, das erst einmal nach einem zu großen Körbchen aussieht: der Stoff wirft Falten, die Brust füllt den BH nicht aus. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, daß der Bügel auf der Brust und nicht daneben verläuft – er ist zu schmal, als daß die Brust überhaupt ins Körbchen hineinkommen könnte. So wie eine Orange, die am Rand eines Glases hängenbleibt. Oder in meinem Fall ausnahmsweise mal eine Avocado.

avocadoinnatasse_smll
OiG heute mal anders: Avocado inna Tasse
Erst wenn der Bügel breit genug ist, um wirklich um die ganze Brust herumzuführen, läßt sich feststellen, ob das Körbchenvolumen hinkommt oder zu groß bzw. evtl. sogar zu klein ist. 
(Siehe dazu auch einen früheren Beitrag von MiaRose: Orange im Glas. Eine super Veranschaulichung dazu findet ihr auch bei der BH-Lounge unter Passformprobleme / 3. Bild.)

Soll heißen, die Orange im Glas beschreibt ein Kompatibilitätsproblem das auf einem zu schmalen Bügel beruht. Im klassischen Fall sieht das etwa so aus:

orange1smll
Grün = Brustbasis, Gelb = Bügel | Ist ein bißchen spooky geworden...
naja, durch Zeitnähe zu Halloween noch verzeihbar, oder?

Das Grüne soll die Brustbasis sein, also der Bereich auf dem die Brust angewachsen ist. Die gelben Ringe sind die Bügel, die deutlich zu schmal sind um die Brust zu umschließen.

Der Modellfall der “OiG” von dem lange ausgegangen wurde, waren die unpassenden Schnitte im Bereich der ungefitteten A- und B-Cups, beispielsweise bei einer 75A, die zu groß wirkt, obwohl sie eigentlich schon zu klein ist: wegen der zu schmalen Bügel kann das Körbchenvolumen nicht genutzt werden, der BH liegt ein bißchen wie ein Hütchen auf der Brust. Bei einem engeren, ausreichend stützenden Unterbrustband würde jedoch sofort auffallen, daß das Cup noch zu klein ist. Häufig ist eine britische 30D für eine angebliche 75A-Frau die deutlich bessere Wahl. 

Nun kann das Phänomen der zu schmalen Bügel natürlich auch in jedem anderen Größenbereich auftreten; ein ehemals schon oft von Maria genanntes Beispiel sind Brüste, die seitlich nicht deutlich definiert sind sondern eher sanft auslaufen. Vor allem bei dicken Frauen ist es manchmal nicht so klar, wo das Brustgewebe aufhört – gerade da ist es wichtig, daß die Bügel breit genug gewählt werden, sonst wird der Bügel vom Gewebe nach außen gedrückt und piekst in den Arm oder die Achsel. 

Die Erwartungshaltung, ein BH sei zu groß, ist übrigens nichts was nur Frauen mit kleinen Brüsten haben, Stichwort Buchstabenphobie. Der zu probierende BH wird dann oft nur schnell übergestülpt – wirft Falten? Na, dann muß er wohl zu groß sein! 

Nun rutschen größere Brüste aber selten von selbst an Ort und Stelle, häufig muß noch “nachsortiert” werden. Daher ist der scharrende Griff hinter den Bügel und das ordentliche Anheben der Brust wirklich unbedingt notwendig um eine OiG auszuschließen. (Zum richtigen Anziehen siehe bspw. den 7 Punkte Plan)

Neben der klassischen Orange im Glas gibt es jedoch auch noch eine - sagen wir mal -  Unterform, der ich selbst lange keine Beachtung geschenkt habe, obwohl sie mir beim Live-Fitten häufiger begegnet ist.
Angenommen eine Beispielfrau trägt bei Elomi eine 38GG, möchte aber unbedingt einen Panache-BH probieren und versucht eine 38GG im Andorra – Fazit: viel zu klein. Nach mehreren Versuchen wäre man dann bei irgendwas absurdem wie einer 38J angekommen, weil alles andere zu klein war. Die Bügel der 38J sind aber nun so lang, daß sie die arme Beispielfrau förmlich aufspießen. Zusätzlich bleiben die Körbchen unten leer und die Bügel drücken auf den Bauch.

Ein möglicher Grund dafür ist, daß die Brust zwar oben die Bügelbreite braucht, die Bügel selber aber zu tief und U-förmig sind um richtig unter die Brust zu passen. Ich hab das schon mal vor zwei Jahren in einem kurzen Beitrag zu “Warum BHs nach unten rutschen” erwähnt. Mittlerweile – dank mehr Praxiserfahrung – glaube ich, daß das häufiger vorkommt als ich damals gedacht hätte. 

orange2smll
Bügel ist unten zu schmal für die eher breite Brustbasis.

In diesem Beispiel ist das Körbchenvolumen eher zu groß als zu klein – der unten verschenkte Platz muß ja oben irgendwie ausgeglichen werden. Dh. wenn der BH oben keine Brötchen macht ist das Volumen eigentlich schon zu groß. Gemessen an der klassischen Variante ist das eigentlich schon fast eine umgekehrte Orange im Glas.
Winking smile
Anzeichen dafür ist auch, daß man bei einem passenden Schnitt im Körbchen wieder runtergehen kann. (Beispiel Elomi) 

Leider kann ich in anderen Größenbereichen noch nicht mit Ideen dienen; theoretisch sind Bügel von Bravissimo, Curvy Kate, Fantasie und Freya alle ein bißchen mehr häkchenförmig (“Nike-Swoosh”) als die sehr U-förmigen Panaches/Cleos. Es gibt aber auch viele Fälle, in denen der Wechsel von Panache auf andere Marken auch nichts bringt.  Sobald es da was Neues gibt, werde ich berichten. Bzw. wenn ihr was dazu wißt:immer her mit den Infos!)

Lange Rede, kurzer Sinn: die richtige Bügelbreite und –form ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt beim Brafitting. Zum Thema Bügel gibt es passenderweise auch einen ganz neuen Gastbeitrag bei Lingerie Addict, Bra Wires 101 – A Basic Guide by Lyzzy Beswick.


Wie kommt ihr mit euren BH-Bügeln klar?
Schon mal eine Orange im Glas erlebt?

Posted in , , , , , , | 5 Comments

Search

Swedish Greys - a WordPress theme from Nordic Themepark. Converted by LiteThemes.com.