Zum Verhältnis von Unterbrustumfang und Unterbrustband.

Oder: Welches Unterbrustband nehme ich bei einem Unterbrustumfang von 83cm?

Ich habe mich ja bereits in dem Einsteiger-Beitrag Wie finde ich die richtige BH-Größe? ein bißchen darüber ausgelassen, daß die Empfehlungen, wie sie von den einschlägigen Konfektionsgrößentabellen vorgegeben werden, nicht besonders sinnvoll sind. 
Bei einem Unterbrustumfang von 83cm nach üblicher Meßmethode (Maßband liegt auf der Haut auf, sollte den Körper aber fest umschließen) wird ja dazu geraten auf ein 85er Band aufzurunden und man fühlt sich schon richtiggehend revolutionär, wenn man das nicht tut und einfach eine 80er-Größe trägt. ;)

Im englischsprachigen Raum geht man sogar noch weiter! Man mißt den Unterbrustumfang in Inches (1 Inch = 2.54cm) und addiert dann 4 dazu, um auf die Unterbrustbandgröße zu kommen. 
Messe ich also 83cm Unterbrustumfang, wären das 32.68 Inches, gerundet also 33. Plus 4 macht 37. Damit liege ich zwischen einem 36er und einem 38er Band, den Entsprechungen für 80 und 85 im europäischen System.

Dieser Vermittlungsschritt macht extra stutzig und eine Frage taucht auf, die man sich bei der deutschen/europäischen Methode gar nicht stellt: Wieso sollte zur gemessenen Unterbrustweite noch etwas dazugegeben werden?! Wieso nicht einfach mit dem gemessenen Wert losziehen und ausprobieren?

Es gibt natürlich historische Gründe, was es mit diesem "4 addieren" auf sich hat. Immerhin besteht noch ein Zusammenhang damit, wie man die Körbchengröße errechnet. Da wir uns aber im Hier und Jetzt des 21. Jahrhunderts befinden, hat die Frage aber durchaus - mal so völlig geschichtslos betrachtet - ihre Berechtigung.

Aufgrund veränderter Materialien ist es bei der BH-Produktion zu einem recht dramatischen Vanity-Sizing gekommen. Das Unterbrustband umschließt ja nicht einfach nur den Brustkorb wie das Maßband, es paßt sich dem Körper an, dehnt sich aus... Man muß nur mal ein Maßband und einen beliebigen BH zur Hand nehmen und nachmessen, auf welche Länge man das Band mit nur wenig Kraft ziehen kann. Das Ergebnis ist häufig einigermaßen schockierend.

Hier z.B. habe ich mal einen selten getragenen Freya Arabella in der Farbe Cassis und der Größe 34GG im Ruhezustand vermessen:

Das Unterbrustband mißt so etwa 73cm. Ich kann es aber ohne größere Kraftanstrengung auf ganze 95cm ausdehnen!
Nun gehört der Arabella generell (und diese Farbe besonders) auch zu den als sehr elastisch bekannten BH-Modellen. Trotzdem finde ich die Meßwerte ehrlich gesagt ganz schön schräg: UK-34 entspricht ja einem EU-Band von 75. Das sind schon zwei Größen weniger als die "Tabellengröße" 85.

Das Unterbrustband des BHs soll den Hauptteil des Brustgewichtes tragen, man spricht von ca. 80%. Damit diese Funktion gewährleistet werden kann, muß es natürlich fest und stabil sitzen und darf nicht nach oben oder unten wegrutschen. Selbstverständlich sollte es auch nicht zu eng sein - aber eben eng genug.
(Bei festeren, stabileren BH-Modellen ist ein Unterbrustband 34/75 übrigens eine ganz gute Wahl für mich.)
Die Regel mit dem 10-Zentimeter abziehen läßt sich natürlich nicht verallgemeinern. Relevant ist ja auch, wie viel Speck/Muskeln ihr auf den Rippen habt oder wie die BH-Modelle konzipiert sind. Die Busenfreundinnen bitten daher darum, zusätzlich zum herkömmlichen Meßwert eine Vergleichsmessung mit maximal angespanntem Maßband (bis zum Zerreißen!) und leeren Lungen durchzuführen um die "Drückbarkeit" des Oberkörpers zu ermitteln. Trotz dieser verfeinerten Abfrage, gilt aber immer die die oberste Brafitting-Regel:  

Probieren, probieren, probieren!

Wichtigster Aspekt des Brafittings ist, selbst zu lernen, was einem am besten paßt und worin man sich wohlfühlt. Also ein Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln. In diesem Sinn möchte ich zu ein wenig Experimentierfreude aufrufen:
Traut euch ruhig mal, ein engeres Unterbrustband auszuprobieren und prüft, ob der BH dadurch stabiler sitzt und besser stützt. Wichtig ist dabei nur, unbedingt darauf zu achten, daß auch die Körbchengröße optimal paßt: Zu kleine Körbchen lassen das Unterbrustband zu eng, zu große zu weit erscheinen!
Pro Unterbrustbandgröße muß mindestens ein Körbchen geändert werden, also z.B. 80A > 75B > 70C.
Oft fällt erst bei einem engeren Unterbrustband auf, daß die ursprüngliche Körbchengröße gar nicht richtig ist.

Ich freue mich wie immer über Ergänzungen, Kommentare, Nachfragen oder Anregungen. :)

Weiterführende Texte:
Busenfreundinnen: Wie eng soll das Unterbrustband gewählt werden?
Busts4Justice: Bra fitting - why are companies still 'adding 4'?

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Brötchen oder nicht Brötchen. Über schwankende Brustgröße...

Für alle, die mit dem Busenfreundinnenvokabular nicht so vertraut sind: Als Brötchen wird gemeinhin das aus dem Körbchen quellende Brustgewebe bezeichnet, also der Teil, der sich über den Cuprand wölbt und unschön unterm T-Shirt abzeichnet. Mit dem hochrutschenden (weil zu weiten) Unterbrustband gehört das Brötchen zu den beliebtesten Paßformproblemen.
Ursprünglich geht der Begriff übrigens auf eine Formulierung der polnischen Brafitting-Bewegung zurück, die von den Gründerinnen des Forums busenfreundinnen.net einfach übersetzt worden ist. Von Übertragungen in einzelne Dialekte (Semmeln, Schrippen, Weckle etc.) ist mir bisher aber nichts bekannt. ;)

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Nun gilt das Brötchen als typisches Problem, das man mit ungefitteten BHs hat, die oft im Körbchen schlichtweg zu klein gewählt werden. Die Brust bleibt nicht wo sie soll und rutscht aus dem Cup, so daß man sich gezwungen sieht, seine Brüste nach zu großen Bewegungen ständig neu zu sortieren. Mit der Anschaffung gefitteter, also angepaßter BHs soll dem Brötchen der Garaus gemacht werden.

Leider kann es sein, daß der Sieg über das Brötchen nur ein vorläufiger ist und es *schwupps* eines schönen Tages plötzlich wieder da ist.

Die Rückkehr des Brötchens - mögliche Gründe:

Trägt man erst seit relativ kurzer Zeit passende BHs kann es sein, daß es zur sog. Brustmigration (ein weiterer Brafitting-Fachbegriff) gekommen ist. D.h. Brustgewebe, das bisher im Körbchen keinen Platz hatte und vom zu kleinen BH z.B. unter die Achseln gedrängt worden war, hat sich neu sortiert und ist zurückgewandert.
(Für alle, die jetzt kritisch die Spockaugenbraue hochziehen: Es gibt immer wieder Diskussion darüber, ob es sich bei der Brustmigration um einen empirisch belegbaren Vorgang oder einen Mythos handelt. Die Berichte von erfahrenen Real-Life-Brafitterinnen wie auch von neu gefitteten Frauen sprechen aber dafür, daß an der Geschichte was dran ist.)

Häufig unterliegt die Brustgröße auch einfach zyklusbedingten Schwankungen, d.h. sie erreicht während der Menstruation ihre kleinste Dichte und schwillt dann nach dem Eisprung in der zweiten Zyklushälfte auf ihre Maximalgröße an; oftmals beginnen sie dann auch zu schmerzen und zu spannen. Vielen Frauen fällt der Größenunterschied allerdings erst auf, wenn sie anfangen, passende BHs zu tragen. (Ebenso wie bspw. die Tatsache, daß ihre Brüste nicht exakt gleich groß sind.)
Je nachdem, wie groß der zyklusbedingte Größenunterschied ist, kann man dem Problem beikommen, indem man die Träger reguliert (längere Träger geben etwas mehr Platz im Körbchen frei als kürzere) oder indem man sich BHs in zwei Größen zulegt.

Gewichtsänderungen schlagen sich auch oft direkt in der Brustgröße nieder. Schon ein paar Kilo mehr oder weniger können eine Cupgröße ausmachen, besonders dann natürlich, wenn man sich sowieso schon an der oberen oder unteren Grenze der Größe bewegt(e).
Das ist nun bei mir der Anlaß meines heutigen Postings - als ich vor ein paar Wochen mein Bikinioberteil (bereits erwähnt in Schwitzen im Sommer - was tun?) aus der Schublade zog und mal wieder anprobierte, mußte ich zu meinem großen Entsetzen feststellen, daß es ganz formidable Brötchen zauberte. Irgendwann über den Winter mußte es mir zu klein geworden sein! Angesichts meines Plans, es vor allem als BH-Ersatz an heißen Tagen zu tragen, war ich natürlich extrem unerfreut. Als ich es aber vor wenigen Tagen noch mal versuchte, saß es plötzlich wieder wie angegossen. Noch mal Glück gehabt, wa?

Last but not least kann eine Änderung in der Brustgröße natürlich auch gesundheitliche Gründe haben. Wie lulamae ja bereits in ihrem Beitrag Eine persönliche Bitte geschrieben hat, ist es daher extrem wichtig, ein Auge darauf zu haben, ob die Brust sich verändert und - neben den obligatorischen Untersuchungen bei dem/der Gynäkologen/in - regelmäßig selbst zu tasten, ob alles ok ist!
(Wer gute Anleitungen dazu im Netz kennt oder entsprechende Tips hat - immer her damit!)

Wie ist das bei euch - stellt ihr im Lauf eures Zyklus Veränderungen in eurer Brustgröße fest? Oder war euch ein BH plötzlich - ohne ersichtlichen Grund - zu klein oder zu groß?
.
EDIT | 12. September 2011:
Ein Beitrag bei den Busenfreundinnen hat mich gerade darauf aufmerksam gemacht, daß ich einen ganz banalen Grund für Brötchen vergessen habe - es kann auch sein, daß ein BH frisch angezogen paßt, nach einer Weile aber nach unten rutscht. Dadurch geht oben im Körbchen Volumen verloren - Brötchen entstehen.
Testen kann man das ganz einfach darüber, daß man die Bügel nach oben in die Brustfalte schiebt.
Falls der BH partout nicht bleibt wo er soll, geht die Fehlersuche los.
Mögliche Gründe ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Der BH ist zu weit. Das Unterbrustband rutscht hinten hoch und vorne herunter.
Lösung: BH mit engerem Unterbrustband wählen.
Der BH ist zu eng. Das Unterbrustband sucht sich den Weg des geringsten Widerstands und rutscht in Taillenrichtung ab. Lösung: Erst mal mit Verlängerer austesten, ob es daran liegt. Beim nächsten Mal ggf. einen BH mit weiterem Unterbrustband kaufen.
Die Konstruktion ist für die Brustgröße nicht geeignet - große und schwere Brüste können einen BH nach unten drücken. Lösung: Sich von dem spezifischen Modell verabschieden und nicht traurig sein - es gibt noch sooo viele andere schöne BHs.
Der BH ist für jemanden mit einer größeren oder breiteren Brustbasis konzipiert. (Brustbasis = Fläche auf der die Brust angewachsen ist.) Die Bügel sind dadurch zu lang, reichen zu tief (Richtung Bauchnabel) und die Konstruktion rutscht immer wieder nach unten. Lösung: Siehe letzten Punkt.

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Schwitzen im Sommer - was tun?

Sommer ist großartig! Ich liebe diese Jahreszeit. Draußen sein, kühle Schirmchendrinks oder heißen Minztee schlürfen, Erdbeeren und anderes sexy Obst futtern, Sonne tanken für den Winter und die Füße ins Wasser halten. Gelegentlich kann ich sogar dem Gefühl von Schweiß, der über den Rücken läuft, etwas abgewinnen.

Was ich allerdings total unangenehm finde, ist an und zwischen den Brüsten zu schwitzen. Brrr. Klebrig.

Daher jetzt mal ein kurzes Brainstorming, was man dagegen machen könnte...

Katrin von den Reizenden Rundungen hat kürzlich auf den "Bra Liner" aufmerksam gemacht. *rüberwink*
Das ist ein Stück Baumwolle, das mal als Schweißfänger in den BH legen kann. Wie das funktionieren soll, wird hier im Video gezeigt:



Das gute Stück gibt es zum Probierpreis von 5.50€ inkl. Shipping auf Ebay, sonst deutlich teurer in europäischen Online-Shops, man kann es aber wohl auch leicht selbst nachnähen, wenn man da begabt ist. 
Angesichts Szene im Video, in dem gezeigt wird, wie man das Stück trägt (sorry, aber der BH ist einfach deutlich zu weit im Unterbrustband!), muß man natürlich gleich skeptisch sein, ob diese Lösung nicht einfach nur die Probleme von unpassenden BHs wegmogeln soll. Ein gut sitzender BH rutscht nicht, die Brust liegt im Körbchenstoff, nicht auf Haut etc. pp.
Da man ja aber trotzdem noch schwitzt, kann man es mit den Dingern vielleicht im Kunststoff-BH leichter aushalten?
Falls jemand von euch schon Erfahrungsberichte hat, immer her damit! :)

Nächste Idee: BH mit hohem Baumwoll-Anteil oder aus atmungsaktiven Microfasern tragen.
Ein Blick auf die Stoffzusammensetzung kann sich auszahlen: Es werden auch im größeren Cupbereich mittlerweile einige Modelle mit hohem Baumwoll-Anteil angeboten, beispielweise von Gorgeous by Debenhams, Figleaves oder Bravissimo. Eine kleine Sammlung von Baumwoll-BHs findet ihr bei den Busenfreundinnen.

Meine Lösung: Bikinioberteile statt BHs tragen!

Aus unerfindlichen Gründen sind Bikinitops luftiger als BHs. Zumindest empfinde ich das so. Ein stabiles Modell mit Bügeln kann einem den normalen BH glatt ersetzen. Ich schwöre auf meinen Freya Supernova Bikini! Ich trage ihn in 36G statt der sonst üblichen 34H (bei Panache/Cleo-BHs) und obwohl mir sonst BHs von Freya wirklich gar nicht passen, sitzt der Supernova perfekt.
Das Schnittmodell gibt es schon länger und zwar z.B. unter den Bezeichnungen Martini, Vodka/Vodkatini und Magic (aktuell).


Bildquelle: Freya

EDIT | 10.07.2011: 
Da sich das Thema einiger Beliebtheit erfreut, ein kleiner Nachtrag. Auf einem englischsprachigen Blog habe ich noch ein paar Tips gefunden:  
- Tops mit integriertem BH Bravissimo bietet sog. Strappy Tops an, also Tops mit integriertem BH, ein wenig nach dem Schema eines Tankinis. Laut Sophia Jenner sind diese etwas luftiger als ein normaler BH. (Ich hab da noch keine Erfahrung, weil mir der Sinn bisher nicht aufgegangen ist und ich die Modelle, die man online kaufen kann nicht so überzeugend fand.)  
- Trägerlose BHs Strapless Bras sind zwar meist eher panzerig, der Effekt, freie Schultern zu haben kann aber entspannend und befreiend wirken.  
- Kühlende Bodylotion Sophia empfiehlt außerdem die Verwendung einer leichten, kühlenden Bodylotion um die Reibung des BHs zu reduzieren. 
Den Beitrag von Sophia Jenner über "Hot Weather and Big Bras" findet ihr auf ihrem Blog. 
 
Worüber außerdem bei den Busenfreundinnen diskutiert wurde, ist das Tragen eines Sport-BHs, da die verwendeten Stoffe Schweiß besser abtransportieren. Empfehlenswert sind hier dann vor allem BHs mit Körbchen, die die Brüste trennen, z.B. von Freya Active - im Gegensatz zu Crop Tops, bei denen der Halt darüber zustande kommt, daß sie die Brüste an den Brustkorb pressen. 
Falls euch weitere Tips und Tricks einfallen, hängt sie doch einfach als Kommentar an. :)  

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Pride and Prejudice

In einer großen Stadt zu wohnen hat seine schönen Seiten; manchmal - besonders an Tagen wie heute - weckt es aber auch die Misanthropin in mir. Oder sagen wir die Misandrie, den Männerhass. Denn heute ist, oder fast schon war, Christi Himmelfahrt.
Jetzt, da es langsam dunkel wird, ist endlich wieder ein Tag der gröhlenden, besoffenen Männerhorden überstanden. Die meisten Typen sind hoffentlich mittlerweile aus den Latschen gekippt und ich wünsche ihnen von Herzen, daß ihnen morgen speiübel ist und ihnen der Kopf ganz anständig brummt, denn Dummheit sollte weh tun.

Berlin Alexanderplatz (Bildquelle)
Zur Erklärung für alle, die in Gegenden wohnen, die dankenswerterweise von diesem Spuk verschont bleiben: Christi Himmelfahrt wird nicht nur als Vater- sondern in gewissen Regionen (z.B. hier) als Männer- oder Herren-Tag gefeiert, was bedeutet, daß die dümmsten Exemplare der Gattung Mann in Gruppen die Gegend unsicher machen und sich so peinlich und unangenehm benehmen wie nur irgend möglich. Volltrunken und natürlich ordentlich aggressiv wie es sich für einen richtigen Kerl gehört. Diese Zelebrierung steinzeitlicher Männlichkeit sorgt bei vernünftigen ZeitgenossInnen im wohlwollendsten Fall für Kopfschütteln. Manche bewegt es gar dazu, an dem Tag keinen Fuß vor die Tür zu setzen, um so dem gruseligen Schauspiel zu entgehen...

Leider reicht das häufig nicht, denn selbst auf meinem Balkon beschlich mich heute des öfteren der Impuls mit Blumentöpfen zu werfen. Statt dessen vergewisserte ich mich regelmäßig, ob auf der Straße Leute gerade "nur" angepöbelt wurden oder ob es schon zu Handgreiflichkeiten kam. Man weiß ja nie. Diese offen zur Schau getragene, primitive Aggressivität finde ich ehrlich gesagt erschreckend.

Dieses Neanderthaler-Gehabe wirft für mich Fragen auf wie:
Was bewegt Männer im Jahr 2011, sich so dermaßen dämlich aufzuführen?
Ist das nun Ausnahmezustand - einmal im Jahr kollektiver Junggesellenabschied?
Oder wird die Attitüde sonst einfach nur nicht ausgelebt?

Der Verdacht liegt nahe, daß das gröhlende Pack diesselben Typen sind, von denen man sich sonst die dummen Sprüche fängt, die abwertenden Bemerkungen oder paternalen Gesten. Die, die einem auf Körperteile glotzen oder selbige zwanghaft kommentieren müssen - ungefähr so wie ein Kleinkind Wauwau sagt, wenn es einen sieht.

Eigentlich wäre heute ein guter Tag, den ollen, angestaubten Lila-Latzhosen-Feminismus aus der Mottenkiste zu holen, denn ehrlich: DAS GEHT JA MAL GAR NICHT!


Irgendwie passend zum Thema:
Die Spurensucherin: Sexismus und andere Seuchen (24.05.2011)
Liz Seccuro: Dear Rapist (The Guardian | 30.04.2011)
Oder auch maedchenmannschaft.net

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Figleaves: 20% auf alles

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Bei Figleaves gibt es mal wieder 20% auf alles.

Rabattcode: TWENTY
nicht kombinierbar mit anderen Aktionen oder Sale

Ende: Mittwoch, 8.6., 0:01

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Kaffeeröster-BHs - die wilde Dreizehn

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Ich bin mal wieder auf ein aktuelles Unterwäsche-Angebot bei Tchibo gestoßen: es gibt gerade Basis-T-Shirt-BHs in Farben, die angeblich von Petits Fours (also Zuckergebäck) inspiriert sind.
Daß BHs "vom Kaffeeröster" (wie es so schön heißt), leider immer nur in den One-Size-Fits-All-Größen angeboten werden, die angeblich der weiblichen Bevölkerungsmehrheit passen, dürfte hinreichend bekannt sein.

Was ich allerdings bemerkenswert finde, ist daß nicht freimütig zugegeben wird, daß man sich nur an diese mehr oder weniger große Zielgruppe "Durchschnittsfrau" richtet, sondern daß wirklich so getan wird, als würde man mit dem Angebot den gesamten Bedarf decken. Zitat aus dem aktuellen Werbevideo: "Also Tchibo-BHs sind für fast jede Frau, also für fast jede Größe bieten wir einen bestimmten BH an." (Tchibo - Experten: Hinter den Kulissen zum Wäscheshooting, ab 1:06 // Youtube-Link)

Das suggeriert ja nun wirklich eine drastische Erweiterung des Größenspektrums; angeboten werden aber: 75A, 75B, 75C, 80A, 80B, 80C, 80D, 85A, 85B, 85C, 85D, 90C, 90D, also ganze 13 Größen. Einige davon jeweils nur bei einem Modell: 85A gibt es bspw. nur als Push-Up-Variante, die D-Cups nur bei den als "Bügel-BH" ausgezeichneten Exemplaren.
Krönung des ganzen ist der SoftBH in "Einheitsgröße. Passend für A-Cup 75–85, B-Cup 70–85 und C-Cup 70–80." SIC!

Vom Erfolg zeuge auch, so heißt es im Video direkt im Anschluß an den zitierten Satz, daß statistisch gesehen jede zweite Frau einen Tchibo-BH trage. (Wie jetzt? Jede zweite Frau besitzt einen? Jede zweite Frau trägt täglich einen? Tchibo hat 50% Marktanteil bei verkauften BHs?) Daraus folgere man, daß man alles richtig gemacht habe und sei stolz darauf, "daß man für jede Frau etwas anbieten kann." (a.a.O, 1:17) Und das gäbe es so eben nur bei Tchibo.

!?!

Also gut, man könnte sagen, solche Aussagen folgten einfach dem Prinzip von Werbung und seien kein Grund sich aufzuregen. Ich kann aber nicht umhin - ich ärgere mich! Klar weiß ich, daß es "das" entgegen der Werbeaussage nicht nur bei Tchibo gibt, sondern auch bei jeder anderen x-beliebigen Textilläden-Kette. Die genannten 13 Größen sind wirklich die, die man überall bekommt. Auch bei Feinkost Albrecht im Sonderangebot. Und ich weiß auch, daß das schlechtsortierteste Fachgeschäft noch mehr als diese 13 Größen führt.
Aber was diese Werbung vor allem reproduziert ist eine Körpernorm, der zufolge man von einem anderen Planeten stammen muß, wenn einem die angebotenen Größen eben nicht passen. Das heißt in der Konsequenz, daß sich unglaublich viele Frauen in die "infamous Thirteen" reinquetschen, um sich "normal" fühlen zu können. Gerade auf junge Mädchen, die sowieso Issues mit ihrem Körper haben, wirkt sowas enorm verunsichernd.

Dabei gibt es BHs ab Unterbrustband 60 bis jenseits von 120 in allen erdenklichen Körbchen-Kombinationen: von AAA bis L-Cup. Es gibt BH-Modelle, die in 84 (!) Größen angeboten werden und trotzdem nicht die Welt kosten.

Also bitte, sagt es weiter: Es ist keine Katastrophe nicht in die Standardgrößen zu passen!
Gebt euch daher nicht mit der erstbesten zufrieden!

Wie sind eure Erfahrungen mit der wilden 13 - passen euch die Größen?
Besitzt ihr einen oder mehrere BHs aus dem Angebot eines Nicht-Textil-Ladens?
Würdet ihr euch da ein größeres Angebot wünschen oder kauft ihr sowieso lieber im Fachhandel?
Und last but not least: Ärgert ihr euch auch über solche Aussagen/Videos?

So, und ich koch mir jetzt erst mal nen Kaffee zum Runterkommen - Espresso vom La Tazza D'Oro-Café nebenan. ;)


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